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Kulturschuppen

40 Jugendliche diskutieren mit Gemeinderäten

Meckenbeuren / Lesedauer: 3 min

Positive Bilanz bei 1. Meckenbeurer Jugendkonferenz: Überdachter Jugendplatz dringend gewünscht
Veröffentlicht:02.02.2018, 19:31

Von:
  • Schwäbische.de
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Auch wenn es noch die ein oder andere Sache gibt, die geändert oder verbessert werden sollte – die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Meckenbeuren leben gern in ihrer Gemeinde und fühlen sich dort wohl. Das ist die positive Bilanz aus der ersten Meckenbeurer Jugendkonferenz (JuKon).

Diese fand gestern im Kulturschuppen am Gleis 1 statt. Über 40 Jugendliche und junge Erwachsene waren bereits am Morgen in den Kulturschuppen gekommen und beschäftigten sich den ganzen Tag über mit Themen ihrer Heimatgemeinde. Zu der Veranstaltung eingeladen hatte das Jugendreferat Meckenbeuren und Bürgermeisterin Elisabeth Kugel . Denn auch Jugendliche haben laut Paragraf 41 der Gemeindeordnung das Recht, an politischen Themen der Gemeinde, die sie betreffen, beteiligt zu werden.

Fand bislang die Kinder- und Jugendbeteiligung in Meckenbeuren vor allem in Form der „Gemeindedetektive“ (Dritt- und Viertklässler) statt, so waren nun die etwas Älteren an der Reihe. An 1170 Jugendliche der Gemeinde im Alter von 14 bis zwanzig Jahren waren im Vorfeld Einladungen verschickt worden. Dass letztlich nur 40 den Weg in den Kulturschuppen fanden, ist für Jugendreferatsmitarbeiter Nils Kaeding dennoch ein sehr guter Anfang. Schließlich sei es generell schwierig, Menschen zur Mitarbeit zu motivieren. Er baue vielmehr darauf, dass die Teilnehmer ihre positiven Erlebnisse weiter erzählen und bei der nächsten JuKon, die sicherlich stattfinden wird, noch mehr kommen.

„Voll cool, dass ihr da seid. Dass so viele da sind. Ich hoffe, ihr habt Bock. Ich hab auf jeden Fall Bock“, begrüßte Kaeding die Jugendlichen am Morgen bevor er sein Team vorstellte. Neben Bürgermeisterin Elisabeth Kugel waren vom Jugendreferat Ralf Schwaiger, Stefan Janezic, Praktikantin Diana Gedo und Schulsozialarbeiterin Manuela Mayer anwesend. Udo Wenzel, Fachberater für Jugendbeteiligung aus Freiburg und in dieser Funktion bereits mehrfach in Meckenbeuren tätig, leitete und moderierte die JuKon.

Gute Radwege und Jugendcafé

Nach einigen Aufwärmübungen im Raum zur allgemeinen Auflockerung folgte ein „Info- Block“, in dem die Teilnehmer unter anderem lernten, dass Kommunalpolitik für Schüler ab der achten Klasse mittlerweile im Bildungsplan verankert ist. Auch Bürgermeisterin Kugel betonte, wie wichtig es sei, dass sich alle Generationen in der Gemeindepolitik einbringen. „Die Interessen der Jugend in der Erwachsenenwelt zu vertreten, ist kein Kinderspiel. Da ist Durchhaltevermögen gefordert und Begleitung erforderlich“, so Kugel. Nach einer intensiven Gruppenarbeitsphase, in der Stärken und Schwächen der Gemeinde analysiert, Konzepte erdacht sowie Möglichkeiten zu deren Realisierung erarbeitet worden waren, stellten die Jugendlichen nach der Mittagspause ihre Ergebnisse Mitgliedern des Meckenbeurer Gemeinderates und der Verwaltung vor.

Von allen Fraktionen waren Vertreter in den Kulturschuppen gekommen. Sie zeigten sich durchweg begeistert von „dieser intensiven und konstruktiven Arbeit“, wie es Anette Kramer (Freie Wähler) stellvertretend für alle auf den Punkt brachte. Vom „super Jugendcafé“, guten Radwegen, viel Vereinsleben bis hin zur „tollen Bürgermeisterin“ reichten die lobenden Worte der Jugendlichen. Doch sie hatten auch Kritikpunkte (schlechte Busverbindungen, wenig „Klamottenläden“, kein Mac Donald`s, kein Schwimmbad) und Wünsche. Hier wurde vor allem der Ruf nach einem überdachten Jugendplatz laut. Zur Umsetzung der Konzepte und Ideen soll ein Jugendrat gebildet werden, der die Anliegen der Jugendlichen im Gemeinderat vorträgt. Bereits in zwei Wochen wollen sich Jugendreferat, Bürgermeisterin, Fraktionsvertreter und über 20 Jugendliche wieder treffen, um die Ideen weiter zu entwickeln.