Licht aus
Stromausfall legt gleich drei Gemeinden lahm
Kressbronn/Langenargen/Eriskirch / Lesedauer: 2 min

Tanja Poimer
Lahmgelegt: In Kressbronn, Langenargen und Eriskirch (außer Schlatt und Mariabrunn) sind in der Nacht auf Mittwoch um 2.12 Uhr sämtliche Lichter ausgegangen. Die Ursache für den Stromausfall war vermutlich ein Kurzschluss in einer Kundenstation, der eine Störung im Schaltwerk in Kressbronn auslöste. Das teilt Michael Hofmann, Geschäftsführer des Regionalwerks Bodensee, auf Anfrage mit.
Warum es am Mittwochabend in Teilen der drei Gemeinden erneut keinen Strom gab, ist noch nicht bekannt. Laut regionalem Stromversorger werden alle notwendigen Informationen wie Störungsgrund, Ausfallzeiten und betroffene Kunden gesammelt.
Was in der Nacht zuvor Auslöser war, steht fest: Dem Chef des Regionalwerks zufolge schaltete sich in dem Kressbronner Schaltwerk automatisch der Erdungsschalter ein, was zur Folge hatte, dass sich sukzessive Netzteile abschalteten – ein Schutzmechanismus. In der Leitstelle des Regionalwerks, die 24 Stunden besetzt sei und in der alle Schaltwerke und Stationen fernüberwacht würden, ging eine entsprechende Störmeldung ein.
Einkaufszentrum länger ohne Strom
„Daraufhin wurde der Bereitschaftsdienst in Gang gesetzt“, berichtet Michael Hofmann. Soll heißen: Acht Mitarbeiter rückten aus, um die Schäden zu lokalisieren, teilweise direkt zu beheben und die Versorgungsanlagen wieder einzuschalten. Um 2.46 Uhr seien 22 Stationen in Langenargen und Eriskirch in Betrieb und damit 35 Prozent der Kunden versorgt gewesen. Um 3 Uhr folgte Kressbronn, bis 4.30 Uhr der Rest — zumindest fast.
Das Einkaufszentrum in Eriskirch hatte auch den ganzen Vormittag über noch keinen Strom. Laut Chef des Regionalwerks gab es dort wohl Probleme in der eigenen Station beim Wiederzuschalten. Ebenfalls länger betroffen: ein Gewerbekunde, der ab 10 Uhr per Notstromaggregat der Kressbronner Feuerwehr versorgt wurde, und der Bereich Kieswerk ebenfalls in Kressbronn.
Ausmaß unüblich
Um 12.40 Uhr sei die Stromversorgung komplett gewesen, so Michael Hofmann. Die Internetverbindung funktionierte dagegen zum Teil auch am Nachmittag noch nicht wieder — was eine Folge des Stromausfalls sein dürfte.
Die Störung sei durchaus größer gewesen und im Ausmaß unüblich. Immerhin hätten sich 20 Hochspannungsleitungen abgeschaltet, und es seien relativ viele Stationen ausgefallen. Der Chef sagt: „Wir haben gut reagiert. Innerhalb von zwei Stunden waren fast alle Kunden wieder versorgt. Dabei hatten wir Glück, dass der Strom nachts ausgefallen ist und nicht viele Menschen betroffen waren. Wahrscheinlich haben einige am nächsten Tag nur wahrgenommen, dass die Uhr am Backofen blinkt.“



