Vielfalt

Junge Künstler glänzen mit Vielfalt

Meersburg / Lesedauer: 2 min

Junge Künstler glänzen mit Vielfalt
Veröffentlicht:30.09.2010, 18:55
Aktualisiert:26.10.2019, 00:00

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„(Un)-fassbar“: Die Ausstellungseröffnung von 18 Jungkünstlern hat jede Menge Gesprächsstoff geboten. Die zahlreichen Besucher der Galerie Bodenseekreis tauschten sich am Mittwoch über die Vielfältigkeit des Kunstangebots aus. Den eigenen Lieblingskünstler zu küren, führte wiederum zu anregenden Diskussionen.

„Stellen Sie Fragen und vervollständigen Sie die Bilder durch ihre Sichtweise“: Landrat Lothar Wölfle hat die Interpretation eines Zitats von Otto Ludwig kaum ausgesprochen, schon schlängeln sich die Vernissagegäste auf der Suche nach Austausch durch die beengten Ausstellungsräume. Wie haben die jungen Leute die Umsetzung des Gegenständlichen bewerkstelligt? Wie haben sie sich mit ihrem Gegenstand auseinandergesetzt? Diese und noch mehr Fragen scheinen durch die Räume des Roten Hauses zu schweben, nicht zuletzt angestoßen durch Heike Frommers einführende Worte. Die von der Galerieleiterin besonders hervorgehobene Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks, ist es, die Besucher wie Künstler gleichermaßen beeindruckt. Mal ist es der großzügige Umgang mit der Farbigkeit bei dem Tierporträt „Suche nach Raum“ der 30-jährigen Kölnerin Bettina Pradella, mal die verblüffende Ähnlichkeit mit bekannten Personen bei den „25 postpanoptischen Porträts“ von Tom Schulhauser.

Immer wieder stehen Menschen zusammen und diskutieren das Abgebildete. Sie machen es sich nicht leicht ihren Ausstellungsfavoriten herauszufiltern. „Sehr schwierig“, befindet auch Profi Sibylle Werkmeister, Leiterin der Freien Kunstakademie Überlingen. Doch gegen Ende der Vernissage hat auch sie eine endgültige Wahl getroffen. Allerdings sind es gleich drei Kunstwerke, die ihr besonders gefallen. Die Schwarz-Weiß-Abbildung einer Frauengestalt der Konstanzerin Barbara Baumgart, das erwähnte Portrait Pradellas und das zart-pastellige „Dracula-Girl“ der Südkoreanerin Jiyun Cheon. Kunststudentin Christiane Desseckers Lieblingsstück hingegen ist schnell klar. Sie favorisiert, wie viele andere Besucher, die großformatigen Werke der gebürtigen Bonnerin Stefanie Hubner. Besonders die „Revanche“ ein tiefsinniges Gemälde über ökologische Ausbeutung und die Einsamkeit des Menschen im Massenkonsum haben es ihr angetan. „Nicht nur der Name sagt hier viel aus“, bewundert die Studentin auch die „gelungene Maltechnik“.

Gespannt auf die Entscheidung

Hubner ist selbst zugegen und freut sich über den großen Zuspruch zu ihren Bildern. „Gerade heute fühlen sich Menschen sehr einsam“, sagt sie und sieht sie sich darin bestätigt, ein Stück Zeitgeist malerisch festgehalten zu haben. Ansonsten hält die Künstlerin das Ausstellungsangebot für sehr vielfältig. Sogar viele Zeichnungen seien dabei. Wie ihre Kollegen ist sie sehr gespannt, sowohl auf die Entscheidung der fünfköpfigen Experten-Jury, als auch darauf, die Entscheidung des Publikums zum Lieblingskünstler von „(un)-fassbar“ zu erfahren. Beide sollen am 29. Oktober um 19 Uhr in der historischen Bibliothek zu Salem verkündet werden.