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Bus fängt Feuer: Busfahrer wird zum Lebensretter - und wird jetzt mit Lob überhäuft

Meersburg / Lesedauer: 3 min

Fahrer bleibt in Notsituation ruhig – Für Besiana Alijaj ist es ein doppelter Geburtstag
Veröffentlicht:30.01.2019, 19:10

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Ihren 21. Geburtstag wird die Meersburgerin Besiana Alijaj wohl nicht so schnell vergessen. Dabei saß sie wie jeden Tag im Linienbus 7395, mit dem sie immer zur Arbeit nach Friedrichshafen fährt. Doch zwischen Stetten und Hagnau fing der Bus an zu brennen. „Mir wurde mein Leben an meinem Geburtstag wieder geschenkt“, sagt sie. „Denn es hätte auch anders laufen können.“ Dankbar ist sie vor allem dem Busfahrer, der in dieser Situation besonnen reagierte.

Mir wurde mein Leben an meinem Geburtstag wieder geschenkt.

Besiana Alijaj

Constantin Iftime arbeitet seit 13 Jahren als Busfahrer, aber etwas ähnliches ist ihm noch nie passiert. Nachdem er von der Bushaltestelle bei Stetten wieder auf die B 31 gefahren war, hörte einen Knall – und plötzlich hatte der Bus keine Leistung mehr. Zu diesem Zeitpunkt war er mit 60 Stundenkilometern unterwegs.

Er fuhr langsam weiter, suchte aber gleich eine Stelle, an der der Boden neben der Straße eben ist. „Damit die Fahrgäste sicher aussteigen könnten“, sagt er. Er selbst stieg zuerst aus, ging nach hinten, wo sich der Motor befindet, und öffnete die Klappe. „Ich habe das Feuer gleich gesehen“, berichtet er. Deshalb sei er sofort wieder in den Bus zurückgekehrt. „Ich habe den Fahrgästen gesagt, dass es brennt und dass bitte alle aussteigen sollen – aber langsam“, sagt er. Erst nachdem alle elf Fahrgäste draußen waren, rief er die Feuerwehr und verständigte Polizei und Rettungsdienst.

Busfahrer vermeidet Panik

Besiana Alijaj hatte Kopfhörer auf und hörte Musik, als das Feuer ausbrach. „Den Knall habe ich nicht gehört“, sagt sie. Sie habe aber ein leichtes Ruckeln gespürt und dann sei schon Rauch am Fenster vorbeigezogen. „Ich bin sofort aufgesprungen“, sagt sie. Und dann sei alles sehr schnell gegangen.

Der Busfahrer sei rechts rangefahren, sei ausgestiegen und kurz darauf zurückgekommen. „Er war so ruhig und hat mir dadurch viel Angst genommen“, sagt Besiana Alijaj. „Ich habe ganz großen Respekt vor ihm, weil ich nicht weiß, ob ich in einer kritischen Situation noch so handeln könnte. Ich bin da wie gelähmt.“ Was sie auch noch Tage nach dem Vorfall ärgert, ist das Verhalten anderer Fahrer. „Alle sind an dem brennenden Bus vorbeigefahren. Keiner hat gefragt, ob wir Hilfe brauchen“, sagt sie.

 Silvio Matt, Niederlassungsleiter der RAB, Besiana Alijaj, Busfahrer Constantin Iftime und Frederic Simonin (v.l.) haben das Unglück auf der B 31 erlebt.

Obwohl es ihr vorkam wie eine Ewigkeit, war die Feuerwehr innerhalb weniger Minuten vor Ort. Es wurden Rettungswagen bereitgestellt, in denen die Fahrgäste Platz nehmen konnten, damit sie nicht in der Kälte herumstehen mussten. Außerdem traf Frederic Simonin von der Bereitschaft des Regionalverkehrs Alb-Bodensee (RAB) ein.

Als Notfallmanager übernahm er die Zusammenarbeit mit den Rettungskräften und der Polizei , organisierte einen Ersatzbus und den Abschleppdienst. „Die Feuerwehr war sehr, sehr schnell da. Über das normale Maß“, berichtet er. Silvio Matt, Leiter der Niederlassung Bodensee der RAB lobt die Einsatzkräfte und die gute Zusammenarbeit, besonders aber auch das couragierte Handeln des Busfahrers.

 Feuerwehrleute aus Stetten sind schnell zur Stelle.

Constantin Iftime habe genau richtig reagiert. Deshalb überreichte er ihm ein Geschenk „von der ÖPNV-Familie“, wie er sagt. Für Besiana Alijaj hatte er einen Blumenstrauß dabei, „ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk“. Und sie überreichte zum Dank eine Blume an Constantin Iftime.

Ihren Geburtstag hatte die 21-Jährige, die im Königin-Paulinenstift eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht und wegen des Notfalls 40 Minuten zu spät zur Arbeit kam, völlig vergessen. „Das fiel mir erst Stunden später wieder ein“, sagt sie.