Feuerwehrverband

Notruf absetzen ist kinderleicht

Meckenbeuren / Lesedauer: 3 min

Wilhelm-Schussen-Schule und Feuerwehr proben den Ernstfall
Veröffentlicht:30.10.2018, 13:34
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Zum sechsten Mal haben die Feuerwehrverbände in diesem Jahr zum deutschlandweiten Helfertag aufgerufen – und natürlich war auch dieses Mal die Grundschule in Kehlen wieder mit dabei. Pünktlich um 8.30 Uhr löste Hausmeister Michael Koch den Feueralarm aus und schon eine Minute und 13 Sekunden später war die Schule restlos geräumt: „Alle Personen waren in Sicherheit.“

So würde es auch im Einsatz heißen. Denn die Sicherheit der Menschen steht allzeit im Vordergrund. Erst danach wird der Brand bekämpft. Das haben die Viertklässler der Wilhelm-Schussen-Schule von Kommandant Stefan Amann erfahren und ihm spontan Applaus gezollt, für die willkommene Abwechslung im Schulalltag. „140 Aktive hat unsere Wehr in den Abteilungen Kehlen und Meckenbeuren“, stellte er seine Mannschaft vor. Dazu kommen 17 Kinder der Kinderwehr, 30 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und 30 junge Musiker im Spielmannszug. „Mit 65 Jahren muss jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau in den Ruhestand gehen“, erklärte er den Schülern weiter. „Die Kameradschaft aber geht über den aktiven Dienst hinaus dann in der Alterswehr weiter.“ „Wir suchen immer Nachwuchs“, machte er Werbung in eigener Sache und lud die Kinder ein, doch mal in den Jugendgruppen reinzuschnuppern.

Dann aber schrillte endlich der Alarm in Kehlens Schulhaus und von der Lehrerin kam das Kommando. „Feuerreihe!“. Das funktionierte perfekt und in Zweierreihen ging es schnurstracks hinaus aufs „sichere“ Gartengelände. Jede Klasse hatte ihren Platz und rasch wurde nachgezählt, ob auch wirklich alle da sind. „Bei unangesagten Übungen brauchen wir in der Regel zwei Minuten. Dann sind alle raus“, bestätigte Schulleiterin Andrea Rist und bekam viel Lob für das disziplinierte Verhalten ihrer Schützlinge. Für die Klassen eins bis drei war die Übung dann vorbei.

Die Viertklässler aber wurden im Löschfahrzeug vom stellvertretenden Abteilungskommandanten aus Kehlen, Marc Eggert, ins Feuerwehrhaus chauffiert. Das große Abenteuer „ Feuerwehr “ ging jetzt erst richtig los: In drei Gruppen sind sie angetreten, haben von Daniel Korn und Marie Amann Wissenswertes über den Notruf erfahren, sind im Beisein von Fabian Fischer und Stefan Amann durchs verrauchte Zimmer gerobbt und haben „Verletzte“ gerettet. Sie haben mit Daniela Dietrich und Marc Eggert auch den Hebel umgelegt am Strahlrohr und erfahren dürfen, wie es ist, wenn das Wasser mit ganz viel Druck nach draußen drängt.

„Das war so Klasse!“, war Lena fasziniert, vom Film der Feuerwehr. „Da war Lukas, der war erst Sechs“, sprach sie bewundernd, „der konnte schon ganz allein den Notruf absetzen und die Feuerwehr holen“. Prustend tauchten nebenan die Kinder aus dem verrauchten Zimmer auf und erkannten deutlich, wie schwierig es im Notfall sein kann, Verunglückte zu finden. Und warum die Disziplin so wichtig ist, um bei der Feuerwehr schlagkräftig Hilfe leisten zu können, wissen sie nun auch. Allesamt aber strahlten sie um die Wette, wetteiferten im „Rettungseinsatz“ um das beste Ergebnis und fassten Mut, im Notfall das Richtige zu tun.