Uferrenaturierung

Uferrenaturierung startet mit dem Abriss der Seegartenmauer

Kressbronn / Lesedauer: 2 min

Regierungspräsidium Tübingen beginnt noch im Februar mit der Uferrenaturierung
Veröffentlicht:21.02.2019, 17:13
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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- Damit hat wohl niemand gerechnet: Wie das Regierungspräsidium Tübingen am Donnerstag mitteilt, soll noch im Februar mit den Arbeiten auf den öffentlichen Grundstücken des Seegartens östlich des Landungsstegs begonnen werden. Es sei vorgesehen, „die Ufermauer und den Betonslip zu beseitigen“, heißt es in der Pressemitteilung. Damit starten die Arbeiten ausgerechnet mit den Bauwerken, für deren Erhalt die Bürger besonders gekämpft hatten. Die Baustelle werde rechtzeitig vor Beginn der Badesaison abgeschlossen sein .

Unglücklicher könnte der Start der Uferrenaturierung nicht sein: Ausgerechnet mit dem Abriss der Ufermauer im Seegarten beginnt das Regierungspräsidium die Renaturierung in Kressbronn – also mit dem Teil, für den es in der Vergangenheit sogar Mahnwachen der Bürgerinitiative „Bucht statt Bau“ gegeben hatte (die SZ berichtete). „Wir haben Baurecht und setzen das jetzt so um, wie es seinerzeit beschlossen wurde. Wir beginnen dort, wo es möglich ist“, erläutert Dirk Abel, Pressesprecher des Regierungspräsidiums, auf Nachfrage der SZ. Nach dem Abriss der Mauer müsse das Gelände neu modelliert werden, sodass es einen „sanften Anstieg“ bis etwa einen Meter vor dem Fußweg gebe, so Abel, der zugleich betont, dass keine Bäume gefällt werden.

Was sagt der Bürgermeister, dass es nun losgeht? „Die Gemeinde bekennt sich zur Uferrenaturierung als ökologischer Aufwertung des Kressbronner Bodenseeufers. Wir hätten uns allerdings auch gewünscht, dass der Uferweg vom Landungssteg bis zum See-Park für die Öffentlichkeit gleich mit angelegt werden kann. Dies ist bekanntlich aber wegen der anhängigen Gerichtsverfahren derzeit noch nicht möglich“, so Daniel Enzensperger.

Auch der Landrat begrüßt den Beginn: „Unser Ziel ist und bleibt, das Bodenseeufer im Landkreis ökologisch und mit Blick auf die Zugänglichkeiten für die Menschen weiter zu verbessern. Ich begrüße deshalb die Entscheidung des Regierungspräsidiums, die Arbeiten auf den gemeindeeigenen Grundstücken in Kressbronn jetzt zu beginnen.“ Dies sei nach fast 20 Jahren des Wartens ein wichtiges Signal, so Lothar Wölfle.

„Für einen intakten und langfristig stabilen Bodensee mit seinen ausgedehnten Ufer- und Flachwasserbereichen benötigen wir ökologisch funktionsfähige Uferbereiche. Durch die Umsetzung auf den öffentlichen Grundstücken des Seegartens entwickeln wir ein Flachufer, das zum einen die Wasser- und Landlebensräume verbindet und anderseits weiterhin einen öffentlichen Zugang zum See ermöglicht“, so Regierungspräsident Klaus Tappeser. Bislang sei die Funktionsfähigkeit des Sees durch die Mauern, Stege und Slipanlagen „erheblich beeinträchtigt. Daher ist die Dringlichkeit der Umsetzung der Maßnahme nach wie vor gegeben.“