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Pflegetreff

Pflegetreff braucht Unterstützung

Bermatingen / Lesedauer: 3 min

Initiatorin Gerda Dilger sucht Sponsoren für Projekt Solidarität mit Pflegehelfern
Veröffentlicht:30.04.2014, 17:40

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Einmal im Monat kommen osteuropäische Pflegehelferinnen im Mehrgenerationenhaus Markdorf zu einem Treffen zusammen. Hier können sie sich austauschen, ihre Sorgen und Nöte erzählen, aber auch Positives berichten. Zusätzlich bietet das Projekt der Caritas-Konferenz im Dekanat Linzgau wöchentlich einen Deutschkurs an. Im Schnitt kommen jedes Mal zwischen sieben und zehn Pflegehelferinnen zu Kurs und Austausch. Nur: Die Anschubfinanzierung ist inzwischen ausgelaufen. Nun sucht Initiatorin Gerda Dilger dringend nach Sponsoren und Spendengebern.

Sie war es, der die vielfach belastende Situation der Pflegerinnen und Pfleger aus Polen und Bulgarien aufgefallen ist. Seit Jahrzehnten ist die Bermatingerin in ihrem Heimatdorf im Besuchsdienst katholischer Frauen aktiv. Bei diesen Visiten in Haushalten mit oftmals betagten und kranken Menschen bekam sie Kontakt zu den ausländischen Pflegekräften. „Dabei hatte ich das eine oder andere Mal den Eindruck, dass die Frauen und Männer alles andere als glücklich sind in ihrer Situation“, sagt sie.

Durch die vielen Dienstzeiten oft rund um die Uhr vereinsamen die ausländischen Helfer, auch mangels Deutschkenntnissen haben sie niemanden zum Reden. „Oft kannten sich die Pflegehelfer, die im selben Ort eingesetzt waren, nicht einmal“, sagt Dilger.

Seit Juni 2013 gibt es nun die wöchentlichen Sprachkurse plus Treffen im Mehrgenerationenhaus. Zum ersten Treff kamen nur zwei Pflegehelfer, mittlerweile sind es jedesmal fast zwei Handvoll. Der Großteil kommt aus Markdorf und Ittendorf, doch auch Helfer aus Bermatingen und Ahausen, Langenargen und Owingen sind dabei.

Gerda Dilger macht den Fahrdienst und holt und bringt die Pflegehelferinnen nach Markdorf. Dabei wird sie von weiteren Frauen unterstützt. Die Deutschlehrerin Sabine Gebhard bekommt eine Aufwandsentschädigung, die Raumnutzung im Mehrgenerationenhaus kostet, dazu die Getränke zum Kurs und Kaffee und Kuchen zum Monatstreff. Das Startkapital vom CKD-Verband ist aufgebraucht. Dilger: „Ich kämpfe jetzt um die Nachhaltigkeit dieses Projektes. Dafür braucht es gewisse Mittel.“ Dabei weist sie darauf hin, dass sehr sparsam gewirtschaftet wird. „Wir verklopfen das Geld nicht.“

Dekan Peter Nikola unterstützt aus dem Haushalt des Dekanats das Projekt „Gelebte Solidarität mit Pflegehelferinnen aus Osteuropa“, indem das Kilometergeld für die Fahrerinnen und die Getränke übernommen werden. Der größte Posten ist die Raumnutzungsgebühr. Hier ist Waltraud Zeller-Fleck vom Mehrgenerationenhaus bemüht, an Unterstützung durch Fördertöpfe zu kommen. Die Anfragen Dilgers bei den Arbeitsagenturen, die die Pflegekräfte vermitteln, sind bislang ohne Rückmeldung geblieben, wie sie sagt. „Ich hatte die Idee, jetzt habe ich die Arbeit und muss mich auch noch ums Geld kümmern.“

Wie wichtig ihr Engagement ist – daran hat und hatte sie allerdings noch nie Zweifel. Wenn sie die Frauen sieht, wie sie sich begrüßen, wie rege der Austausch ist, wie sie sich tragen und stützen, dann weiß Gerda Dilger, dass ihr Anstoß richtig war. Und wenn sie die vielen Fragen hört, die beim Monatstreff gestellt werden und auch manche Sorgen auf den Tisch kommen, dann ist sie sicher, dass es weitergehen muss.

Wer das Projekt unterstützen oder sich einbringen will, kann sich an Gerda Dilger wenden. Sie ist telefonisch zu erreichen unter der Nummer 07544/72120 oder per Mail:

[email protected]