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Vortrag im GZH: Grüne haben das Gemeinwohl im Blick

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Referent Christian Felber aus Wien erklärt ein alternatives Wirtschaftsmodell, die Gemeinwohlökonomie
Veröffentlicht:28.08.2018, 15:01
Aktualisiert:22.10.2019, 16:00

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„Das Gemeinwohl geht uns alle an“, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Mathilde Gombert . Zum nächsten Termin in der grünen Veranstaltungsreihe hat die Gemeinderatsfraktion deshalb Christian Felber aus Wien eingeladen. Der Mitbegründer der Gemeinwohlökonomie-Bewegung erklärt am Sonntag, 16. September, ab 10.30 Uhr im Graf-Zeppelin-Haus das alternative Wirtschaftssystem.

Die Gemeinwohlökonomie (GWÖ) bietet laut Pressemitteilung der Grünen ein Wirtschaftsmodell, in dem nicht der finanzielle Gewinn Einzelner, sondern das Wohl aller – das Gemeinwohl – im Vordergrund steht. Demnach sollen beispielsweise die gesellschaftlichen Kosten des Billig-Produzierens den Verursachern angelastet und nicht mehr von der Allgemeinheit getragen werden.

Bei Christian Felbers Vortrag „Gemeinwohlökonomie – ein anderes Wirtschaften ist möglich“ lernen die Besucher die Idee und Ansätze des neuen Wirtschafts- und Managementmodells aus erster Hand – und in unterhaltsamer Form – kennen.

„Die Orientierungsmaßstäbe sind Gerechtigkeit und Kooperation anstelle von Macht des Stärkeren“, erläutert Fraktions-Vize Gerhard Leiprecht. „Die Wirkungen unternehmerischen Handelns werden deshalb nicht nur in Erfolgsbilanzen und Nachhaltigkeitsberichten dargestellt, sondern fließen in die GWÖ-Bilanz ein.“

Fragen, wie nachhaltig ein Unternehmen wirtschaftet, welche Werte ihm wichtig sind und was es für die Gesellschaft leistet, werden aufgegriffen. Wie transparent, solidarisch und demokratisch werden unternehmerische Ziele erreicht? Welche Auswirkungen haben wirtschaftliche Aktivitäten auf die Lebensqualität? Werden Mitarbeiter gerecht bezahlt und wird ökologische Nachhaltigkeit sichergestellt, sind wichtige Fragen, die bei einer GWÖ-Zertifizierung eine Rolle spielen.

Die Grünen nehmen damit die Verantwortung der Gemeinde für das Gemeinwohl ins Visier. Denn die kommunale Verwaltung könne das Gemeinwohl nicht nur durch eigenes Handeln steigern, sondern auch, indem sie die Wirtschaft aktiv in der Umsetzung fördere, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Erste Gemeinden setzen sich mit Pilotprojekten auseinander. „Friedrichshafen sollte dabei sein“, sind sich die grünen Fraktionsmitglieder einig.

Nach dem Vortrag lädt der Verein zur Förderung der Gemeinwohlökonomie zur Teilnahme an vertiefenden Workshops ein. Anmeldung per E-Mail: [email protected]