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VfB Friedrichshafen zieht Asse aus dem Ärmel

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Die Häfler Volleyballer glänzten beim Sieg gegen die WWK Volleys Herrsching mit ihrer Aufschlagqualität. Geprägt war der Bayern-Württemberg-Gipfel von Emotionen.
Veröffentlicht:11.02.2024, 20:01

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Der VfB Friedrichshafen hat den ersten Teil des knackigen Doppelpacks erfolgreich absolviert. Vor rund 1000 Zuschauern in der ausverkauften Spacetech-Arena haben die Häfler Volleyballer am Sonntag den Tabellensechsten WWK Volleys Herrsching mit 3:0 (29:27, 25:19, 26:24) besiegt. Es war schon der 14. Saisonsieg in der laufenden Bundesligasaison - die drei Punkte waren im Dreikampf um die Top-Drei-Plätze mit den Helios Grizzlys Giesen und SVG Lüneburg enorm wichtig. Schon am Dienstag tritt der VfB beim Tabellenfünften SWD Powervolleys Düren (20 Uhr/Dyn) an.

„Wir waren das ganze Spiel die bessere Mannschaft, haben das Spiel gut kontrolliert und lagen immer vorne“, lobte VfB-Trainer Mark Lebedew. Ihm gefiel die Aufschlagqualität: „Elf Asse, 16 Fehler - das ist eine herausragende Quote.“ Ganz zufrieden konnte er aber nicht sein, weil auch der Gegner „unnötige“ Aufschlagserien in Person von Filip John hatte. „Wir haben uns in jedem Satz ein Timeout genommen, leider war es kein offizielles. Und Herrsching hat weitergespielt, deshalb war es knapper als es hätte sein müssen“, so Lebedew, der die Stärke des Gegners bei „Hochballsituationen“ anerkannte.

Auch Herrsching ist in diesen Tagen einer großen Belastung ausgesetzt. Der Tabellensechste kassierte am Freitagabend im BMW-Park in München eine 1:3 (25:16, 23:25, 23:25, 20:25)-Heimniederlage gegen Giesen und muss nach der Partie in Friedrichshafen bereits am Mittwochabend in der Nikolaushalle in Herrsching gegen den VC Bitterfeld-Wolfen (20 Uhr) wieder ran.

Severi Savonsalmi verdrängt Marcus Böhme auf die Bank

Lebedew schickte im Bayern-Württemberg-Gipfel seine Stammformation aufs Feld: Zuspieler Aleksa Batak, Diagonalspieler Michal Superlak, Libero Nikola Pekovic, die Außenangreifer Tim Peter und Jackson Young sowie die Mittelblocker José Israel Masso Alvarez und Severi Savonsalmi sollten den Heimsieg auf den Weg bringen. Savonsalmi bekam erneut den Vorzug vor Kapitän Marcus Böhme. Auch Zugang Ben-Simon Bonin blieb bei seinem ersten Heimspiel nach seiner Rückkehr auf der Bank.

Unter den Augen des verletzten Außenangreifers Simon Kohn zog der VfB schon im ersten Satz ein paar Asse aus dem Ärmel. Vor allem Superlak, der die Herrschinger gleich dreimal mit der ersten Angriffsaktion düpierte. Die Lockerheit war da, Batak streichelte Young nach einem erfolgreichen Angriff (21:18) den Kopf. Der VfB erspielte sich einen Vier-Punkte-Vorsprung (24:20), und hätte den Satz trotzdem fast noch abgegeben. Magloire Mayaula (21:24) und der sehr agile Außenangreifer Daniel Gruvaeus (22:24, 23:24) hielten die Bayern im Spiel. Danach wurde es wild. Die Gastgeber dachten nach einem Dreierblock, den Satz gewonnen zu haben. Allerdings wusste das Herrschings Coach Thomas „Bob“ Ranner zu verhindern. Der Ex-Co-Trainer des VfB ließ per Videochallenge eine Netzberührung überprüfen und bekam von den Schiedsrichtern zum Unmut von Lebedew recht. Drei Herrschinger Sätzbälle blieben ungenutzt, der VfB verwandelte seinen ersten. Dank Theo Timmermann, der den Ball zum 29:27 für den VfB ins Netz schlug.

Herrschings Trainer beschwert sich massiv

Ein Duell zwischen Friedrichshafen und Herrsching bedeutet immer auch viele Emotionen - und die gab es auch am Sonntag. Ranner nahm dabei die Schiedsrichter ins Visier. Nach Superlaks Punkt zum 28:27 für den VfB beschwerte er sich massiv, den Wunsch nach einem Videobeweis konnten ihm die Unparteiischen aber nicht erfüllen.

Nun war Friedrichshafen ins Rollen gekommen, richtig Spaß an seinen Aufschlägen hatte insbesondere Peter. Der 26-Jährige jagte die Bälle nun konstant mit höchster Geschwindigkeit auf die andere Seite und setzte seinem Ex-Club in Abschnitt zwei mit drei Assen ordentlich zu. Auch Superlak ist für seine Power bekannt - das bekamen die Herrschinger häufiger zu spüren. So wie auch beim zweiten VfB-Satzball. Mayaula riskierte nach einem Angriffsschlag des Diagonalangreifers Kopf und Kragen. Es war umsonst: Der Mittelblocker aus der Demokratischen Republik Kongo schaffte es nicht, den Ball im Spiel zu halten - 25:19 für den VfB.

Ganz kampflos überließen die Gäste den Häflern die drei Punkte jedoch nicht. Sie steigerten sich wieder und kämpften im dritten Satz bis zum Schluss. Aber auch diesmal zogen die Bayern den Kürzeren. Herrschings Diagonalspieler John brachte den letzten Angriff nicht im VfB-Feld unter. Ranner nahm eine Videochallenge und ließ eine Berührung kontrollieren - diese lag aber nicht vor und so blieb es in einem von Unterbrechungen (Lebedew: „Anschreibetafel ist gecrasht“), Diskussionen und Videoüberprüfungen geprägten Satz beim 26:24 für die Gastgeber, die damit auch über einen 3:0-Gesamterfolg jubeln durften.

Ab Montagmorgen im Bus

Die Häfler Volleyballer werden sich nun relativ zügig in den Bus setzen. Am Montag steht ab 8 Uhr morgens die Reise nach Nordrhein-Westfalen an, um dort am Dienstagabend um 20 Uhr in Düren anzutreten.

Eine Sensation schaffte am Wochenende übrigens der ASV Dachau. Der Aufsteiger aus Bayern schlug die Berlin Recycling Volleys mit 3:2 (21:25, 25:21, 14:25, 25:22, 15:13) und fügte dem Tabellenführer somit die erst zweite Saisonniederlage zu.