Örtchen

Verwirrspiele rund ums stille Örtchen

Kressbronn / Lesedauer: 3 min

Nach Wasserschaden: WC-Anlage im Untergeschoss des Seegarten-Cafés ist für Damen geschlossen
Veröffentlicht:30.08.2016, 17:57
Aktualisiert:23.10.2019, 13:00

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Badepause, Pinkelpause: Gerade an schönen Sommertagen tummeln sich die Gäste auf der Wiese im Kressbronner Seegarten. Die Stühle des Seegarten-Cafés sind alle besetzt, die „Schlange“ am Landesteg-Kiosk ist länger als an anderen Tagen. Wartezeit gibt’s zudem an den Toiletten bei „Agnesa’s Schtändle“ – was jedoch damit zu tun hat, dass die öffentliche WC-Anlage im Keller des Seegarten-Cafés immer wieder mal geschlossen sein soll – sehr zum Leidwesen der Besucher.

„Mir ist in den letzten Tagen übel aufgestoßen, dass unsere Gäste und wir Kressbronner beim Besuch des Seegartens keine zufriedenstellende Situation der sanitären Anlagen vorfinden. Im gemeindeeigenen Café sind lediglich die beiden Toiletten zugänglich, die primär den Besuchern des Gastraumes zur Verfügung stehen sollten“, schreibt GUBB-Rätin Martina Knappert-Hiese an Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und Presse. Es sei für sie nicht nachvollziehbar, warum die Kommune als Vermieter des Cafés nicht darauf dränge, dass in den Sommermonaten auch die öffentlichen Toilettenanlage im Keller des Seegarten-Cafés zugänglich ist.

Arbeiten ab dem 2. September

Der Grund für die derzeitige Schließung sei laut Manfred Ammann , Amt für Gemeindeentwicklung, ein Wasserschaden, der zu verschiedenen Maßnahmen geführt habe – und eben auch zur Schließung der Toiletten. „Ab dem 2. September sollen deshalb Trocknungsmaßnahmen durchgeführt werden“, berichtet Ammann in Vertretung für Andreas Wenzler, Sachgebietsleiter Hochbau. Ammann ergänzt, dass die Reparaturarbeiten offensichtlich im direkten Anschluss an den Schaden nicht in Angriff genommen werden konnten.

Und was sagt die Pächterin Esma Eryücil? „Bei uns können die Leute doch auf die Toilette gehen, egal auf welche“, äußert sie sich von den Anschuldigungen betroffen. Gleichzeitig verweist sie darauf, dass an der öffentlichen Damentoilette im Untergeschoss mit fünf Toiletten das Schild „Damentoilette defekt, bitte benutzen Sie die Toilette im Restaurant“ hängt. Trotz Schild könnte die Einrichtung genutzt werden, jedoch gebe es aufgrund des Wasserschadens kein Licht.

Nicht betroffen von dem Wasserschaden sei die öffentliche Männertoilette im Untergeschoss, die nach wie vor offen sei. Zugänglich seien auch die Damen-, Herren- und Behindertentoiletten im Erdgeschoss. „Viele Leute, die an unserem Café vorbeikommen, gehen auf unsere Restauranttoilette. Das macht uns nichts aus, da sagen wir gar nichts“, ergänzt Esma Eryücil, die dankbar darüber ist, dass die Sanierungsarbeiten erst am 2. September beginnen. „Wenn das im August geschehen wäre, hätte ich weniger Einnahmen gehabt, und von was hätte ich dann meine Leute bezahlen sollen?“, stellt die Pächterin ihre Situation dar. Was sie gegenüber der Gemeinde auch so geäußert habe.

Es herrscht Hochbetrieb

Hinsichtlich der Toilettenöffnungen werden allerdings unter den Badestammgästen des Seegartens auch andere Stimmen laut – nämlich, dass die Toiletten eben nicht nur vorübergehend geschlossen seien, sondern regelmäßig. Dies stimme nicht, entgegnet die Pächterin. Klar sei jedoch, dass die WCs nicht aufgesucht werden könnten, wenn man putze. „Da ist die Rutschgefahr dann viel zu hoch.“

Nicht nur Martina Knappert-Hiese ärgert sich indes über die Situation, auch „Schtändle“-Betreiberin Agnesa Amato sieht vor allem an heißen Sommertagen den Andrang, den dann ihre Toiletten auffangen müssen. „Da drüben im Keller ist oft geschlossen“, hat sie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet. Die Folge: Auf ihrem stillen Örtchen herrscht Hochbetrieb.

„Wir haben ganz klar Bedarf an dieser Stelle“, räumt Bürgermeister Daniel Enzensperger auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung ein. Und die Toiletten im Seegarten-Café seien natürlich dazu da, nicht nur, aber vor allem in der Hochsaison benutzt zu werden. „Die Toiletten sollten schnellstmöglich wieder repariert werden“, schiebt der Bürgermeister hinterher – ohne einen konkreten Zeitplan nennen zu können.