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Zeppelin Universität Friedrichshafen: Entscheidung des Wissenschaftsrates ist ein „bildungspolitisch historischer Moment“

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Professoren und Doktoranden der Zeppelin Universität feiern baldiges Promotionsrecht
Veröffentlicht:30.05.2011, 18:50
Aktualisiert:25.10.2019, 18:00

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Die Nachricht über die Entscheidung des Wissenschaftsrates, dem Wissenschaftsministeriums Baden-Württembergs zu empfehlen, der Zeppelin Universität das Promotionsrecht zu vergeben, hat am Freitag am Seemooser Horn Feierstimmung und Erleichterung ausgelöst. Die Universität erreichten viele Grußbotschaften – eine ganze Reihe darunter auch von staatlichen Universitäten, mit denen die ZU zusammenarbeitet. Das war in diesem Fall bislang nötig, da, wer immer eine Doktorarbeit schreiben wollte, mit einer staatlichen Universität eine Kooperation eingehen musste.

Die in wichtigen wissenschaftlichen Publikationen immer wieder zitierten Professoren der ZU mussten bei staatlichen Unis „betteln“ gehen, um ihre Doktoranden dort unterzubringen. Das ist bald vorbei. Das Ministerium will der Empfehlung des Wissenschaftsrates folgen.

Prof. Marcel Tyrell (Buchanan Institut für Unternehmer- & Finanzwissenschaften) betrachtet die Ausbildung der Doktoranden als eine der spannendsten Aufgaben eines Professors. „Wir arbeiten jetzt auf wissenschaftlicher Augenhöhe mit anderen Forschungseinrichtungen und können unter eigenem Namen Leben in die Wissenschaft bringen“, sagt er und beurteilt die Entscheidung es Wissenschaftsrates ähnlich wie sein Kollege Prof. Peter Kenning (Lehrstuhl für Marketing).

Während Tyrell sagt, dass der Wissenschaftsrat mit dieser Entscheidung weiter sei, als manch ein Professor der staatlichen Universitäten bislang denke, nennt Kenning die Entscheidung einen „Bildungspolitisch historischen Moment“.

Aber auch die zu erfüllende Aufgabe für die Zukunft ist den Lehrenden nicht fremd: „Wir müssen jetzt auch zeigen, dass wir in dieser Liga mitspielen können“, sagt Prof. Marcel Tyrell, wohlwissend, dass die ZU dort längst auf den ersten Tabellenplätzen rangiert.

Das Präsidium der ZU freut sich über die Empfehlung. ZU-Präsident Prof. Stephan A. Jansen: „Das ist der Verdienst der Wissenschaftler, der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der Studenten. Wir müssen jetzt die Wachstumspläne fortsetzen und den Forschungsoutput erhöhen.“ Als Doktoranden sind unter anderem der Tettnanger Marc Linzmajer und seine Kollegin Inga Wobker unterwegs. Beide sprechen von einer ungeheuren Erleichterung, „jetzt ganz konzentrioert hier vor Ort unseren Weg gehen“ zu können und sich eben nicht nach den speziellen Promotionsregeln anderer Unis richten zu müssen.

Prof. Alexander Eisenkopf (Phoenix-Lehrstuhl für Allgemeine BWL & Mobility Management) fasst die bald an der ZU beginende Ära in einem Satz treffend zusammen: „Jetzt dürfen wir endlich im Rahmen unserer garantierten Berufsfreiheit auch agieren.“