StartseiteRegionalBodenseeMeckenbeurenMeckenbeuren verliert 0:6 — hat aber trotzdem viel Spaß

Testspiel gegen SCR Altach

Meckenbeuren verliert 0:6 — hat aber trotzdem viel Spaß

Meckenbeuren / Lesedauer: 6 min

Der Fußball–Bezirksligist kickt anlässlich des 111. Geburtstags gegen den SCR Altach. Gegen den österreichischen Erstligisten schlägt sich der TSV im ersten Durchgang achtbar.
Veröffentlicht:02.07.2023, 18:54

Artikel teilen:

Fußball–Bezirksligist TSV Meckenbeuren hat das Testspiel anlässlich seines 111. Geburtstages gegen den SCR Altach mit 0:6 verloren. Dabei schlugen sich die Hausherren auf der Winterhalter–Sportanlage gegen den österreichischen Bundesligisten insbesondere im ersten Durchgang mehr als achtbar und lagen lediglich mit 0:2 in Rückstand.

Dass es nach den ersten 45 Minuten auf dem aufgrund des immer wieder auftretenden Nieselregens etwas rutschigen Rasens aus TSV–Sicht gerade einmal zwei Gegentreffer gab, lag an der guten Defensivarbeit des Außenseiters.

Abwehrchef Manuel Müller und seine Mitspieler um Keeper Yannick Keckeisen verteidigten beherzt, brachten in den ersten 20 Minuten stets ein Bein oder ein anderes Körperteil dazwischen, sodass man zunächst das torlose Remis hielt. Darüber hinaus spielte dem Geburtskind aus dem Bodenseekreis vor 500 Zuschauern die fehlende Genauigkeit im Abschluss des Gegners in die Karten.

Teils beste Chancen für die Altacher

Von Beginn an ließ die Mannschaft von SCR–Coach Joachim Standfest die Kugel laufen und erarbeitete sich mitunter beste Chancen. Amir Abdijanovic und der großgewachsene Atdhe Nuhiu vergaben gleich mehrfach. Besser machte es Nuhiu allerdings in Minute 21, als er die Kugel willensstark über die Linie bugsierte — 0:1. Die Führung für den Favoriten — und das unmittelbar, nachdem Stadionsprecher Andy Ritter den grün–weißen Jungs Respekt zollte und „Weiter so!“ ins Mikro rief.

Und tatsächlich: Die Jungs von Trainer Steve Reger machten unbeirrt weiter und leisteten gegen den Ball eine derart intensive Arbeit, dass der eine oder andere schon früh die Hände in die Hüften stemmte.

Kapitäne unter sich: Alessandro Tschirdewahn (TSV Meckenbeuren, links) und Lukas Jäger (SCR Altach).
Kapitäne unter sich: Alessandro Tschirdewahn (TSV Meckenbeuren, links) und Lukas Jäger (SCR Altach). (Foto: Samuel Elsässer)

Doch es gab auch Lichtblicke aus Sicht des Gastgebers, wie beispielsweise einen falschen Einwurf von SCR–Verteidiger Constantin Reiner (11.) oder ein gelungenes Dribbling von Patrick Müller gegen Altachs Neuzugang Christian Gebauer, das Müller in Minute zehn ein Grinsen ins Gesicht zauberte. „Das Spiel war ein einmaliges Erlebnis für alle Spieler. Sehenswert beim Gegner waren vor allem der Körpereinsatz, das Tempo, die Technik und die Kommunikationen untereinander“, sagte Müller hinterher.

Familiäres Miteinander statt bissiges Gegeneinander

Ja, Altach war tonangebend, hatte wesentlich mehr Ballbesitz und übte auch nach gut einer halben Stunde weiterhin großen Druck auf den TSV–Abwehrverbund aus. Als es Djawal Kaiba aus der Distanz versuchte, konnte Meckenbeurens Schlussmann Keckeisen den Ball nur noch nach vorne abprallen lassen. Leichte Beute für Gebauer, der zum 2:0 für den „Fußballverein für Vorarlberg“ abstaubte.

Dieser hat auf seinem Bus übrigens die Eigenschaften „mutig, leidenschaftlich, familiär“ stehen und ging auch in der Schlussphase des ersten Durchgangs so zu Werke. Heißt: Die Standfest–Elf suchte nach wie vor den direkten Weg zum gegnerischen Tor, schlug viele Flanken aus dem Halbfeld oder kombinierte sich durch die Mitte — einzig der dritte Treffer landete trotz aussichtsreicher Gelegenheiten nicht auf der Spielnotizkarte von Schiedsrichter Jan Wenzel, der mit seinem Gespann einen eher ruhigen Abend erlebte. Denn es ging stets fair zu, war also mehr ein familiäres Miteinander als ein bissiges Gegeneinander.

