Gegenwind

BUND bekommt Gegenwind in Immenstaad

Immenstaad / Lesedauer: 3 min

Tiefergelegte Ausbauvariante wird als zu teuer und unrealistisch kritisiert – Anwohner fürchten lange Bauphase
Veröffentlicht:18.01.2019, 16:29
Aktualisiert:22.10.2019, 13:00

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Zu teuer, zu nah an Immenstaad , zu hohe Belastung während der Bauzeit, zu unrealistisch: Der BUND-Vorsitzende Klaus Lindemann hat am Donnerstagabend ordentlich Gegenwind von den Immenstaadern bekommen, was die Pläne des BUND für den Ausbau der B 31 rund um die Seegemeinde betrifft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich für die Ausbauvaraiante A ausgesprochen, jedoch soll die neue Straße um Immenstaad herum tiefer gelegt und mit einem Deckel versehen werden (die SZ berichtete). Bei einer Infoveranstaltung im Immenstaader Rathaus wurden die Pläne nochmal erläutert.

„Wir Immenstaader wollen mehr Lärmschutz und Lebensqualität entlang der Straße und in unserem Naherholungsgebiet und keine zusätzlichen Belastungen“, sagte Lindemann , der die Ergebnisse des Umweltverträglichkeitsgutachtens des Regierungspräsidiums (RP) und die damit verbundenen drei Trassenvarianten noch einmal vorstellte. Lindemann konzentrierte sich mit seinem Vortrag auf die betroffenen Gebiete auf Immenstaader Gemarkung. Auch bei der Fragerunde sollten hauptsächlich die Einheimischen zu Wort kommen.

Die Immenstaader ließen sich in der Fragerunde auch nicht lange bitten und kritierten immer wieder, dass die komplette Untertunnelung der neuen B 31 um Immenstaad herum wegen der zu hohen Kosten nicht realisierbar sei. Die blendete Lindemann aber kategorisch aus: „Was ist uns die Bodensee-Landschaft wert?“ entgegnete er. Man bekomme durch die Hinterlandvarianten eine Zerschneidung der Landschaft für immer.

Mehrere Anwohner und Vermieter von Ferienwohnungen äußerten Befürchtungen, dass beim Ausbau der B 31 mehrere Jahre lang große Belastungen für die Menschen entstehen würden, wegen der Bauarbeiten und dem Ausweichverkehr. „Bis die Straße fertig ist, bin ich bankrott“, sagte eine Vermieterin, die befürchtete, dass dann die Gäste wegbleiben werden. Landwirt Martin Gommeringer machte den Vorschlag, lieber am kritischen Punkt der Variante C 1, der Lippacher Senke, Geld in Tunnel oder Brücken zu investieren, als für die Ausbauvariante, damit der Eingriff in die Natur nicht so groß werde. Grundsätzlich war zu erkennen, dass die Hinterlandvariante C 1 von den Immenstaadern favorisiert wird.

Am Ende präsentierte Lindemann mit einer Grafik eine Vision davon, wie die B 31 bei Immenstaad tiefergelegt, mit einem Deckel versehen und begrünt werden könnte. Ein ähnliches Projekt gebe es in Hamburg bei einem Abschnitt der A 7. „Wenn die Variante A kommt, dann müssen wir zusammenstehen und das optimale rausholen“, sagte er. „Wir müssen diese Forderung stellen“, auch wenn sie teuer sei.

Bürgerinitiative kündigt Stellungnahme an

Unter den Gästen im Bürgersaal war auch Immenstaads Bürgermeister Johannes Henne, der sich zu den Plänen vom BUND aber nicht äußern wollte. „Die Ausblendung der Kosten empfinde ich als fahrlässig“, sagte dagegen Dieter Kirchhoff, Vorstand der „Bürgerinitiative Immenstaad B31 neu“. Er kündigte außerdem an, man werde in der kommenden Woche eine Stellungnahme für das Bündnis zusammen mit der Verkehrsinitiative Hagnau und dem Team Stetten abgeben. Auch „das Kleinreden der Belastung während der Bauzeit“ kritisierte Kirchhoff an der Präsentation von Klaus Lindemann.

„Mir war schon vorher bewusst, dass wir Kritik bekommen werden“, sagte der BUND-Vorsitzende Lindemann nach der Veranstaltung, die er dennoch als Erfolg wertete.