Verkaufsplattform

Kokain aus Darknet bestellt und verkauft

Markdorf / Lesedauer: 2 min

26-Jähriger zu Haftstrafe verurteilt
Veröffentlicht:30.01.2019, 16:03
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Ein Jahr lang hat ein 26-jähriger Mann aus dem Bodenseekreis zwei Abnehmer aus Überlingen und dem Raum Singen mit großen Mengen Kokain und Amphetamin versorgt, die er unter einem Decknamen bei verschiedenen Verkaufsplattformen des Darknets bestellte. Dafür stand er nun vor dem Landgericht Konstanz.

Die Pakete ließ der Mann direkt an die Adressen der Abnehmer schicken. Die Preise dafür berechnete er mit einer entsprechenden Gewinnspanne, um seinen eigenen Konsum und seine Lebenshaltung zu finanzieren. Im Laufe dieses Jahres machte er mit den Drogenverkäufen 35 150 Euro Gewinn. Zum Bezahlen traf er seine Kunden persönlich in Überlingen oder auf einem Supermarktparkplatz in Aach. Mit der Verurteilung zu insgesamt vier Jahren und zehn Monaten Haft ordnete das Landgericht Konstanz jetzt auch die Einziehung dieser Summe sowie eine Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt an. In ihrem Gutachten beschrieb eine vom Gericht beauftragte Sachverständige den 26-Jährigen als „schwer abhängig“ und befürwortete eine Unterbringung im Maßregelvollzug.

Sofortiges Geständnis

Auf seine Spur kam die Kripo Friedrichshafen nach Hinweisen von Kollegen in Ulm und Dortmund, nachdem die Verkaufsplattform AlphaBay aus dem Darknet im Jahr 2017 aufgeflogen war. Insgesamt 22-mal bestellte der 26-Jährige Kokain und Amphetamin in großen Mengen, zwei Bestellungen waren nur für ihn bestimmt. Er benutzte dazu mehrere Darknetplattformen, bei denen er stets unter dem gleichen Nutzernamen agierte, berichtete der sachbearbeitende Kriminalkommissar der Kripo. Vor Gericht legte der Mann sofort ein Geständnis ab. Bei der stockenden Schilderung seines Werdegangs brach er mehrmals in Tränen aus, und entschuldigte sich dafür: „Das ist die Anspannung“. Er berichtete, nach Alkohol auf dem Schulausflug sei er über das Kiffen irgendwann zum Konsum harter Drogen gekommen. Zuletzt sei gar nichts mehr „ohne“ gegangen. Wenn sie zu teuer waren, stieg er auf extrem starke Schmerzmittel um, die ebenfalls unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Er hat bereits fünf Monaten Untersuchungshaft hinter sich. Während der ersten Zeit des Entzugs sei es ihm sehr schlecht gegangen: „Ich dachte, ich sterbe“, flüsterte er.