Helferkreis

Flüchtlinge ziehen aus dem Feriendorf aus

Langenargen / Lesedauer: 3 min

Das Buch, „Deutschland – erste Informationen für Flüchtlinge“, wird als Leitfaden vorgestellt und angenommen
Veröffentlicht:29.02.2016, 07:20
Aktualisiert:23.10.2019, 18:00

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Im Rahmen einer kleinen Feier haben rund 90 Mitglieder des Helferkreises Asyl sowie Gäste am Freitagnachmittag Flüchtlingsfamilien aus dem Feriendorf verabschiedet. Sie werden in andere Anschlussunterkünfte verlegt. Karlheinz Butscher, der im Helferkreis Asyl unter anderem im Organisationsstab tätig ist, dankte allen ehrenamtlich wirkenden Mitbürgern, die sich für die Menschen mit viel Tatkraft, Herz und Liebe so vorbildlich eingesetzt hätten.

Obwohl das Fest am Freitagnachmittag im katholischen Gemeindehaus vor allem im Zeichen des Abschiedes stand, hätte die Stimmung nicht viel besser sein können. Im Vorfeld hatten Karlheinz Butscher und seine tatkräftigen Mitarbeiter mit viel Kuchen, Kaffee und anderen Leckereien dafür gesorgt, dass das Miteinander fröhlich und gesellig ablaufen werde. In seiner Begrüßung bemerkte Butscher, dass nun drei Familien ihre neue Anschlussunterkunft in Markdorf finden würden. Wohin der Weg für die anderen Flüchtlinge aus dem Feriendorf gehen werde, sei noch offen und würde in den nächsten Tagen entschieden. Er sei jedoch guter Dinge, dass einige von ihnen weiter in Langenargen eine vorübergehende Heimat finden könnten. „Schließlich haben sich die Menschen in der jüngsten Vergangenheit hier bei uns wohlgefühlt, sind gut aufgenommen worden und mit nicht wenigen von ihnen wurden Freundschaften geschlossen“, so Butscher, der sich, wie die weiteren anwesenden Helfer vom Asylkreis, über die vielen herzlichen Gesten seitens der Eltern und Kinder freuen durfte. Derzeit leben auf der Gemarkung Langenargen rund 150 Flüchtlinge, 95 von ihnen in Gemeinschaftsunterkünften, vorwiegend im Ferienerholungswerk, 55 sind in Anschlussunterbringungen untergebracht.

Wichtige Sprachkurse

„Integration geht nur über die deutsche Sprache“, sagte Karlheinz Butscher. Dass der Helferkreis Asyl gute Arbeit leiste, davon sei Butscher ohnehin überzeugt. So habe man wöchentlich zehn Unterrichtseinheiten in Deutsch abgehalten, einen Spielekreis ins Leben gerufen, Malkurse durchgeführt und vieles mehr. „Integration kann nur über die deutsche Sprache zum Erfolg führen. Sie ist die Basis für ein Miteinander“, betonte Butscher. Parallel zu den verschiedensten Kursangeboten stellte und stellt der Helferkreis Asyl zudem ein neu erschienenes Buch vor, welchess Flüchtlingen, in deutscher aber auch arabischer Sprache, erste Informationen über Deutschland sinnbildlich und pragmatisch erklärt. Wie Karlheinz Butscher ausführte, umfasse die Lektüre die deutsche Staats- und Rechtsform, Wissenswertes über Religion, unsere Wirtschaft, das Gesundheitssystem sowie unter anderem über unsere Geschichte, Kultur und erkläre Wesentliches über das Verständnis zwischen Staat und Gesellschaft in Deutschland: „Recht und Gesetz werden in den Leseeinheiten ebenso dargestellt und transportiert wie unsere Wertevorstellungen über die Freiheit. Zudem klären wir auch über die Folgen illegaler Einwanderung sowie über Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz auf. Diese Informationen werden von den Flüchtlingen sehr gerne angenommen“.