Heimat

Endlich wieder ein „großer“ Blutritt

Kressbronn / Lesedauer: 2 min

Erste Blutreiterin in der Kressbronner Gruppe
Veröffentlicht:31.05.2022, 12:37

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Nach zwei Jahren „Blutrittle“ durfte man sich wieder auf einen „richtigen“ Blutritt freuen. Bei strahlendem Wetter wurden bereits an Christi Himmelfahrt die Mehrzahl der Pferde in den Gaststall bei Familie Krämer in Niederbiegen gebracht. Drei Reiterinnen und Reiter ließen es sich nicht nehmen, die sechs Stunden Ritt vom Bodensee nach Weingarten hoch zu Ross zu bewältigen.

Vorausgegangen war nach zwei Jahren Ausfall eine denkwürdige in diesem Fall drei Jahre umfassende Hauptversammlung , in deren Zentrum, wie bei nahezu allen Gruppen, die Frage stand, ob die Blutreitergruppe Gattnau-Kressbronn Frauen als aktive Reiterinnen aufnehmen will. In der kurzen und sehr sachorientierten Aussprache wurde unter anderem kritisiert, dass „die Oberen“ diese heikle Entscheidung sozusagen nach unten durchgereicht hätten. Positiv wurde bemerkt, dass man damit auch für andere Bereiche der Kirche eine Tür öffne und für manche eine alte Familientradition nun auch eine weibliche Nachfolge finden könne. Die nachfolgende geheime Abstimmung ergab ein nahezu einstimmiges Ergebnis für die Aufnahme von Reiterinnen.

Weiter wurde Walter Leuthold für seine 25jährige Teilnahme am Blutritt geehrt, als Nachfolger von Markus Müller wurden zwei neue Schriftführer gewählt. Gruppenführer Christian Heimpel bedankte sich herzlich für Markus langjähriges Engagement.

Stefan Heimpel, Bruder des Gruppenführers, war im vergangenen Jahr jäh aus dem Leben gerissen worden, in stillem Gedenken wurde er in die Versammlung hineingenommen.

Unter dunkelblauem Morgenhimmel kam am Blutfreitag um 5.45 Uhr das Kommando zum Aufsitzen, in gespannter Erwartung ritt man in den strahlenden Morgen, erstmals hatte sich bereits eine Reiterin in die Reihe der 25 Reiter eingereiht.

Angeführt vom bestens marscherprobten Musikverein ging es durch die Straßen und anschließend betend und singend durchs grünende Ösch wieder zurück zur Basilika.

Mit bereits katernden Muskeln erreichte man den Hof, zwar mit etwas Mühe und Not von Ross und Reiter, dennoch sah man in glückliche Gesichter, froh, endlich wieder diese spirituell erfüllende Tradition erlebt zu haben und den Segen des Heiligen Blutes mit nach Hause nehmen zu können.