Tödliche Schüsse

Was wir über die Bluttat in Markdorf wissen – und was nicht

Markdorf / Lesedauer: 3 min

Woher hatte der Täter die Waffe? Wie war die Vorgeschichte des Ehepaars? Nach dem Verbrechen am Samstag gibt es viele Fragen – aber auch Antworten.
Veröffentlicht:24.01.2023, 19:00

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Nachdem am Samstag ein Mann eine 44-jährige Frau im Geschäft Megamix erschossen hat, ist die Betroffenheit in Markdorf immer noch groß. Mit einer eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe versucht die Polizei, die Tat schnellstmöglich aufzuklären.

Auf Anfrage teilen die Beamten am Dienstag den aktuellen Stand der Ermittlungen mit – und erklären, warum manche Fragen zunächst unbeantwortet bleiben müssen.

Was ist über den Tatverdächtigen bekannt?

Polizisten nahmen einen 47-jährigen Mann fest. Er hat einen albanischen Pass und ist laut Polizei der Ehemann der getöteten Frau. Allerdings lebten sie getrennt voneinander. Zum Zeitpunkt der Tat soll er betrunken gewesen sein.

Wohnhaft ist der 47-Jährige im Landkreis Sigmaringen, wie Oliver Weißflog, Sprecher des Polizeipräsidiums Ravensburg, mitteilt. „Nähere Informationen dazu nennen wir aufgrund des Persönlichkeitsschutzes nicht“, sagt er. Ob der Mann schon vor der Tat bei der Polizei bekannt gewesen ist, sei derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Wer ist die getötete Frau?

Die 44-jährige Frau war Mitarbeiterin des Geschäfts Megamix in der Hauptstraße, in dem sich auch die Markdorfer Postfiliale befindet. Bekannt ist, dass die Frau Mutter eines Kinds war.

Weitere Informationen teilt die Polizei – Oliver Weißflog nennt auch hier den „Persönlichkeitsschutz“ als Grund – nicht mit. Und auch die „Schwäbische Zeitung“ veröffentlicht aus Rücksicht auf die Angehörigen der Getöteten zunächst keine weiteren Details.

Woher hatte der Mann die Tatwaffe?

Ob der Tatverdächtige die Berechtigung hat, eine Waffe zu tragen oder ob er sie sich illegal besorgt hat, bleibt bislang unklar. Ebenso der Typ der Waffe.

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Das Verbrechen geschah am Samstag im hinteren Teil des Geschäfts. (Foto: David Pichler)

Die Ermittler wollen erst die Obduktion der Leiche abwarten, bevor sie zu diesem Thema weitere Details nennen. Die Autopsie wird laut Oliver Weißflog im Lauf des Dienstags beendet sein, weitere Informationen kündigt der Polizeisprecher für den Mittwoch an.

Wie lief die Tat ab?

Das Verbrechen geschah im hinteren Teil des Geschäfts. Der Mann ließ sich mit einem Taxi zum Megamix fahren und betrat den Laden. Es gab einen kurzen Streit, dann griff der Tatverdächtige laut Polizei zur Schusswaffe und feuerte mehrfach auf die 44-Jährige.

Der 47-Jährige war dabei alkoholisiert. Welchen Blutalkoholwert er hatte, teilt die Polizei nicht mit. „Das muss dann beim Gerichtsverfahrens im Rahmen der Schuldfähigkeit beurteilt werden“, so Oliver Weißflog.

Was ist über die Flucht bekannt?

Nach der Tat verließ der 47-Jährige das Geschäft und ließ sich vom Taxi wegfahren. Gegenüber dem Fahrer oder der Fahrerin des Taxis habe er keine Gewalt angewandt oder Drohungen ausgesprochen, sagt Oliver Weißflog.

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Nachdem die Polizei alarmiert war, fahndete sie nach dem Mann. Festgenommen wurde er schließlich – ohne Widerstand zu leisten – in Pfullendorf. Wo konkret die Festnahme erfolgte, ob im Taxi oder anderswo, dazu sagen die Beamten bislang nichts.

Auch hierzu soll nach der erfolgten Obduktion mehr mitgeteilt werden. Seit Sonntag sitzt der Tatverdächtige auf Anordnung eines Haftrichters in Untersuchungshaft.

Hat die Polizei schon alle Zeugen vernommen?

Die Polizei ruft immer noch eindringlich dazu auf, dass sich Zeugen der Tat bei der Kripo in Friedrichshafen unter Telefon 07541/7010 melden sollen. „Nach unseren Erkenntnissen müssten sich noch mehr Personen in dem Geschäft befunden haben, als sich bisher gemeldet haben“, sagt Polizeisprecher Weißflog.

Seit einem Aufruf am Wochenende hätten sich zwar schon einige weitere Hinweisgeber gemeldet, trotzdem erneuere die Polizei nochmals ihre Bitte.