Durchgangsverkehr

Langenargen bremst Durchgangsverkehr aus

Langenargen / Lesedauer: 3 min

Einbahstraßenregelung soll dafür sorgen, dass im Ortsteil Bierkeller-Waldeck weniger Autos unterwegs sind
Veröffentlicht:21.11.2018, 18:46
Aktualisiert:22.10.2019, 14:00

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Von wegen Stau: Wer sich auskennt, fährt hintenrum. Das bekommt der Ortsteil Bierkeller-Waldeck regelmäßig morgens zu spüren, sobald der Verkehr auf der B 31 in Fahrtrichtung Friedrichshafen ins Stocken gerät. Dann verlassen nämlich immer mehr Autofahrer bei Oberdorf die Bundesstraße und versuchen, über die Buchenstraße im Bierkeller die Fahrtzeit abzukürzen. Wie der Gemeinderat am Montag beschlossen hat, soll eine Einbahnstraßenregelung den Durchgangsverkehr ausbremsen.

Fünf Varianten, die alle an verschiedenen Stellen der Buchenstraße Einbahnregelungen vorsehen, standen zur Debatte, das Gremium entschied sich bei einer Gegenstimme ( Silke Falch , Grüne) für die erste. Genau wie die Mehrheit der mehr als 100 Einwohner, die Anfang Oktober an einer Bürgerinformation vor Ort teilgenommen und abgestimmt hatten. Die Variante sieht vor, zunächst probeweise für ein Jahr Kraftfahrzeugen ab der Einmündung Buchenstraße/Tuniswald die Einfahrt zu verbieten. Damit soll vor allem am Morgen den Fahrern ein Riegel vorgeschoben werden, die nur an der B 31 vorbei wollen. Der Verkehr wird über den Tuniswald zur Friedrichshafener Straße L 334 umgeleitet.

Der Vorteil laut Sitzungsvorlage des Gemeinderates: Es gibt in dem Bereich keine Wohnhäuser, die Straße ist lediglich die Zufahrt zum Sportzentrum. Beendet wird die unechte Einbahnstraßenregelung an der Kreuzung Tannenstraße/Buchenstraße. Unecht, weil zwar das rote Einbahnstraßenschild mit weißem Balken aufgestellt wird, nach dem Verkehrszeichen Fahrzeuge aber aus dem Pappel-, Birken- und Fichtenweg in beide Richtungen fahren können. Folglich seien von den Anliegern nur die aus dem Bereich Tuniswald und Kiefernweg betroffen, heißt es in der Vorlage. Ein Nachteil sei, dass es auf der Buchenstraße weiterhin Gegenverkehr gebe, allerdings nur durch Anwohner.

Gemeinderat in Zwickmühle

Gleich zu Beginn der Diskussion erklärte CDU-Gemeinderat Andreas Vögele seine Befangenheit. Als direkter Anwohner der Buchenstraße liege ihm zwar eine Verkehrsberuhigung vor allem in den frühen Morgenstunden „sehr am Herzen“. Als Unternehmer, dessen Gärtnerei sich in absoluter Ortsrandlage befinde, wohin die Kunden fast ausschließlich mit dem Auto kämen, widerstrebe ihm jedoch Variante eins, weil die Einbahnregelung einen Umweg für die Kundschaft bedeute. Die Folge: Als Gemeinderat befinde er sich in einer Zwickmühle und sei befangen.

Christoph Brugger von den Freien Wählern (FW) erklärte, dass es immer zu Verschiebungen des Verkehrsflusses kommen werde, egal welche Regelung greift. Seine Fraktion stimme für die Einbahnstraßenregelung ab der Einmündung Buchenstraße/Tuniswald, „damit gleich am Ortseingang Schluss ist“. Herbert Tomasi (SPD) schloss sich an mit dem Hinweis, dass die Erfahrungen nach dem Probejahr diskutiert werden sollten.

Das sah CDU-Fraktionsvorsitzender Ralph Seubert genauso, auch wenn klar sei, „dass die Lösung an anderer Stelle Nachteile bringt“. Eine Einbahnregelung weiter hinten in der Buchenstraße habe nur zur Folge, dass Autofahrer es trotzdem versuchten, dann umkehren müssten oder einfach weiterfahren würden. Grünen-Fraktionsvorsitzender Ulrich Ziebart wollte es ebenfalls mit Variante eins probieren, ihn trieb allerdings die Sorge um, dass dadurch wesentlich mehr Verkehr über die Friedrichshafener Straße fließen wird. Seine Frage nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung beantwortete Bürgermeister Achim Krafft mit: „Wir sind dazu im Gespräch mit der Straßenverkehrsbehörde.“

Einzig Silke Falch war völlig anderer Meinung. Der Grünen-Gemeinderätin missfiel, dass sämtliche Varianten, die zur Wahl standen, Einbahnregelungen umfassten, die den Ort teilen würden und zur Folge hätten, dass die schmale Straße zum Sportzentrum überbelastet werde. Ihr Fazit: „Ich halte keine der Lösungen für sinnvoll.“