Friedrichshafen

Trumpfkarte VfB Stuttgart

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Von der Kooperation mit dem Fußball-Bundesligisten profitiert der VfB Friedrichshafen in vielerlei Hinsicht. Denn beide Teams füllen die Zusammenarbeit mit Leben.
Veröffentlicht:30.11.2023, 06:00

Artikel teilen:

Der VfB Stuttgart ist in Fußball-Deutschland eine große Nummer und auch in Europa ist der Verein aus Baden-Württemberg ein Begriff. Insbesondere im Süden ist das Interesse an dem Verein riesengroß - regelmäßig weisen die Schwaben einen Zuschauerschnitt von rund 50.000 auf. Von dem Namen, den sich der VfB Stuttgart aufgebaut hat, profitiert auch der VfB Friedrichshafen. Beide Clubs pflegen nämlich seit Jahren ein gutes Verhältnis und sind seit 2020 offiziell Kooperationspartner.

Es ist eine Partnerschaft, die nicht nur auf dem Papier besteht. Das machte im Sommer vor allem auch das Geschehen auf dem Friedrichshafener Vereinsgelände an der Teuringer Straße 2 deutlich. Gleich zweimal begrüßten die Häfler den Nachwuchs des VfB Stuttgart. Die U13 des Bundesligisten absolvierte am Bodensee ihr einwöchiges Trainingslager. Eine Woche später kam die U11 vorbei. Zu einem gemeinsamen Trainingstag mit den Friedrichshafener Fußballern, den Footrebels Zürich sowie dem SC Pfullendorf. Und ein Tag später fand im Zeppelinstadion ein Leistungsvergleich mit dem MTU-Leistungszentrum, dem SSV Ulm 1846 und dem FC Zürich aus der Schweiz statt. Es ist nicht leicht, solche Teams nach Friedrichshafen zu holen. Mit der „Trumpfkarte VfB Stuttgart“ funktioniert das aber, sagt Boban Savic, Sportlicher Leiter Jugend beim VfB Friedrichshafen und Trainer des MTU-Leistungszentrums.

Immer wieder schaffen es Häfler Talente ins Stuttgarter NLZ

Die Häfler Talente halten laut Savic in diesen Vergleichen ordentlich mit. Wichtig ist es den Verantwortlichen, dass Fußball gespielt wird und „Ergebnisse stehen nicht immer im Vordergrund“. Natürlich sei es jedoch so, dass die Stuttgarter Spieler im technischen Bereich überlegen sind. Ab und zu schafft es auch ein Häfler Jugendspieler in den Nachwuchs des deutschen Erstligisten. Im vergangenen April sind Noah Nikic und Sebastian Matthias ins Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) gewechselt. Der VfB Friedrichshafen, der damit zwar seine besten Spieler verliert, fördert das. Unter anderem dürfen immer wieder Häfler Spieler beim Bundesliganachwuchs mittrainieren und mit einer Gastspielerlaubnis auch bei Leistungsvergleichen und Turnieren für Stuttgart mitspielen. „Es ist unser Ziel, dass wir Spieler entwickeln. Wir haben kein NLZ, und wenn man im Profibereich landen will, sollte man den Schritt gehen. Es macht uns stolz, wenn es Spieler zum VfB Stuttgart schaffen“, so Savic. Nicht jeder Fußballer etabliert sich letztlich im Profifußball, weshalb auch die Hoffnung besteht, dass möglicherweise auch die erste Friedrichshafener Mannschaft später mal eine Option sein könnte.

Jedenfalls macht die Kooperation den Verein am Bodensee für potenzielle Neuzugänge interessanter. „Wir haben den Vorteil, dass wir dadurch gute Spieler zum VfB Friedrichshafen lotsen können“, sagt Savic. Auch für die Trainer hat die Partnerschaft einen positiven Nutzen. Regelmäßig fahren Häfler Trainer zu einer Hospitation ins NLZ des VfB Stuttgart und erweitern ihr Wissen durch den Austausch mit den Stuttgarter Übungsleitern.

Fast schon Formsache ist dann, dass der VfB Stuttgart am MTU-Cup teilnimmt. Zum U15-Topturnier am kommenden Wochenende schicken die Schwaben ein Team. In diesem Jahr treffen dabei beide Kooperationspartner aufeinander. Ihr erstes Spiel in der Messehalle A1 bestreiten die Stuttgarter am Samstag um 12.30 Uhr gegen den FC Barcelona „Blau“, außerdem sind auch noch Eintracht Frankfurt, Sporting Lissabon und der TSV Tettnang in der Gruppe der beiden VfBs.