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Umfahrung Meckenbeuren

Mit Video: Bohrungen geben Trasse der neuen B30 grobes Gesicht

Meckenbeuren / Lesedauer: 3 min

Das RP erhofft sich Aufschluss zum Untergrund durch Bodenproben aus 52 Bohrpunkten zwischen Senglingen und Löwental. Teils wird Material aus zehn Metern Tiefe entnommen.
Veröffentlicht:17.03.2023, 15:00

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50 Bohrpunkte auf der Gemarkung Meckenbeuren und deren zwei in Friedrichshafen sind dieser Tage mit Pfählen samt roter Markierung versehen. Sie kennzeichnen die Stellen, an denen der Untergrund untersucht wird — für eine nicht ganz unwichtige Straße.

Die Arbeiten erfolgen im Bereich der geplanten Strecke der B 30 zwischen Friedrichshafen und Eschach, umgangssprachlich B30–neu–Meckenbeuren.

Vor Ort ist im Auftrag des Regierungspräsidiums Geologin Anja Glatz sowie ein Kleinbohrgerät der Firma Baugrund Süd samt Mitarbeiter. Sie alle nehmen seit 13. März und wohl noch bis Anfang April die Bohrungen und Rammsondierungen vor — Bohrpunkt für Bohrpunkt.

Becherproben enthalten alles Relevante

Donnerstagnachmittag, ein Acker an der K 7719 westlich des Ravensburger Spielelands. Kleinbohrung Nummer 43 geht hier vor sich, und Anja Glatz hat bereits die Bohrkerne grob sondiert.


In Becherproben nimmt sie mit nach Tübingen, was der Untergrund hergegeben hat. Sand, Steine, Lehm? Letzterer ist in der hiesigen Landschaft überproportional vertreten, das dürfte auch hier nicht anders sein. Im Detail auswerten wird die bei sogenannte Bohransprache ein externes Labor in Tübingen.

Bohrpunkte in der Mitte des Achskorridors

Spannend ist für den Betrachter, dass sich mit den 52 Bohrpunkten eine Ahnung ergibt, wo die raumprägende Straße einmal entlangführt. Was mit Einschränkungen gilt, wie Martina Bitzer aus der Pressestelle des Regierungspräsidiums Tübingen klar macht: „Die Kleinrammbohrungen sind ungefähr auf der Mitte des Achskorridors der Vorzugsvariante Ost vorgesehen“, teilt sie auf Anfrage mit.

Genau beschriftet findet sich, was dem Boden entnommen und später in einem Tübinger Labor untersucht wird.
Genau beschriftet findet sich, was dem Boden entnommen und später in einem Tübinger Labor untersucht wird. (Foto: Roland Weiß)

Bei diesem Achskorridor handle es sich „jedoch um einen Arbeitsstand“. Die genaue Lage und Höhe könne sich im Laufe der Entwurfsplanung noch verschieben. „Mit der Auswahl der Bohrorte wird nicht die künftige Lage der Trasse festgelegt“ ist Martina Bitzer wichtig.

Ende 2023 lässt sich mehr sagen

Vielmehr werde die genaue Lage und Höhe in Abwägung vieler relevanter Belange in der Entwurfsplanung festgelegt.

Das Baugrundgutachten sei dabei eines von vielen erforderlichen Gutachten und Fachbeiträgen, die als Grundlage für die Erstellung des Vorentwurfs dienen.

Befragt zum Zeitplan, sagt sie: „Die Auswertung der Bohrungen wird voraussichtlich bis Ende des Jahres vorliegen.“

Südumfahrung Kehlen ist Teil der Trasse

Geografisch gesehen befindet die südlichste Bohrung im Bereich des Anschlusses Löwental. Begonnen wurde aber am anderen Ende der Trasse — im Bereich nördlich von Senglingen mit Bohrung Nummer 52.

Martina Bitzer wie Anja Glatz weisen darauf hin, dass in das Baugrundgutachten zudem Erkenntnisse bestehender Erkundungen einfließen.

Sie waren im Zuge vorheriger Straßenbaumaßnahmen erfolgt — beispielsweise vor dem Bau der Südumfahrung Kehlen. Auch sie ist ja in die neue B30–Trasse eingebunden — allerdings ist unklar, ob das große Brückenbauwerk über Schussen und Bahngleis dafür ausreicht.

Bauwerke verlangen besondere Tiefe der Bohrung

Zurück zu den jetzigen Bohrungen, bei denen der Bohrdurchmesser maximal etwa 80 Millimeter beträgt. Die Bohrungen bewegen sich im Tiefenbereich zwischen drei und zehn Metern. Wird besonders tief gebohrt (wie hier an der K 7719 kurz vor dem Hangenwald), deutet dies auf ein Bauwerk hin, mit dem die Straße gequert werden muss.

Wie ist der Untergrund beschaffen?

Hinzu kommen an bestimmten Stellen Rammsondierungen, mit den sich Rückschlüsse auf die Dichte des Bodens ergeben. Dabei wird ein Gestänge in den Untergrund gerammt: Ein Gewicht von 50 Kilogramm treibt die Stange in den Boden — stets aus einem Abstand von 50 Zentimetern fallend. Ein durchdringendes Geräusch, aber doch „relativ unspektakulär“, wie es Anja Glatz aus der Tübinger Abteilung für Straßenbau und Geotechnik treffend benennt.