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Brochenzell wird zu Humpishausen

Meckenbeuren / Lesedauer: 2 min

Masken und Hästräger, Musikgruppen und Lumpenkapellen und jede Menge kostümierte Narren auf der Straße. Das kann nur Brochenzell sein. Wir zeigen viele Bilder vom Umzug.
Veröffentlicht:11.02.2024, 19:00

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„Humpis Ahoi!“ - so lautete gestern Mittag der Spruch beziehungsweise der Narrenruf der Stunde. Die Narrenzunft Brochenzell hatte zu ihrem traditionellen Narrensprung nach Humpishausen, wie der Meckenbeuren Ortsteil während der Fasnet genannt wird, eingeladen und mehrere Tausend Besucher wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum: die Springerhexen aus Brochenzell.
Feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum: die Springerhexen aus Brochenzell. (Foto: Kerstin Schwier)

Dicht gedrängt säumte Jung und Alt den Wegesrand und bejubelte die über 3500 Häs- und Maskenträger, Musik- und Lumpenkapellen, Tanzgarden und Fanfarenzüge. Zum Endspurt der diesjährigen, recht kurzen Fasnetsaison gaben nicht nur die Narren, sondern auch die bestens gelaunten Zuschauer noch einmal alles.

61 Gruppen verwandeln den Ort

In allerschönster Feierlaune wurden die Teilnehmer des Umzuges angefeuert. Nicht weniger als 61 Gruppen waren an diesem Tag nach Brochenzell gekommen und verwandelten den Ortsteil für einige Stunden zur absoluten Narrenhochburg. Auch wenn die Sonne an diesem Tag überall schien, nur nicht in Brochenzell, tat das der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch.

Wenigstens hatte sich der trübe Nieselregen vom Vormittag weitgehend verzogen und so konnte der närrische Lindwurm am Mittag pünktlich um zwei bei trockenem Wetter starten. Ausgangspunkt war der Meckenbeurer Bahnhof. Von hier aus zog die närrische Karawane die Eselsbrücke hinauf, marschierte weiter über die Schussenbrücke hinein nach Brochenzell, um letztlich an der Eugen- Bolz Grundschule zu enden.

Vorneweg, gleich hinter dem Sprecherwagen, eröffneten die Reiter der Reitergruppe Brugg vom Bucherhof den närrischen Reigen. „Ross-Bolla“ hieß es da hoch vom Pferderücken und manch einer wunderte sich, wie ruhig die edlen Rösser trotz des lauten Trubels blieben.

Kunststücke der Hexen

Gleich danach folgte nach dem Fanfarenzug Brochenzell in seinem königlichen Häs mit „Humpis-Ahoi!“ die gastgebende Zunft mit Zunftwagen und Büttel Markus Bruder vorneweg. Es wimmelte nur so von Humpis- und Schlossnarren, Humpishexen und Kräuterweible. Dabei sorgten die akrobatischen Kunststücke der Springerhexen, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern, wieder einmal für Furore.

Bob- Fahren war bei den Brunnisachhhexen aus Fischbach angesagt.
Bob- Fahren war bei den Brunnisachhhexen aus Fischbach angesagt. (Foto: Kerstin Schwier)

So ging es Schlag auf Schlag weiter. „Ali-Gero“, Narri-Narro“, „Dettlong-Dolang“, „Kilchberg-Ahoi“ oder „d`Welle kommet-dugget euch“ - riefen die Narren und die Zuschauer blieben die Antwort nicht schuldig. Ob aus dem benachbarten Kehlen, Ettenkirch, Ailingen, Bitzenhofen, Kressbronn oder Oberdorf - von überall her waren sie nach Brochenzell gekommen, um gemeinsam zu feiern.

Im Anschluss an den großen Narrensprung ging es, genau wie schon am Gumpigen, auf dem Schlossplatz und in dem Zelt vor der Humpishalle mit dem munteren Treiben und weiteren Showacts weiter. Auch die legendäre Waldschenke bewirtete an diesem Tag noch einmal zahlreiche Gäste.