Das Freundschaftsspiel zwischen dem TSV Meckenbeuren und dem SCR Altach lockte viele Zuschauer an.
Das Freundschaftsspiel zwischen dem TSV Meckenbeuren und dem SCR Altach lockte viele Zuschauer an. (Foto: Samuel Elsässer)

Zur zweiten Halbzeit tauschte Altach einmal komplett durch, während Steve Reger bereits nach 40 Minuten die ersten Wechsel vornahm. Und, die zweite Halbzeit war noch keine fünf Minuten alt, da kamen beim TSV abermals frische Kräfte in die Partie. Derweil zeigte sich der Brasilianer Gustavo Santos für das dritte Tor verantwortlich, als er in Minute 56 einnickte.

Keine zwei Minuten später erhöhte Damian Maksimovic auf 4:0, als sich der inzwischen im TSV–Tor stehende Burhan Palloshi beim platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze vergeblich streckte. Derweil mussten die inzwischen ausgewechselten TSV–Akteure oder die „Meckaner Jungs“, die noch gar nicht zum Einsatz gekommen waren, sogar Autogramme schreiben.

Alle haben Spaß am Spiel

Die Musik auf dem Feld machte auch in der Schlussphase der Sportclub Rheindorf aus der Alpenrepublik, der weiterhin gute bis sehr gute Chancen hatte. In der 73. Minute stand es folgerichtig 5:0 für den SCRA, als Lukas Gugganig aus kurzer Distanz vollendete. Den Schlusspunkt zum 6:0–Endstand besorgte Mike Bähre per Strafstoß (90.).

Kaum war die Partie abgepfiffen, klatschte man glücklich miteinander ab und kam zum Gruppenfoto vor dem Banner „Hier regiert grün–weiß!“ zusammen. Regieren ja, aber gewonnen hatten die anderen. Also, zumindest, was das reine Ergebnis angeht. Denn bei diesem Jubiläumsspiel gab es am Ende eigentlich nur Sieger. „Für uns stand im Vordergrund, so viele Spieler wie nur möglich einzusetzen. Trotz der 0:6–Niederlage war der Event einfach eine rundum gelungene Sache“, bilanzierte Steve Reger.

Gruppenfoto vor dem Banner „Hier regiert grün-weiß!‟: Gewonnen hat das Freundschaftsspiel beim TSV Meckenbeuren allerdings der österrichische Erstligist SCR Altach mit 6:0.
Gruppenfoto vor dem Banner „Hier regiert grün-weiß!‟: Gewonnen hat das Freundschaftsspiel beim TSV Meckenbeuren allerdings der österrichische Erstligist SCR Altach mit 6:0. (Foto: Samuel Elsässer)

„Schön, dass alle mit angepackt haben im Vorfeld dieses Spiels. Das macht den Verein aus.“ Manuel Müller, der das Spiel organisierte, fasste die 90 Minuten wie folgt zusammen: „Es hat richtig Spaß gemacht, auch was das Bestreben angeht, das Gedankenschnelle des Gegners zu unterbinden und dagegen zu arbeiten. Ich glaube, wir haben uns insgesamt gut angestellt. Falls ein ähnlicher Gegner sich bereitfühlt, hier beim TSV gegen uns zu spielen, können wir das gerne machen. Aber jetzt freuen wir uns auf die versprochene Kiste der TSG Ailingen.“

Der Ligakonkurrent aus der Nachbarschaft hatte sich direkt von der Saisonabschlussfahrt auf Mallorca beim TSV gemeldet und versprochen einen auszugeben, falls Meckenbeuren unter 0:8 bleibt. Joachim Standfest meinte zum Spiel: „Wichtig war, dass wir zu unseren Chancen gekommen sind. Aufgrund einer recht kurzen Vorbereitung müssen wir sofort Gas geben — und das hat man gesehen. Das Spiel war eine willkommene Abwechslung für uns. Die Transfers, die wir getätigt haben, werden uns weiterhelfen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den großen Umbruch meistern.“ Sollte das gelingen, dürfte der SCR Altach in der kommenden Spielzeit weniger lange um den Klassenerhalt zittern müssen als in der Vorsaison. Anschließend wurde gemeinsam gefeiert.

Testspiel: TSV Meckenbeuren — SCR Altach 0:6 (0:2)

Tore: 0:1 Atdhe Nuhiu (21.), 0:2 Christian Gebauer (35.), 0:3 Gustavo Santos (56.), 0:4 Damian Maksimovic (58.), 0:5 Lukas Gugganig (73.), 0:6 Mike Bähre (90., Strafstoß). — TSV Meckenbeuren: Keckeisen (49. Palloshi), Biesenberger (40. F. Müller, 78. Reizner), Tschirdewahn (69. Ochsenreiter), Fischer (40. Matjas, 78. Husin), Jansen (49. Serratore), Kautt (49. Stöckler), Kreuzer (40. Reutlinger, 78. Schmitt), Mathis (69. Schilcher), M. Müller (49. Ahmad), P. Müller (40. Marschall, 78. Walser), Zagrodzki (49. Dumler).