Narrenzunft

In Reute flammt eine Tradition wieder auf

Meckenbeuren / Lesedauer: 3 min

Nach vier Jahren Pause: Ortsansässiges Team um Hans-Dieter Buchmüller bereitet den Funken 2019 vor
Veröffentlicht:28.12.2018, 16:49
Aktualisiert:22.10.2019, 13:00

Von:
Artikel teilen:

„Wir wollen ein Stück Brauchtum retten“, sagt Hans-Dieter Buchmüller mit Blick auf den 10. März 2019. Dann wird es in Reute wieder einen Funken geben, nachdem der letzte offiziell 2015 von der Narrenzunft Schussenbole organisiert worden war. Nun hat sich eine Gruppe „Reutener Funken-Buben“, wie sie Buchmüller nennt, zusammengefunden, die unabhängig von Vereinen und Gruppierungen der Tradition zu ihrem Recht verhelfen wollen.

Die größte Hürde haben sie wohl genommen: Ein Standort ist mit der großen Wiese in der Sonnenstraße gefunden. Gegenüber vom Wohnhaus von Michaela und Hans-Dieter Buchmüller ist sie gelegen, und von Eigentümern (Gemeinde/privat) wie Pächtern liegen die Zusagen vor. „Hut ab“, sagt Buchmüller angesichts des unkomplizierten Verhaltens bei Gemeinde wie Nachbarn.

Als einstiger Funkenmeister (bis 2012) kennt er die Abläufe, Erfordernisse und Fallstricke. Damals war der Funken noch am alten Platz nahe Lehles Besenwirtschaft angezündet worden, ehe dies aus Gründen des Abstandes und des Umweltschutzesnicht mehr möglich war. Das Bedauern war damals groß, sodass am Gumpigen 2016 in der „Schäbigen“ ein Aufruf zum Funkenabbrennen im kleinen Stil erging, der auf große Resonanz stieß.

Vielfach ist Hansi Buchmüller seither angesprochen worden – dass der Funken in Reute nicht sterben dürfe. Die Platzfrage zu klären, erwies sich als „A und O“. Abstände gilt es einzuhalten (50 Meter zur Wohnbebauung, 100 zu übergeordneten Straßen) – und natürlich für eine Infrastruktur zu sorgen, die dem erhofften Interesse der Funkenfreunde standhält. Auf Zelte wollen die Reutener verzichten, stattdessen soll die Bewirtung im und am Fachwerkstadel erfolgen.

In der Sonnenstraße wird jetzt schon fleißig gesammelt

Wichtig bei all dem: die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Gefreut hat sich Buchmüller, dass sich etliche jüngere Reutener einbringen. Drei Köpfe zählt das engere Orga-Team, ergänzt um acht bis zehn Funkenbauer, von denen jeder seine Aufgabe und Zuständigkeit hat. Und da alle Helfer aus der Bekanntenschar und Nachbarschaft stammen, sind es kurze Wege, um sich abzustimmen.

Hervor hebt Hans-Dieter Buchmüller bei den jüngsten Aktivitäten die Firma Simon Müller aus Sattelbach. Mit riesigen Traktoren und Anhängern hat sie Material (vor allem Paletten) von hiesigen Firmen abgeholt und zum Sammelplatz gebracht.

Die Ausmaße lassen jetzt schon staunen – und ein wichtiger Termin folgt ja erst noch: Am Samstag, 12. Januar, sind die Reutener Funkenbuben ab 9 Uhr im Gebiet Reute, Kehlen, Buch mit Traktoren und Hängern unterwegs, um Christbäume einzusammeln. Wer mag, darf den Baum gerne am Sammelplatz in der Sonnenstraße vorbeibringen.

Und auch für den Ablauf am Funkenwochenende selbst sind die Vorbereitungen schon weit gediehen. So wird der Aufbau am Samstagabend beginnen, dann aber im Hauptteil den Sonntagvormittag (10. März) in Beschlag nehmen. Was ebenso für die Stände gilt, die alle von privater Seite stammen.

Um 19 Uhr wird der Funken dann angezündet. Vorstellen kann sich Hansi Buchmüller, dass die Kinder in einem kleinen Umzug zum Funkenplatz gelangen. Angesagt zur Unterhaltung hat sich eine Abordnung der Reutener Funkenmusik.

Für jene, die mit dem Auto kommen, ist der Norma-Parkplatz in der Nähe. Denn schließlich „sind alle eingeladen, die Lust und Laune haben“, freut sich Hans-Dieter Buchmüller darauf, eine wichtige Reutener Tradition aufleben zu lassen.

Winteraustreiben

Hier lodern und sprühen die Funken

qMeckenbeuren

Besenwirtschaft

Und wieder endet eine Tradition

qMeckenbeuren

Umweltschutzgrund

Der Funken in Reute soll wieder brennen

qMeckenbeuren

Narrenzunft

Wenn die Hexe verbrennt, weicht der Winter

qMeckenbeuren