Reparaturcafé

Reparieren statt wegwerfen

Langenargen / Lesedauer: 3 min

Fachkundige Senioren machen Alltagsgegenstände wieder flott und geben Tipps
Veröffentlicht:28.10.2016, 16:02
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

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In Langenargen gibt es seit Mittwoch ein Reparaturcafé. In der Senioren-Wohnanlage, Eugen Kaufmann-Straße 2, hat die Leitung der Seniorenbegegnungsstätte (SBS) eine Einrichtung eröffnet, deren Zweck es ist, Tipps und Tricks beim Reparieren von Kleingeräten zu erhalten aber auch tragbare Gegenstände des täglichen Alltags direkt vor Ort kostenfrei durch Experten wieder in Gang setzen zu lassen. Der Treff ist an jedem letzten Mittwoch von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

„Reparieren und nicht gleich wegwerfen“, lautet die Devise der Macher des neuen Reparaturcafés in Langenargen. Wie Reinhold Terwart , Vorsitzender des geschäftsführenden Beirats der SBS, erklärte, wolle man mit dem Projekt vor allem das Thema Nachhaltigkeit mehr in die Öffentlichkeit rücken. Nachdem ein Team der SBS im Vorfeld mehrere gleichartige Unternehmungen in der Region besucht habe, festigte sich deren Entschluss, eine ähnliche Einrichtung zu etablieren. Nur welche Räumlichkeiten eigneten sich dafür? Nach intensiver Suche konnte in der Senioren-Wohnanlage in der Eugen-Kaufmann-Straße der Gemeinschaftsraum für das Vorhaben gewonnen werden. Eigentümer, Mieter die Stiftung sowie Annette Hermann vom Sozialdienst der Anlagen in den Mühlengärten, gaben ohne zu Zögern ihr Einverständnis, freuten sich Terwart und Rüdiger Nickel, der für die Öffentlichkeitsarbeit in der SBS verantwortlich ist.

Trio ist Feuer und Flamme

Die Suche nach geeigneten Personen, die allesamt ehrenamtlich das Konzept begleiten sollten, verlief übrigens einfacher als gedacht. Mit Klaus Ruml, Eberhard Harmuth und Bernd Weyl konnten gleich drei engagierte Bürger gewonnen werden, die von der Idee eines Reparaturcafés von Beginn an Feuer und Flamme waren. „Hierbei war uns natürlich wichtig, dass Kenntnisse in den verschiedensten Bereichen vorhanden sind, aber auch die menschliche Komponente stimmt“, meinte der Vorsitzende weiter.

Neben Reparaturen vor Ort gibt es von den Experten auch Ratschläge und Tipps: „Viele unserer „Kunden“ basteln gerne. Wenn Sie mit ihrem Latein am Ende sind, versuchen wir, ihnen zu helfen, damit sie zu Hause weitermachen können“, sagt Bernd Weyl, während er gemeinsam mit Klaus Ruml den Multifunktionsdrucker von Manfred Reisacher unter die Lupe nimmt. Binnen kurzer Zeit finden sich im Reparaturcafé nach und nach Bürger ein, um Hilfe zu suchen. Hier ein nur noch brummender Zauberstab, da eine defekte Nähmaschine, dort ein altes Tonband, ein stummes Radio, verklemmte Regenschirme wie auch ein lauter Lüfter samt heiß gelaufenem Toaster: Gebracht werden darf alles, was tragbar ist. Und wenn die Fachkräfte an ihren eigens beleuchteten Tischen mit ihrem Werkzeug, welches übrigens von der SBS samt Werkzeugwagen neu angeschafft wurde, den Teufel im Detail suchen, nutzen die Besucher die Möglichkeit, im direkt anschließenden Nebenraum, bei Café und Kuchen ihre Wartezeit zu überbrücken, ein Reparaturcafé, eben. Für Reinhold Terwart hat das Ganze noch einen weiteren positiven Aspekt: „Viele Hausbewohner leben alleine. Nun können Sie neben den hausinternen Veranstaltungen bei uns verweilen, ein Schwätzchen halten und ein paar nette Stunden verbringen“. Gegen 17 Uhr schließt schließlich die „Werkstatt“, die selbstredend für jede Altersgruppe geöffnet hat, und Manfred Späth ist erleichtert: „Da wird sich meine Lisa freuen, die Nähmaschine läuft wieder, besser denn je.“