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VfB Friedrichshafen erhält Lehrstunde vom Dominator Berlin

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Die Häfler Volleyballer haben nach neun Siegen in Serie ihre Grenzen aufgewiesen bekommen. Im Bundesliga-Topspiel bei den BR Volleys sind sie teils hergespielt worden.
Veröffentlicht:21.01.2024, 17:56

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Prüfung nicht bestanden: Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen haben im Bundesliga-Topspiel bei den Berlin Recycling Volleys mit 0:3 (21:25, 12:25, 18:25) klar den Kürzeren gezogen. 0:3 verloren die Häfler am Sonntagmittag vor 5543 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle. Nach neun Erfolgen in Folge bedeutete die Niederlage das Ende der Siegesserie. Außerdem musste der VfB den zweiten Tabellenplatz an die SVG Lüneburg (3:0 gegen den VC Bitterfeld-Wolfen) abtreten. Entsprechend desillusioniert äußerte sich Friedrichshafens Außenangreifer Tim Peter im Dyn-Interview. „Ich bin mega enttäuscht. Wir haben uns viel mehr vorgenommen und ich hätte nicht gedacht, dass es so deutlich wird“, meinte Peter und hatte schon eine Erklärung für die bittere Pleite: „Berlin schlägt megastark auf, da musst du dagegenhalten.“

Der Trainerwechsel im Sommer, Joel Banks übernahm das Amt für den langjährigen Erfolgstrainer Cédric Énard, tat der Dominanz des amtierenden Meisters keinen Abbruch. 13 Siege aus 13 Spielen stehen für die BR Volleys in der laufenden Bundesligasaison zu Buche - das Hinspiel in Friedrichshafen entschied Berlin klar mit 3:0 (25:21, 25:19, 25:20) für sich. Außerdem warf das Banks-Team den VfB dank eines knappen 3:2-Erfolges im DVV-Pokal aus dem Wettbewerb und steht dort nun im Finale gegen die WWK Volleys Herrsching.

Das Comeback des Anzugs

Beide Duelle fanden im November 2023 statt, seitdem hat sich bei den Häflern durch die Ankunft von Mittelblocker José Israel Masso Alvarez einiges getan. Nach neun Siegen in Serie rechnete sich Friedrichshafen deshalb auch etwas in der deutschen Hauptstadt aus. Zugleich bedeutete das Gigantenduell auch das Comeback des Anzugs von Lebedew. Er coachte seine Mannschaft wegen einer Schulteroperation sechs Bundesligaspiele mit Armschlinge und Poloshirt - ab jetzt kann er sich wieder frei entscheiden, wie er sich am Spielfeldrand präsentieren will. Die Qual der Wahl hat er ebenfalls bei seinem Team. Alle Spieler sind fit, sieben Akteure sind momentan kaum wegzudenken und auf die setzte Lebedew in Berlin zunächst auch. Neben Masso sollten es Zuspieler Aleksa Batak, Kapitän Marcus Böhme, Libero Nikola Pekovic, die beiden Außenangreifer Tim Peter und Jackson Young sowie Diagonalspieler Michal Superlak richten.

Der VfB zählte insbesondere auf die Qualität von Superlak, der in den vergangenen Spielen hervorragende Leistungen zeigte. Auf den ersten Punkt des 30-jährigen Polen musste auch nicht lange gewartet werden. Er steuerte das 3:2 bei und untermauerte somit einen gelungenen Start der Häfler. Die drohten aufgrund einiger Angriffsfehler in der Folge aber immer wieder den Anschluss zu verlieren. Das bemerkte auch Lebedew, der deshalb in einer Auszeit lautstark forderte: „Aggressiver!“. Und die Gäste vom Bodensee überzeugten danach auch mit Kampfgeist, verkürzten in Person von Superlak auf 21:22. In der entscheidenden Endphase war Berlin jedoch überlegen. Batak traf bei seinem Angriff die Netzkante - 25:21 für die BR Volleys. Sehr prägend im ersten Satz war Mittelblocker Timo Tammemaa.

Friedrichshafen verliert komplett den Faden

Im zweiten Satz verlor Friedrichshafen dann komplett den Faden, wohingegen Berlin nun aufdrehte. Mit bösem Blick versuchte Lebedew sein Team mehrfach wachzurütteln. Er wechselte beim Stand von 5:12 Jan Fornal für Young ein, später kam noch Sergio Carrillo für Batak in die Partie. Es trat aber keine Besserung ein, zur zweiten technischen Auszeit stand es 7:16 (Berlin möchte ohne Challenge spielen). Die Gastgeber erteilten den Häflern nun eine absolute Lehrstunde. Mit ihrem schnellen Spiel und einem hohen Aufschlagdruck nutzten die BR Volleys die großen Lücken auf dem VfB-Feld gnadenlos aus. Ruben Schott sicherte dem deutschen Meister mithilfe der Häfler Blockhände den 25:12-Satzgewinn.

In den Minuten danach zerlegte Berlin die Gäste weiter und lag zur ersten technischen Auszeit des dritten Abschnitts mit 8:3 vorne. Massos Stärke kam nie so zum Tragen. Danach stieg die Hoffnung des VfB, den Satz doch noch zu gewinnen: Böhme blockte den MVP Timothée Carle zum 9:10. Phasenweise sah es aber sehr konfus aus, was die Häfler spielten und dafür bekamen sie in diesem Topspiel jedes Mal auch die Quittung. Tammemaa nutzte die Hände von Fornal, der erneut für Young eingewechselt wurde, zum 18:11. Zum Schluss betrieb der VfB immerhin Ergebniskosmetik. Unter anderem gelangen Peter einige wuchtige Angriffsschläge, sodass das dritte Satzergebnis (18:25) noch wesentlich erträglicher gestaltet wurde. Dennoch setzte Berlin mit diesem Erfolg ein Ausrufezeichen.

Berlin und Friedrichshafen treffen in ihrem nächsten Spiel auf die Helios Grizzlys Giesen. Die BR Volleys gastieren am Mittwochabend um 19 Uhr in der Volksbank-Arena in Hildesheim. Der VfB empfängt die Niedersachsen am Samstag um 17 Uhr in der Spacetech-Arena.