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Automobilzulieferer

ZF legt zwei Divisionen zusammen und präsentiert den „EVbeat“

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Der Auto–Zulieferer bündelt seine Fahrwerkaktivitäten. Bei einer Medienveranstaltung in Friedrichshafen zeigt er ein elektrisches Konzeptfahrzeug mit besonderer Kühlung.
Veröffentlicht:29.06.2023, 17:08

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Aus zwei mach eins: Der Automobilzulieferer ZF legt zum Jahreswechsel die beiden Divisionen Pkw–Fahrwerktechnik und Aktive Sicherheitstechnik zusammen. Das hat der Chef des Zulieferers, Holger Klein, am Rande des „Global Technology Days“ bekannt gegeben.

Bei der Veranstaltung, zu der über 50 Journalisten aus der ganzen Welt nach Friedrichshafen gereist sind, hat das Unternehmen auf der Teststrecke im Werk 2 zahlreiche technische Innovationen vorgestellt. Dazu gehört auch das erste von ZF entwickelte ganzheitliche Thermomanagementsystem für E–Fahrzeuge.

Division Fahrwerktechnik setzt 8,1 Milliarden Euro um

Für die neue „Division Chassis Solutions“ werden weltweit rund 30.000 ZFler arbeiten. Insgesamt beschäftigt der Konzern 165.000 Mitarbeiter. Der Bereich „Aktive Sicherheitstechnik“ hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 6,5 Milliarden Euro erzielt. Er stammt aus dem TRW–Konzern, den ZF im Jahr 2015 gekauft hat. Dort werden vor allem Bremssysteme entwickelt und gebaut. Die Division Fahrwerktechnik, die sich vor allem um Steuerung und Dämpfung kümmert, hat im Jahr 2022 8,1 Milliarden Euro umgesetzt.

Der Wechselrichter mit Siliziumkarbid-Technologie für den E-Antrieb EVSys800 wurde grundlegend neugestaltet. Weiterentwickelt wurden elektromagnetische Verträglichkeit, Leistungsmodule und Kondensator.
Der Wechselrichter mit Siliziumkarbid-Technologie für den E-Antrieb EVSys800 wurde grundlegend neugestaltet. Weiterentwickelt wurden elektromagnetische Verträglichkeit, Leistungsmodule und Kondensator. (Foto: ZF)

Die neue Division sei ein „Wachstumsfeld“, sagte der Vorstandsvorsitzende Holger Klein. Sie biete „alle Hardware–Komponenten, um ein Fahrzeug in der Vertikal–, Längs– und Querdynamik zu kontrollieren — und darüber hinaus die dazugehörige Vernetzung von Hard– und Software“ Die Führungsmannschaft der neuen Division werde auf der Automesse IAA im September in München vorgestellt.

Dort wird ZF auch das elektrische Konzeptfahrzeug „EVbeat“ präsentieren, das laut Konzern „auf höchste Kompaktheit, geringes Gewicht und maximale Effizienz im Realbetrieb“ ausgelegt ist.

In dem E–Fahrzeug, das auf einem Porsche Taycan aufsetzt, sind ein 74 Kilogramm leichter Antrieb mit hoher Drehmomentdichte verbaut, ein ganzheitliches Thermomanagement und Cloud–vernetzte Antriebssoftware. Bei kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt steige so „die Reichweite im Realbetrieb“ um bis zu ein Drittel im Vergleich zu heute gängiger Technik, schreibt ZF.

„Mit dieser innovativen Lösung unterstreicht ZF seine Systemkompetenz in der Elektromobilität und verschafft E–Autos eine höhere Reichweite“, sagt Holger Klein. Der neue Antriebsstrang ist laut Konzern frei von schweren Seltenen Erden und kann aufgrund der modularen Bauweise von Automobilherstellern flexibel eingesetzt werden.

Elektrifizierung über alle Segmente hinweg: ZF bietet elektrische Mobilitätslösungen für Automobile, Nutzfahrzeuge, Industrie, Baumaschinen und Micro-Mobility.
Elektrifizierung über alle Segmente hinweg: ZF bietet elektrische Mobilitätslösungen für Automobile, Nutzfahrzeuge, Industrie, Baumaschinen und Micro-Mobility. (Foto: ZF)

Das Konzept–Fahrzeug wird von „EVSys800“ bewegt, einem modular aufgebauten 800–Volt–Antrieb mit Siliziumkarbid–Leistungselektronik. Im „EVbeat“ ist das erste von ZF entwickelte zentrale Thermomanagementsystem (TherMaS) für E–Fahrzeuge integriert. Es steuert über mehrere getrennte Kühlkreisläufe alle thermischen Vorgänge für Antrieb, Batterie und Fahrgastraum. Das neue Design senkt laut Konzern Platzbedarf und Gewicht für Kühlung und Heizung von E–Autos. Aufgrund einer propanbasierten 800–Volt–Wärmepumpe benötige es zudem deutlich weniger Energie.