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Nach Diskussion im Gemeinderat

ZF-Arena soll abgerissen, Neubau auf Schulsport zugeschnitten werden

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Der Gemeinderat folgt einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung. Diskussion und Fraktionserklärungen gibt’s nicht, zum Profivolleyball äußert sich nur der Bürgermeister.
Veröffentlicht:06.02.2024, 17:00

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Ohne Diskussion, ohne Fraktionserklärungen und ohne Erwähnung der Profivolleyballer des VfB hat der Gemeinderat sich am Montagabend einstimmig für einen Abriss der ZF-Arena und einen Neubau mit Fokus auf Schul- und Vereinssport ausgesprochen.

Nachdem die beiden Tagesordnungspunkte zur Unterbringung von Geflüchteten in Friedrichshafen mehr als drei Stunden in Anspruch genommen hatten, war das Thema ZF-Arena ziemlich schnell abgehandelt. Um möglichst viele Hallenkapazitäten für den Schulsport in der Innenstadt schaffen zu können und dadurch das vorhandene Defizit langfristig zu beseitigen, soll die ZF-Arena - eine Genehmigung des Landesamts für Denkmalpflege vorausgesetzt - abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Weil Sanierung und Umbau der Arena mit einem erheblichen Kostenrisiko verbunden wären und weil sich der Bedarf an Hallenflächen im vorhandenen Bauwerk nicht abbilden ließe.

In der Innenstadt fehlen neun Hallenteile

Aus einem Demografie-Gutachten der Firma Biregio geht hervor, dass in der Häfler Innenstadt für den Schulsport langfristig insgesamt 17 Hallenteile benötigt werden - wovon neun neu geschaffen werden müssen.

Wir verbauen uns nichts für den Profivolleyball, auch wenn er hier nicht unterbringbar ist.

Bürgermeister Andreas Hein

Drei dieser zusätzlichen Hallenteile sollen am Standort der alten Festhalle an der Scheffelstraße entstehen. Das heißt, dass mit sechs Hallenteilen am Standort der ZF-Arena der langfristige Bedarf gedeckt werden könnte, ohne noch eine weitere Halle bauen zu müssen.

Pflichtaufgabe soll Chance auf Abrissgenehmigung erhöhen

Und genau so soll das nun gemäß einstimmigem Gemeinderatsbeschluss in einem Ersatzbau für die ZF-Arena umgesetzt werden. Weil das Bereitstellen von Hallenflächen für den Schulsport eine kommunale Pflichtaufgabe ist und weil das Erfüllen dieser Pflichtaufgabe laut Einschätzung der Stadtverwaltung auch die Chance auf eine Abrissgenehmigung durch das Landesamt für Denkmalpflege erhöht.

Auf eine entsprechende Anfrage von Schwäbische.de im September vergangenen Jahres hatte die Stadt allerdings noch zu verstehen gegeben, dass für die Entscheidung der Denkmalschützer die Nutzung keine Rolle spiele.

Stadt und VfB sprechen über Multifunktionsarena

Der Bedarf der Profivolleyballer an Flächen, Räumen, Nutzungszeiten und Zuschauerkapazitäten lässt sich in der Neubauvariante, die nun umgesetzt werden soll, nicht abbilden. Ist der Beschluss demnach indirekt als Ausstieg der Stadt aus der finanziellen Unterstützung des Profisports zu verstehen?

„Wir verbauen uns nichts für den Profivolleyball, auch wenn er hier nicht unterbringbar ist“, sagte Bürgermeister Andreas Hein in der Ratssitzung und verwies auf die aktuellen Überlegungen des VfB in Richtung einer Multifunktionsarena auf dem eigenen Vereinsgelände. Dazu sei man mit dem Verein im Gespräch, so Hein.

Welcher Standort hat Priorität?

In den Wortmeldungen aus den Fraktionen waren die Profivolleyballer überhaupt kein Thema. Stattdessen ging es um die Frage, in welcher Reihenfolge die beiden neuen Hallen in der Innenstadt gebaut werden sollten. Während Simon Wolpold für das Netzwerk dafür plädierte, den Neubau am Standort der alten Festhalle aufgrund seiner Nähe zu den Schulen zuerst umzusetzen, wies SPD-Rat Heinz Tautkus darauf hin, dass am Standort der ZF-Arena zum einen der Planungsaufwand geringer sei und zum anderen dort gleich sechs zusätzliche Hallenteile geschaffen werden. Planerisch vorangetrieben werden sollen laut Auskunft der Verwaltung zunächst beide Projekte parallel.

In welcher Rolle sich die Stadt künftig in Bezug auf den Profisport sieht, bleibt weiterhin unklar. Für die laufende und die nächste Saison wird die Spacetech-Arena am Flughafen den Volleyballern als Heimspielstätte auf jeden Fall noch erhalten bleiben. Ob das von OB Andreas Brand in einem Interview mit Schwäbische.de so bezeichnete „Konstrukt aus Profisport, Bundesstützpunkt und Amateurarbeit mit Mitteln der Stadt, der Stiftung und der Stiftungsbetriebe“ darüber hinaus fortbestehen soll, hat der Gemeinderat bislang öffentlich weder entschieden noch beraten.