Satellit

Sentinel-5 P ist auf dem Weg nach Russland

Immenstaad / Lesedauer: 3 min

Start des Satelliten vom Weltraumbahnhof Plesezk ist am 9. Oktober geplant
Veröffentlicht:30.08.2017, 17:45
Aktualisiert:23.10.2019, 02:00

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Europas Satellit zur Überwachung der Luftverschmutzung, Sentinel-5 Precursor, ist auf dem Weg vom Airbus-Standort Stevenage zum Kosmodrom Plesetsk in Russland. Der Start an Bord einer Rockot-Trägerrakete ist gegenwärtig für den 9. Oktober geplant, teilt die Europäische Ramufahrtagentur ESA mit.

Erste Etappe der fünftägigen Reise ist der Flug mit einer russischen Frachtmaschine Antonov 124 nach Moskau. Von dort geht es weiter nach Archangelsk im Nordwesten Russlands. Die letzten 200 Kilometer bis zum Weltraumbahnhof Plesetsk absolviert der Satellit mit dem Zug.

Sentinel-5 Precursor ist Teil des Programms zur globalen Umweltüberwachung Copernicus, ein gemeinsames Programm der Europäischen Kommission und der ESA. Ziel des Programms ist die kontinuierliche Lieferung von präzisen Erdbeobachtungsdaten und -diensten, die helfen, Klimaveränderungen besser zu verstehen, deren Folgeeffekte zu verringern und die zivile Sicherheit zu gewährleisten.

Airbusentwickelt die Haltestruktur fürs Teleskop

Sentinel-5 Precursor stellt dem Copernicus-Programm wichtige Informationen über die Atmosphärenchemie bereit, bevor die Messungen ab 2021 mit Sentinel-5, einem Instrument an Bord der Satelliten der zweiten Metop-Generation, fortgeführt werden. Sentinel-5P Satellit hat das Erdbeobachtungs-Instrument Tropomi an Bord, das die Verschmutzung in der oberen Atmosphäre durch Methan, Stickoxide, Schwefeldioxid, Formaldehyd, Aerosole und andere messen soll.

Airbus in Immenstaad hat die Haltestruktur für das Teleskop und das Kühlsystem für die Detektoren entwickelt und gebaut. Das Kühlsystem besteht aus Wärmerohren und Radiatoren und sorgt für die geforderte Betriebstemperatur der Messinstrumente bei minus 153 Grad Celsius.

SpaceTech liefert drei Solarpanels mit Klappmechanismus

Die drei Solarpanels von Sentinel-5P wurden von der in Kippenhausen ansässigen Firma Space Tech entwickelt und an Airbus nach Stevenage geliefert. Es handelt sich dabei um drei Kohlefaserpanels mit Klappmechanismus. Die sechs Quadratmeter Solarzellen bringen nach Angaben des Unternehmens eine Leistung von 1,9 Kilowatt.

Die Flotte

Die Sentinel-Satelliten-Familie bildet die Weltraumkomponente des Copernicus-Programms der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Im Endausbau besteht sie aus sieben Satelliten, die zum Teil paarweise ins All geschickt werden. Ihre Aufnahmen werden durch terrestrische, flugzeuggestützte und maritime Daten ergänzt und aufbereitet. Verwendung finden sie unter anderem bei der Überwachung der Landmasse und der Meeresumwelt, der Atmosphäre, beim Katastrophen- und Krisenmanagement sowie bei sicherheitsrelevanten Aspekten wie der Grenzüberwachung. Fünf Sentinels sind bereits im All, vier davon sind in Immenstaad gebaut worden.

Sentinel-1A und B

(2014/2016 gestartet) arbeiten mit Radar.

Sentinel-2A und B

(2016/2017) haben optische Instrumente an Bord.

Sentinel-3A und B

(2016/2017) sind mit verschiedenen Instrumenten für die Land- und Ozeanbeobachtung ausgestattet.

Sentinel-4

(2022) soll Spurengase in der Atmosphäre überwachen.

Sentinel-5

(2020) soll auf den Wettersatelliten Metop gepackt werden und beobachtet Aerosole in der Atmosphäre. Sentinel-5 Percusor ist die Vorläufermission, und startet am 9. Oktober 2017.

Sentinel-6

(2020) misst den Meeresspiegel.