Öffnung

„Öffnung nach außen“ – so klappt sie

Meckenbeuren / Lesedauer: 4 min

Don Bosco Schule in Hegenberg ist für 175 Schüler das Zuhause – 1000-Euro-Spende an die Hilfsaktion PAZ
Veröffentlicht:30.05.2016, 20:51
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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„Schule im Wandel“, das gilt auch für die Don Bosco Schule in Hegenberg. Ein rund 60-köpfiges Kollegium führt Schulleiter Wolfgang Koezle an – dies seit 2013 in Nachfolge von Franz Gitschier. „Öffnung nach außen“ – was dieses Stichwort konkret bedeuten kann, war gestern zu verfolgen, als die Meckenbeurer Hilfsorganisation „PAZ“ (Pro Aktion Zukunft“, siehe Kasten unterhalb) einen Scheck über 1000 Euro in Empfang nehmen durfte.

Auf drei Beinen steht die von der St. Gallushilfe der Stiftung Liebenau getragene Schule, die seit 1974 am nordwestlichen Ende des „Hegenbergs“ angesiedelt ist. Die Schule für geistige Entwicklung gehört dazu. Sie umfasst in drei Klassenstufen (Grund-, Haupt- und Berufsschulstufe) rund 95 Schüler.

Jeweils 40 sind es in der Schule für sozial-emotionale Entwicklung sowie in jenem Zweig, der sich Schülern widmet, die eine längere Krankenhaus-Behandlung benötigen.

Hinzu kommt, dass die Don Bosco Schule Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) für den Kreis Ravensburg ist.

Realismus pur: Theater wirkt nach

Seit etwa sieben Jahren wird die „Öffnung nach außen“ mit der Suche nach Partnern stark forciert. Zu ihr zählt für das „Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum“ – so der offizielle Begriff – auch die Kooperation mit Klassen in Tettnang (Grundschule Schillerschule, Gemeinschaftsschule Manzenberg), in Langentrog und in Friedrichshafen. Die Verbindung zu der dortigen Merian-Schule existiert bereits seit 14 Jahren. Als „integrative Beschulung“ bezeichnet Wolfgang Koezle den Status quo, mit dem Begriff „Inklusion“ geht der Schulleiter eher vorsichtig um und sieht ihn in der Kooperation mit der Gemeinschaftsschule Manzenberg verwirklicht.

Sofort integriert waren gestern Maria Vieira-Zdansevicius und Anette Kramer, die für PAZ den Spendenscheck entgegennahmen. Ebenfalls für den Hilfsverein engagiert sich Margret Polivka, die zugleich in der Don Bosco Schule tätig ist und mit ihren Schülern ein kurzes Theaterstück zum Besten gab, das es in sich hatte. Es schloss sich an den Geburtstags-Morgenkreis an, der einmal im Monat eine feste Einrichtung darstellt. Wie es auch die Spende an die Aktion „Pro Aktion Zukunft“ ist, die im jährlichen Wechsel mit jener an die Salesianer ergeht. Die 1859 gegründete Ordensgemeinschaft innerhalb der katholischen Kirche geht auf den italienischen Priester Johannes Bosco zurück, der von 1815 bis 1888 lebte und als „Don Bosco“ bekannt wurde. Die Salesianer zählen neben den Jesuiten und den Franziskanern zu den größten Orden in der katholischen Kirche.

BLICK:

Zum wiederholten Mal hat die Don Bosco Schule die Aktion „Pro Aktion Zukunft“ (PAZ) mit einer Spende bedacht. Sie hat in Meckenbeuren dadurch Bekanntheit erlangt, dass PAZ das „Festa Brasileira“ auf dem TSV-Sportplatz ausrichtet – dies auch 2016 zusammen mit dem Fußball-AH-Turnier, das am Freitag, 24. Juni, steigt.

Gestern nun haben Anette Kramer und Maria Vieira-Zdansevicius in Hegenberg für die 1000-Euro-Spende gedankt. Und für jenes Theaterstück, das Margret Polivka mit ihren Schützlingen einstudiert hatte. „Ich hatte Tränen in den Augen“, bekannte Maria Vieira-Zdansevicius, und Anette Kramer sagte: „Das ist mir unter die Haut gegangen.“ Authentisch hatten alle Akteure den Kontrast von arm und reich vermittelt – als Nebeneinander jener, die in Pappkartons hausen und betteln, und jener, die sich in ihren Villen bedienen lassen.

Die Don Bosco Schüler nehmen sich dem Thema nicht nur im Theaterspiel an, sondern auch tatkräftig in der Unterstützung von PAZ: Das ganze Jahr über sammeln sie in etlichen Aktionen für die Ärmsten der Armen, eben für die Straßenkinder in Brasilien. Erlöse fließen aus der eigenen Aktion „Pausenbrot“ oder aus dem Bazar mit Kuchenverkauf, sodass die stolze Summe von 1000 Euro zusammenkam.

„Vielen Dank für dieses riesige Herz, das wir hier an der Schule vorgefunden haben“, sagten Anette Kramer und Maria Vieira-Zdansevicius herzlichen Dank. Sie stellten zudem mit Dias vor, wohin die Gelder (auch aus Hegenberg) geflossen sind – vor allem in und rund um Mamae Clorys Kinderheim in Brasilien.