StartseiteRegionalBodenseeKressbronnKiosk statt Lokal: Kostenexplosion im Baugebiet Bachtobel

Wohnen am Bodensee

Kiosk statt Lokal: Kostenexplosion im Baugebiet Bachtobel

Kressbronn / Lesedauer: 2 min

„Manchmal platzen Träume“: Wohnhaus mit Gewerbeeinheit ist einigen Gemeinderäten zu teuer. So lief die Diskussion ab
Veröffentlicht:21.06.2023, 05:00

Artikel teilen:

Weitere konkrete Planungen und Ausführungen für das Baugebiet Bachtobel hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht. Unter anderem fiel der Beschluss, einen rund 3000 Quadratmeter großen Kinderspielplatz zu bauen. Für große Diskussionen sorgte der geplante Bau eines Wohnhauses mit Gewerbeeinheit — Stichwort: Kostenexplosion.

Mit einem Abstimmungsergebnis von zwölf zu sechs Stimmen haben die Gemeinderäte einen Baubeschluss zur Errichtung eines Wohnhauses mit 15 Mietwohnungen und einer verkleinerten Gewerbeeinheit am Bachtobelplatz gefasst.

Da die Baukosten inzwischen massiv gestiegen sind, sprachen sich einige Räte gegen das rund 6,8 Millionen teure Gesamtprojekt aus. Wobei der vorgelegte Baubeschluss ohnehin schon anstatt einer Gastronomie–Einheit aufgrund fehlender Bewerber und besagter Kostenexplosion die Errichtung eines Versorgungskiosks vorsieht.

„Extrem teure Stellplätze“

„Aus Sicht der Verwaltung ist die ursprüngliche Planung mit Kosten in Höhe von 6,86 Euro zu teuer. Zumal sich die Wohnungen zur Alternative nicht verändern, dafür aber extrem teure Stellplätze in der Tiefgarage entfallen. 85.000 Euro je Stellplatz stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen oder wären wirtschaftlich nur über die Miete zu finanzieren“, sagte Bürgermeister Daniel Enzensperger.

Wir müssen aber Wohnraum schaffen, wenn auch unter deutlich schwierigeren Bedingungen.

Karl Bentele

Weitere Einsparungen könne man laut Andreas Wenzler vom Amt für Gemeindeentwicklung und Bauwesen durch die Streichung einer Unterkellerung erzielen. Unter dem Strich erziele man somit eine Kostenreduzierung von insgesamt 6,8 auf 5,6 Millionen Euro.

„Manchmal platzen Träume. Wir müssen aber Wohnraum schaffen, wenn auch unter deutlich schwierigeren Bedingungen“, meinte Karl Bentele (CDU). Stefan Fehringer (BWV) entgegnete, dass es nicht kommunale Aufgabe sein könne, ein Wohn– und Geschäftshaus zu bauen: „Der gleichzeitige Bau dieses Wohnhauses und des Kinder– und Familienzentrums ist finanziell mit großen Gefahren verbunden.“

Keine finanzielle Schieflage

Matthais Käppeler betonte indes, dass beide Projekte den Eigenbetrieb finanziell nicht in ein Ungleichgewicht bringen würden. Als finanziell nicht abbildbar sah auch Klaus Oelfken (Bündnis 90/Die Grünen) das Vorhaben. Er plädierte dafür, das Wohnraumprojekt auf Eis zu legen: „Lieber 380.000 Euro Planungskosten in den Sand setzen, als am Ende ein Fiasko erleben.“

Martina Knappert–Hiese (GUBB) sprach sich für eine rasche Umsetzung aus und gab zu bedenken: „Lassen sie uns das Projekt durchziehen. Weitere Verzögerungen würden nur zu noch höheren Mehrkosten führen.“