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Serenadenkonzert der Meersburger Sommerakademie

Meersburg / Lesedauer: 2 min

Großen Zuspruch hat die Meersburger Sommerakademie bei ihrer 45. Auflage gefunden.
Veröffentlicht:04.09.2023, 09:57

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Großen Zuspruch hat die Meersburger Sommerakademie bei ihrer 45. Auflage gefunden. An die 150 Musiklehrkräfte, Studenten und Schüler verbringen die letzte Ferienwoche im Droste–Hülshoff–Gymnasium mit gemeinsamem Musizieren, angeleitet von hochkarätigen Dozentinnen und Dozenten. Dass sich an die 90 Sängerinnen und Sänger für den Chor angemeldet hatten, ist wohl der Sogwirkung des musikalischen Leiters Yuval Weinberg zu verdanken. Der junge, mit zahlreichen Nachwuchspreisen bedachte, Chorleiter ist 2020 mit gerade 30 Jahren Chefdirigent des renommierten SWR Vokalensembles geworden.

Mit seinem engagierten Dirigat brachte er dem Publikum ein Werk aus seiner israelischen Heimat in einer deutschen Erstaufführung nahe. Die Schilderung des Bruderzwists zwischen Ishmael und Isaak hat der israelische Komponist Haim Permont nach einem Gedicht von Schin Schalom für gemischten Chor und Streichorchester vertont. Nach den orientalischen Wehklagen der hervorragenden, groß besetzten Streichergruppe die ersten „Ishmael“ -Rufe im kompakten vierstimmigen Chorsatz. Starke Akkordblöcke führte Weinberg zu eruptiven Ausbrüchen, strukturierte die fugierten Abschnitte immer im Blickkontakt mit den aufmerksamen Chorsängerinnen und Chorsängern. Nach einem lyrischen Abschnitt im Mittelteil, angeführt vom sonoren Frauenchor und von zarten Streicherklängen begleitet, kehrte die Musik zum klagenden Anfang zurück. Auf ein kurzes Aufblühen folgte die Hoffnung: „Lass uns unseren Schafen zusammen Wasser geben“. Dafür gab es lange anhaltender Beifall vom Publikum in der gut besuchten Seminarkapelle.

Traditionsgemäß stellen die einzelnen Ensembles ihre erarbeiteten Werke im Serenadenkonzert vor. Christina Singer hatten mit ihren zehn Musikerinnen in der jeweils doppelten Besetzung Flöte, Oboe, Horn, Fagott und Klarinette zwei Sätzen aus der Sinfonietta op. 188 von Joachim Raff einstudiert. Nach einem schwungvollen Einstieg mit dem kraftvollen ersten Thema wanderte das lyrische Seitenthema gekonnt durch alle Stimmen. Sehr durchsichtig, mit selbstbewussten Soli, die sinfonische Verarbeitung in der Durchführung. Flüssige Unisonoläufe gaben der Coda zusätzlichen Glanz.

Sehr viel Agogik forderte Lorenzo Lucca in der Trauermusik „Crisantemi“ vom Streichorchester. Im Stil einer Da Capo Arie bekam der erste Teil eine expressiv–dunkle Klangfarbe. Während sich der zweite Teil, angeführt vom Duett Solo–Violine und Solo–Cello über pulsierender Bratschenstimme, deutlich abhob.

Beim Kehraus mit dem Blechbläserensemble mit Trompeten, Hörnern, Tuba und Posaunen sprang der Funke sofort ins Publikum über. Auch die spaßige Moderation ihres Leiters Matthias Nassauer hatte daran ihren Anteil. Turmmusik, Vorspiel zur Oper „Carmen“ oder der „Can Can“, immer sauberst intoniert und mit großer Spielfreude musiziert wurden nach lautstarkem Applaus mit einer Zugabe honoriert.