Taufplatz

60 Familien und 100 Kinder lassen sich gemeinsam taufen

Markdorf / Lesedauer: 2 min

Zum Jahr der Taufe lädt die Kirchengemeinde zur gemeinsamem Feier ein – Noch immer werden Helfer gesucht
Veröffentlicht:30.05.2011, 21:05
Aktualisiert:25.10.2019, 18:00

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1500 Anfragen, 100 Kinder, 60 Familien, 16 Kirchengemeinden und elf Taufplätze, so lässt sich das Bezirkstauffest am 6. Juli im Schloss Salem in Zahlen ausdrücken. Das Jahr 2011 ist in der evangelischen Kirche nämlich das Jahr der Taufe. Der Kirchenbezirk Überlingen/Stockach hat sich deswegen dazu entschieden, ein großes und vor allem zentrales Tauffest zu gestalten. Im Hof des Schlosses sollen dann, nach Gemeinden aufgeteilt, die Kinder und teils Jugendlichen vor beeindruckender Kulisse das Sakrament der Taufe erhalten.

Das Pfarrerehepaar Andreas und Christiane Quincke hat zu einem Gespräch eingeladen und gewährt Einblicke in den Hintergrund der Großveranstaltung. Die Markdorfer Gemeinde sei nämlich mit überdurchschnittlich vielen Familien und Kindern an dem Fest beteiligt. 16 Familien mit insgesamt 21 Kindern, also rund ein Fünftel, kommt aus der Gehrenbergstadt.

Doch warum ist die Bereitschaft so groß, sich gemeinsam taufen zu lassen? „Ich denke, das liegt hauptsächlich an der Tatsache, dass wir die Menschen angeschrieben haben“, sagt die Pfarrerin. In Markdorf sei es schon seit mehreren Jahren gängige Praxis, zentrale Tauffeiern zusammen mit anderen Familien zu veranstalten. An vier Terminen haben die Markdorfer die Wahl, sich taufen zu lassen. Schwierigkeiten bereite dabei natürlich die Vorbereitung, vor allem die Gespräche mit den Menschen.

Um sich auf die Taufe vorzubereiten, bietet die Markdorfer Kirche Seminare im Vorraus an. Bei diesen können sich die Familien kennenlernen. Sich über die Glaubensfrage austauschen zu können, sieht die Pfarrein als Mehrwehrt der zentralen Taufen an, auch wenn es bei diesem Thema oft zu Schwierigkeiten kommt: „Über den Glauben zu reden, ist ein größeres Tabu als über Sex zu reden.“ Wenn man dann allerdings erstmal mit anderen Familien ins Gespräch komme, würden sich diese Hemmungen in Luft auflösen. „Wenn sie dann bemerken, was der andere für eine Meinung dazu hat, fällt es ihnen immer einfacher“, empfindet es Pfarrer Andreas Quincke.

Ähnlich wie bei den Markdorfer Tauffeiern läuft auch das große Tauffest im Juli ab. Bereits am Samstag trafen sich die Familien aus der Gemeinde zum ersten Mal. Beim zweiten Treffen geht es dann um die Gestaltung der Taufe. Allerdings habe man hier nicht die komplett freie Hand über die Gestaltung des Gottesdienstes. Lediglich der Taufvorgang könne gestaltet werden, so Christiane Qunicke. Der Gottesdienst wird zu Beginn des Festes mit allen Menschen gemeinsam im Münster abgehalten. Die Taufplätze sind überall auf dem Schlossgelände verteilt. Nach den Taufen gibt es an drei Orten Gelegenheit zum Kaffeetrinken.