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Wein und Tourismus, das gehört zusammen

Meersburg / Lesedauer: 3 min

Wein und Tourismus, das gehört zusammen
Veröffentlicht:12.04.2012, 18:10

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Schon jetzt ist der Wein für manchen Touristen mit ein Grund dafür, Urlaubstage am Bodensee zu verbringen. Das Projekt „Internationaler Weintourismus am Bodensee“ soll nun dazu beitragen, das touristische Potenzial des Weinbaus noch mehr zu nutzen.

Jetzt wurde es im Staatsweingut Meersburg in Anwesenheit von Alexander Bonde , dem Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, vorgestellt.

Bei dem Projekt geht es darum, die touristische Wertschöpfung des Themas Wein auszubauen, dazu Produkte zu entwickeln sowie Winzer und Touristiker zu vernetzen, wie Daniela Pahl-Humbert, Geschäftsführerin der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH (IBT), erläuterte.

„Wir wollen ein stimmiges Erlebnisangebot für den Gast vernetzen und so aufbereiten, damit er mit dem absoluten Bodensee-Wein-Erlebnis nach Hause fährt. Das ist unser Ziel“, so Pahl-Humbert. Sowohl die Tourismus- als auch die Weinwirtschaft wird ihrer Überzeugung nach davon profitieren. „Es geht darum, das Thema grenzüberschreitend zu setzen, so wird es Wertschöpfung bringen und helfen, die Kulturlandschaft nachhaltig zu erhalten“, so die IBT-Geschäftsführerin.

„Der Tourist, der hier an den See kommt, nimmt die Landschaft als Einheit wahr: Er geht nicht nach Baden, Württemberg oder Bayern, sondern er geht an den See. Letztendlich muss es das Ziel sein, dieser Erwartungshaltung des Gastes ein entsprechendes Angebot gegenüber zu stellen“, erläuterte Jürgen Dietrich , Vorsitzender des Vereins Bodenseewein, die Hintergründe des Projektes. Bodenseewein war die treibende Kraft hinter dem Projekt, als weitere Partner konnten inzwischen das Schaffhauser Blauburgunderland, der Dachverband Thurgau Wein, der Verein Rheintal Wein, Thurgau Tourismus, Schaffhauserland Tourismus, St. Gallen Bodensee Tourismus, die IBT sowie die Kommunen Bermatingen, Gaienhofen, Gailingen, Hagnau, Immenstaad, Konstanz, Meersburg, Reichenau, Singen, Stetten, Uhldingen-Mühlhofen, Überlingen, Nonnenhorn, Lindau, Kressbronn und Wasserburg gewonnen werden.

Für Dietrich war es ein entscheidendes Ziel, Menschen aus verschiedenen Bereichen zum Wohl des Gastes zusammenzubringen. Größtes Problem sei dabei gewesen, bei manchen Leuten das „Kantönlesdenken“ zu überwinden, das es laut Dietrich auch auf deutscher Seeseite gibt. „Jede Flasche Wein ist eine flüssige Visitenkarte. Mit dem Wein kann man zu Hause das Urlaubserlebnis reanimieren. Deswegen ist Wein auch ein wichtiger touristischer Botschafter“, ist Dietrich überzeugt.

Minister Alexander Bonde zeigte sich beeindruckt von dem Projekt. Baden-Württemberg habe ein tolles Tourismusjahr 2011 hinter sich, aber man dürfe nicht stehen bleiben. „Es gibt den unheimlichen Trend, am Urlaubsort Identität wahrzunehmen, also ein Stück Heimat zu erleben, auch wenn es nicht die eigene ist“, meint Bonde. Das Projekt „Internationaler Weintourismus am Bodensee“ setze hier genau an der richtigen Stelle an. Es sei wichtig, dass der Gast nicht nur die regionale Natur, sondern auch die regionalen Produkte erlebe. „Nicht das austauschbare Produkt, das man überall bekommt, sondern die Region erschmecken: Da haben wir in Baden-Württemberg noch ein erhebliches Potenzial“, ist sich Bonde sicher. Man könne zu Recht stolz darauf sein, dass das Land nicht nur als das Land der großen Autos, sondern auch als Genießerland wahrgenommen werde.

„Wer in den Urlaub geht, hält sich ja nicht stationär auf, sondern will die Region erkunden. Das ist etwas, das wir rüberbringen müssen“, stellte Martin Brütsch, Bürgermeister von Meersburg , fest.