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Lebenshilfe wird in der Bibliothek immer wichtiger

Markdorf / Lesedauer: 3 min

Lebenshilfe wird in der Bibliothek immer wichtiger
Veröffentlicht:06.02.2012, 19:30

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Über 160000 Ausleihen im Jahr 2011 – das findet Bibliotheksleiterin Kornelia Schaub „erstaunlich“. Denn diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr erneut um 14 Prozent gestiegen, und das kontinuierlich in den vergangenen viereinhalb Jahren seit Eröffnung der neuen Bibliothek im Bildungszentrum. Mit einer reinen Schulbibliothek hat diese Einrichtung jedoch nichts mehr gemein. 72 Prozent der Ausleihen geschehen durch externe Nutzer. Vor allem Markdorfer gehören dazu, aber auch Leser aus Kluftern, Bermatingen, Salem und Überlingen. Sogar eine Kölnerin hat einen Benutzerausweis der Markdorfer Bibliothek. „Sie kommt öfters zu ihrer Freundin zu Besuch und nutzt dann unser tolles Angebot, wie sie sagt“, erzählt Schaub – durchaus stolz.

„Herzklopfen“ – das bekommen vor allem jüngere Nutzer der Bibliothek. Das gleichnamige Buch von Henriette Wich gehört mit 26 Ausleihen zu den beliebtesten Jugendbüchern in 2011 (siehe Blick). 63438 Medien sind im Angebot, eine Zahl, über die das Bib-Team gar nicht so erfreut ist. „Das ist zu viel“, erklärt Kornelia Schaub. Derzeit seien sie und ihre Mitarbeiterinnen kräftig am Ausmisten, um mehr Platz zu schaffen. Ideal seien 60000 Medien, denn: „Dann können wir unseren Bestand besser präsentieren.“ Und: Je besser die Präsentation, desto verstärkt würden die Bücher ausgeliehen. Die elektronische Erschließung über den Computer sei ebenso sinnvoll, greife aber vor allem dann, wenn die Nutzer etwas zu einem bestimmten Thema suchen würden.

Auffallend in 2011 sei gewesen, dass Sachliteratur wieder mehr zugelegt habe und deutlich öfters ausgeliehen worden sei. Vor allem Literatur zum Thema Demenz sei stark nachgefragt worden, ebenso wie Ratgeber zu anderen Gesundheitsfragen – von Burnout bis Rückenschmerzen. Ebenso hoch im Kurs sind Erziehungsratgeber.

Die Neuanmeldungen an Lesern ist 2011 im Vergleich zu den Vorjahren etwas zurückgegangen: Es waren 790 (2010: 869, 2009: 1050). Schaub geht davon aus, dass diese Zahl wieder steigen wird, wenn das neue Baugebiet Markdorf Süd in direkter Nähe zum Bildungszentrum voll bezogen sein wird. Auf dieses Klientel hat sich die Bibliothek schon eingestellt und wird es weiter tun. Literatur und Zeitschriften der Bereiche Hausbau und Heimwerk seien bereits jetzt ein großes Thema. Sicherlich erweitern wird die Bibliothek den Bestand an Bilderbüchern. „Die, die wir haben, sind praktisch ständig ausgeliehen.“

Rund 50000 Euro umfasst das Budget der Bibliothek. Diese Kosten dritteln sich auf Landkreis, Stadt und den Hauptschulverband. Dazu kommt ein Betrag von etwa 6000 Euro durch Mahngebühren und Reservierungskosten. Ein Antrag auf einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 7000 Euro bei der Stadt Markdorf ist beantragt. Kornelia Schaub ist zuversichtlich: „Die vergangenen Jahre wurde dieser Antrag immer positiv beschieden.“ Mit dieser Summe werden Neuzugänge finanziert, ebenso wie Büromaterial. Neue Rechner sollen in diesem Jahr angeschafft werden, rund zehn Stück. Noch hofft die Bibliotheksleiterin, dass sie die Kosten dafür aus einem anderen Topf bezahlt bekommt. Sonst muss sie an den Neuwerbungen sparen.