Gemeindearchiv

Kressbronner Gemeindearchiv stehen Engpässe bevor

Kressbronn / Lesedauer: 3 min

Antje Bemmer ist ab Mai nicht mehr zuständig – Findbücher veröffentlicht
Veröffentlicht:29.12.2017, 12:41
Aktualisiert:22.10.2019, 23:00

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Das Kreisarchiv des Bodenseekreises gibt in Kooperation mit der Gemeinde Kressbronn Findbücher zu den Archivalien der ehemaligen Gemeinden Hemigkofen und Nonnenbach heraus. „Das Buch gibt es nicht zu kaufen und nicht auszuleihen. Es kann aber im Archiv und der Bücherei eingesehen werden“, sagt Bürgermeister Daniel Enzensperger im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung.

Die Gemeinde Nonnenbach lag südlich der heutigen Ortsdurchfahrt und erstreckte sich vor allem auf die Teilorte Gohren, Tunau und Retterschen. Sie umfasste insbesondere den an der Schiffslände liegenden Teilort Kressbronn. Die Gemeinde Hemigkofen lag nördlich der heutigen Ortsdurchfahrt und der Tettnanger Straße (Straße von Betznau zur Hauptstraße).

Geschichte aufbereiten

Sie erstreckte sich vor allem auf die Teilorte im heutigen Hinterland der Gemeinde Kressbronn. Im Jahr 1934 wurde die Gemeinde Hemigkofen mit der Gemeinde Nonnenbach zusammengeschlossen. „Die Gesamtgemeinde erhielt nach einer kurzfristigen Benennung in Hemigkofen-Nonnenbach von 1. April bis 18. Mai 1934 schließlich den Namen Kressbronn am Bodensee und damit den Namen des an der Schiffslände der Gemeinde Nonnenbach liegenden Teilortes“, erläutert Bürgermeister Daniel Enzensperger. Da die Gemeinde somit erst im Jahr 1934 durch Zusammenschluss der beiden Gemeinden gegründet wurde, ist die Geschichte der beiden Gemeinden auch die Geschichte der Gemeinde Kressbronn. „Umso wichtiger war es, die Archivalien der beiden Gemeinden zu ordnen und archivarisch aufzubereiten“, so der Bürgermeister.

Dieser Prozess sei, da die Gemeinde bis zum Jahr 2016 keinen hauptamtlichen Archivar beschäftigte, weitgehend auf ehrenamtlicher Vorleistung der in Kressbronn aufgewachsenen Historikerin Petra Sachs-Gleich erfolgt, die auch heute noch das Gemeindearchiv und die Geschichte der Gemeinde kennt wie kaum ein anderer. „Deshalb gilt ihr ein ganz besonderer und vor allem herzlicher Dank. Nicht unerwähnt bleiben sollen auch Timo Ruetz und Rocchina Frabasile-Vitella, die ebenfalls bei der Aufarbeitung mitgewirkt haben“, ergänzt Daniel Enzensperger, dem die Ortsgeschichte selbst sehr am Herzen liegt.

Schließlich gelte Antje Bemmer, die von 2016 bis 2018 über das Landratsamt Bodenseekreis das Gemeindearchiv hauptamtlich betreute und dieses Werk nun vollendete, ebenfalls ein herzlicher Dank. „Leider hat Frau Bemmer angekündigt, dass Sie sich beruflich verändern wird, sie verlässt deshalb das Landratsamt“, verrät Daniel Enzensperger. Die Betreuung des Gemeindearchivs durch das Landratsamt bleibe dennoch aufrechterhalten, die Stelle soll bis zum Mai – im Idealfall schon eher – wieder besetzt werden.

„In der Übergangsphase wird es allerdings zu erheblichen Engpässen kommen. Rocchina Frabasile-Vitella von der Gemeindeverwaltung wird in dieser Zeit für wichtige und unaufschiebbare Anliegen zur Verfügung stehen, wir bitten aber, möglichst von Benutzeranfragen an das Gemeindearchiv bis Mai 2018 abzusehen“, bittet Bürgermeister Daniel Enzensperger abschließend.