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Festhalle

Neuapostolische Kirche feiert 150-jähriges Bestehen

Kressbronn / Lesedauer: 2 min

Jürgen Gründemann zeigt sich als Bischhof zum „Anfassen“ und sieht Mitgliederrückgang als Chance
Veröffentlicht:10.11.2013, 17:43

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Die Kressbronner Festhalle ist am Sonntag Treffpunkt von weit über 500 Gläubigen der neuapostolischen Kirche (NAK) gewesen. Grund waren die Feierlichkeiten anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Gemeinschaft, aber auch deren großer Bezirkstag. „Wir verstehen uns als große Gemeinschaft, die den lebendigen und christlichen Glauben lebt“, sagte Bischof Jürgen Gründemann gegenüber der SZ.

Für die neuapostolische Kirche ist das Jahr 2013 mit den Jubiläumsfeierlichkeiten ein ganz besonderes Jahr. Mit zahlreichen Aktionen, darunter geschichtlichen Präsentationen, Vorträgen, Filmbeiträgen aber auch Workshops, Gebeten, Musikbeiträgen und Informationen rund um die neuapostolische Kirche, hatten die zehn Gemeinden im Bezirk ein kurzweiliges Programm angeboten, welches von den zahlreichen Besuchern gerne angenommen wurde.

Bischof Gründemann zeigte sich zufrieden mit der Resonanz und blickte anhand der vielen Diskussionen, die im besonderen die katholische Kirche betreffen, optimistisch in die Zukunft. So habe man unter den Mitgliedern die ein oder andere, seiner Meinung nach nicht immer sachliche geführte Diskussion, unter anderem über einen Herrn aus Limburg, kritisch beobachtet. „Auf uns haben derartige Vorkommnisse keine negativen Einflüsse genommen“.

Auch der lokale Hintergrund, dass aufgrund von demografischen Entwicklungen die Tage der neuapostolischen Kirche in Kressbronn der Vergangenheit angehören, sehe man nicht als Problem, sondern eher als Chance. Gelte es doch, in der heutigen Zeit zusammenzurücken, um gemeinsam zu leben, zu erfahren, zu lieben und die lehrende Botschaft zu tragen.

Ein Glaube, ein Ziel

Seit Jahren beobachte die Kirchenleitung die allgemeine Bevölkerungsentwicklung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die ehrenamtlich tätigen Mitglieder in der Gemeindearbeit und die Ansprüche an ein vielfältiges Gemeindeleben. Daher sei es wichtig, „vorhandene Kräfte in den Gemeinden zu bündeln“, teilte Sabine Lienhard, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbezirk Ravensburg, mit. „Wir möchten allen Mitgliedern eine individuelle Seelsorge anbieten. Unser Jubiläumsmotto – ein Glaube, ein Ziel – beinhaltet zudem das humanitäre und karitative Engagement, vor allem aber auch das Selbstverständnis, „unseren Auftrag sowie das Glaubensziel mit der Vorbereitung auf Jesu Christis Wiederkunft und das ewige Leben zu verfolgen“, betonte Jürgen Gründemann, der sich als Bischof zum Anfassen zeigte und das Gespräch mit den Gästen suchte.