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Gospelmesse

Gospelmesse als gesungenes Fest

Markdorf / Lesedauer: 2 min

Gospelmesse als gesungenes Fest
Veröffentlicht:19.10.2010, 17:45

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Sie kommt aus dem Rheinland. Sie singt Soul, Pop, aber auch Gospel. Und sie gewann die Herzen ihrer Zuhörer in der St. Nikolaus-Kirche von Markdorf. Gemeint ist Buki Domingos, die junge Sängerin mit afrikanischen Wurzeln, die am Wochenende zusammen mit dem Gospelchor der Singgemeinschaft Mühlhofen und dem Gospelchor Markdorf aufgetreten ist.

Samstagabend dirigierte Chorleiter Hans Jörg Walter die Gospelmesse von Ralf Grössler komponierte „Missa Parvulorum Dei“, die Messe der Kindlein Gottes“ in der Gehrenbergstadt, am Sonntagnachmittag dann in der katholischen Kirche von Seefelden.

„Kirche ist ein Ort der inneren Einkehr“, hatte Pater Paul DeBrant den Zuhörern erklärt, als er sie in St. Nikolaus begrüßte. „Kirche ist aber auch ein Ort, wo Feste gefeiert werden“, fügte der Geistliche hinzu. Und der erkennbare Ausdruck dieses Feierns sei die Messe. Vertraut seinen Messen von den hohen christlichen Feiertagen her. Gospel-Messen habe er jedoch noch keine gehört, gestand Pater Paul. Er sei sehr gespannt. „Vielleicht werden wir uns hinterher fragen“, fuhr DeBrant fort, „warum wir Gospelmessen nicht öfter zu hören bekommen.“

Beifall klingt frenetisch

Seine Ahnung hat Pater Paul DeBrant sicher nicht getrogen. Der geradezu frenetische Beifall nach dem neunten Satz, dem Final-Part, zeigte überdeutlich, wie begeistert das Publikum war von den beiden Chören aus Markdorf und aus Mühlhofen, von den Leistungen des sie begleitenden Kammerorchesters der Musikfreunde Markdorf, von der Bläsergruppe, zusammengestellt aus Schülern, Freunden und Lehrern der Musikschulen Markdorf und Uhldingen Mühlhofen, und vor allem vielleicht vom Gesang der Solistin, Buki Domingos.

Die zeigte sich ihrer tragenden Rolle innerhalb der von Ralf Grössler komponierten Messe jederzeit gewachsen. Mehr. Sie riss die Sängerinnen und Sänger der beiden Gospelchöre mit. Obwohl sich die Missa Parvulorum die nicht als reines Jubel-Stück darstellt. An manchen Stellen überwiegen ausgesprochen düstere Töne. Dieses gesungene Gebet tendiert zur Nachdenklichkeit. „Was ist der Mensch“, fragt der Gospel im zweiten Satz der Messe verwundert, „dass du seiner gedenkst und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“

Ein Teil der Antwort stand längst im Raum. Solistin Buki Domingos hatte sie gesungen. „From the lips of your children you have ordered praise“, von den Lippen deiner Kinder hast du dir Lob bestellt. Die kindliche Reinheit, die kindliche Klarheit gilt es anzustreben. Was der Sopranistin stimmlich ganz gewiss gelungen ist bei ihrem Auftritt in Markdorf. Der Doppelchor hat dieses Streben nachhaltig unterstützt und die Gospelmesse für die Zuhörer zu einem wahren Fest gemacht, von dessen Stimmung sie am Samstag auch noch mehr bekam durch die mit großem Nachdruck erklatschen Zugaben.