Örtchen

Standort für stilles Örtchen sorgt für Diskussionen

Langenargen / Lesedauer: 3 min

Gemeinderat entscheidet: Moderne WC-Anlage wird im Spielplatzbereich Obere Seestraße gebaut
Veröffentlicht:24.10.2017, 14:56
Aktualisiert:23.10.2019, 01:00

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Bei vier Gegenstimmen von SPD (Charlie Maier, Herbert Tomasi, Gertrud Reiß) und Grüne (Silke Falch) sowie einer Enthaltung (Andreas Vögele, CDU) haben die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Montag die Erstellung einer modernen WC-Anlage mit begrüntem Flachdach im östlichen Randbereich des Kinderspielplatzes grundsätzlich befürwortet. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 195 000 Euro netto. Die Maßnahme muss bis 30. April 2018 abgeschlossen sein.

Den Neubau einer barrierrefreien öffentlichen WC-Anlage im Bereich des Spielplatzes an der Oberen Seestraße haben die Gemeinderäte nach längerer Diskussion grundsätzlich beschlossen. Wie Bürgermeister Achim Krafft in seinen Ausführungen erklärte, sei die Maßnahme aufgrund des Standortes im SE-Gebiet förderungsfähig, 60 000 Euro seitens des Landes aktuell genehmigt. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass das Vorhaben bis zum 30. April 2018 abgeschlossen werde. Geplant ist demnach eine Bedürfnisanstalt mit zwei vollwertigen, barrierefreien WC-Räumen für Damen und Herren samt zentraler automatischer Reinigungseinheit für WC-Schüssel und Boden. Zudem wolle man mit einem begrüntem Flachdach dem Energieleitbild der Gemeinde entsprechen.

WC vom Feinsten in guter Stube

Weitestgehend einig waren sich die Räte, dass das künftige Abort technisch hochwertig ausgestattet werden müsse. „Es darf keinen Zweifel daran geben, dass in unserer ,guten Stube’ in bester Lage in Ufernähe ein WC vom Feinsten hinkommen muss“, befanden stellvertretend Ralph Seubert (CDU) und Joachim Zodel (FWV). Der Standort des stillen Örtchens jedoch sorgte in der Runde für Diskussionen. Auf die Frage nach alternativen Plätzen, wie beispielsweise am Kiosk, wusste Bürgermeister Achim Krafft die Antwort: „Eine neue Anlage am in die Jahre gekommenen Kiosk anzudocken, macht wenig Sinn, wenn wir diese über Fördermittel refinanzieren möchten. Das wäre dann aufgrund der gewerblichen Nutzung nicht mehr möglich. Das Thema Kiosk wird uns ohnehin in den nächsten zwei Jahren beschäftigen.“ Zudem argumentierte Krafft, dass die Distanz für Familien mit Kindern und Spielzeug erheblich kürzer sei, als zum Kiosk und man unter Zeit- und Handlungsdruck stehe, um die Fördermittel nicht zu verlieren.

Charlie Maier , Gertrud Reiß (SPD), Hans-Günther Moser und Silke Falch (Grüne) sahen im Standort die Sicht auf den See beziehungsweise auf den Spielplatz von der Malerecke und von der Uferpromenade her kommend als störend und inakzeptabel. Markus Stark, Leiter des Ortbauamtes, erläuterte, dass man sich die Stelle genau angesehen und anaylsiert habe. So läge das WC im toten Winkel der Sichtachsen zum Spielplatz, aber auch zur Promenade hin, der Bewuchs sorge zudem für Blickschutz. „Wir haben keine Alternative, es sei denn, Sie wünschen das Klosett mitten auf der Wiese oder direkt an der Promenade“, meinte Rathauschef Krafft dazu.

Mit der von Autobahn-Parkplätzen her bekannten Architektur der neuen Toilette hingegen, die ein Maß von 2,90 Meter auf 7,10 Meter aufweist, konnte sich Andreas Vögele (CDU) nicht anfreunden. Er schlug vor, das altertümliche und stimmige Erscheinungsbild des „Klo-Häusle“ am Altersheim/Schlossparkk zu übernehmen, da dieses sich dem Charme der Umgebung anpassen würde. Harald Thierer (FWV) dazu: „Wir müssen auch praktisch in punkto Außenreinigung denken. Ich meine, eine reduzierte, klare und eher zurückhaltende Bauweise von hoher Qualität wäre die bessere Lösung.“

Eine konkretisierte Planung seitens der Verwaltung soll dem Gemeinderat nun zur abschließenden Entscheidung bis zur kommenden Sitzung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.