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Kreistagswahl

Kommt es zum Duell Elisabeth Kugel versus Georg Schellinger?

Meckenbeuren / Lesedauer: 4 min

Der Meckenbeurer Bürgermeister und seine Vorgängerin und die Stimmenkönigin von 2019 messen sich am 9. Juni auf getrennten Listen. So sehen sie die Situation.
Veröffentlicht:13.02.2024, 10:00

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Anziehungskraft übt der Kreistag seit langem auf Meckenbeurens Bürgermeister aus. Sollte es mit der Wahl am 9. Juni so sein, dass Elisabeth Kugel für die Freien Wähler und Georg Schellinger für die CDU beide ins Parlament des Bodenseekreises gewählt werden, so wäre es nicht der erste Fall, dass die Schussengemeinde durch zwei Bürgermeister (Ex- und aktuell) vertreten wird. Solches hatte es bereits von 2014 bis 2019 gegeben - damals saßen Roland Karl Weiß und sein Amtsnachfolger Andreas Schmid im gleichen Gremium. Vier Akteure, viele Aspekte...

Roland Karl Weiß: Der Meckenbeurer Schultes der Jahre 1985 bis 2010 ist jüngst 75 geworden. Von 1989 bis 2019 gehörte er drei Jahrzehnte lang dem Kreistag für die Freien Wähler an (viele Jahre als Fraktionsvorsitzender).

Prägend für die Freien Wähler

Von 1999 bis 2012 war Roland Weiß Kreisvorsitzender der Freien Wähler. Einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt wurde Bürgermeister Simon Blümcke aus Hagnau (heute Erster Bürgermeister in Ravensburg), auf den 2016 Volker Frede folgte - ebenfalls Bürgermeister in Hagnau, was später noch bedeutsam werden soll.

Andreas Schmid: Der Meckenbeurer Schultes der Jahre 2010 bis 2018 folgte auf Weiß im Amt und war Kreistagsmitglied von 2014 bis 2018. Dem Gremium gehörte er für die CDU an und wurde im Herbst 2018 vorzeitig von Andreas Huchler „beerbt“, da Schmid seinen beruflichen Schwerpunkt nach Frankfurt zur RheinMainBildung verlagerte.

Das beschäftigt Andreas Schmid dieser Tage

Seit Sommer 2022 hat Andreas Schmid die Leitung der Abteilung Quartiersarbeit bei der Stiftung Liebenau inne - zusätzlich zur Geschäftsführung der RheinMainBildung, die er zusammen mit Philip Kling ausübt.

Elisabeth Kugel: Als erste Frau im Bürgermeisteramt folgte sie 2018 auf Schmid. In den Kreistag zog Elisabeth Kugel bei der Wahl im Mai 2019 ein - mit 11.471 Stimmen gleich als „Stimmenkönigin“ unter den 469 Kandidaten im Bodenseekreis. Allein 7783 Voten für sie stammten aus Meckenbeuren.

Diese Folgen hat Fredes Hagnauer Liste

Trotz des Rücktritts als Bürgermeisterin im Jahr 2022 strebt die heute 52-Jährige an, das Amt als Kreisrätin fortzusetzen, empfindet sie dieses doch als personenbezogen. Dass sie hinter den Werten der Freien Wähler steht - das macht ein Schritt aus dem April 2023 deutlich. In Abwesenheit wurde Elisabeth Kugel bei der Jahresversammlung der Freien Wähler zur neuen Kreisvorsitzenden gewählt.

Dies in Nachfolge von Volker Frede: Hagnaus Bürgermeister will nämlich eine eigene Liste für die Region rund um Hagnau initiieren. „Meiner politischen Überzeugung bleibe ich damit natürlich treu, analog zu der Ausrichtung der Freien Wähler wird die Liste ebenfalls unabhängig und frei sein“, teilt er mit.

Volker Frede ist Bürgermeister in Hagnau.
Volker Frede ist Bürgermeister in Hagnau. (Foto: Yvonne Durawa)

Da der Kreisverband der Freien Wähler jedoch schwerpunktmäßig die Kreistagswahl zur Aufgabe hat, „sah und sehe ich darin einen möglichen Interessenskonflikt und habe mein Amt zur Verfügung gestellt“, blickt Volker Frede zurück.

Elisabeth Kugel geht „das ganz entspannt an“

Wer auf der 2019 achtköpfigen Kreistags-Liste der Freien Wähler im Jahr 2024 für Tettnang, Neukirch und Meckenbeuren zu finden ist, das offenbart sich am 13. März bei der Nominierungsversammlung in Bermatingen-Ahausen. Bekannt ist, dass Elisabeth Kugel und Regine Rist im Wahlbezirk VI kandidieren.

Befragt nach ihren 11.471 Stimmen von 2019 sagt Kugel: „Das wird nicht mehr so sein“, um lachend hinzuzufügen, „ich gehe das ganz entspannt an“. Dass Georg Schellinger auch kandidiert, findet sie „richtig gut“ - gehe es doch im Kreisparlament auch darum, das Wohl der Gemeinde Meckenbeuren zu vertreten.

Das unterscheidet Georg Schellinger von Bruno Walter

Georg Schellinger: Im Mai 2022 mit Dreiviertel-Mehrheit zum Bürgermeister gewählt und seit August 2022 im Amt will der 44-Jährige Meckenbeuren mit starker Stimme im Kreistag vertreten. Seit 2023 ist er CDU-Mitglied und nennt als Gründe dafür: „Ich finde es grundsätzlich interessant, wenn man in einer Partei ist, die in Land, Bund und Europa vertreten ist - interessant auch im Sinne der Gemeinde. Aber es braucht natürlich auch eine Überzeugung, sonst macht man es nicht.“

Kein Problem ist, dass Schellinger in Ailingen wohnt und in Meckenbeuren kandidiert - also in einem anderen Kreistags-Wahlbezirk. Relevant ist nämlich nur, dass er wahlberechtigt und im Bodenseekreis wohnhaft ist - was beispielsweise für Tettnangs Ex-Bürgermeister Bruno Walter nicht zutraf, da er seinen Wohnsitz im Kreis Ravensburg hat(te).

Interessen von Kreis und Gemeinde vertreten

Als Duell empfindet es Georg Schellinger übrigens in keinster Weise, wenn er wie seine Vorgängerin am 9. Juni auf den Wahlzetteln stehen. „Wir spielen im gleichen Bereich“, verweist er darauf, dass beide die Interessen des Bodenseekreises wie der Gemeinde Meckenbeuren zu vertreten suchen.


Im Wahlbezirk VI, der neun Plätze aufwies, waren 2019 drei Vertreter aus Meckenbeuren ins Kreisparlament eingezogen – neben Elisabeth Kugel der im Frühjahr 2020 verstorbene Dr. Josef Sauter (CDU) sowie Ingrid Sauter für die SPD. Letztere wird nicht mehr für den Kreistag, wohl aber für den Gemeinderat kandidieren.