Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis: Jugendliche verfolgen Spektakel

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt, ist das immer wieder faszinierend - sofern man überhaupt etwas sieht. Die Häfler Berufsschüler hatten Glück und dank großer Teleskope den Durchblick.
Veröffentlicht:25.10.2022, 19:00
Aktualisiert:25.10.2022, 19:48

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Eine partielle Sonnenfinsternis sieht man nicht alle Tage und entsprechend groß ist die Faszination, wenn sie vorkommt. So richteten sich am Dienstagmittag die Blicke der Häfler Berufsschüler in Richtung Himmel, als der Schatten des Mondes Teile der Sonne bedeckte. Betreut wurden die Schüler dabei von Mitgliedern der Astronomischen Vereinigung Bodensee e. V. (AVB).

„Die Jugend ist interessiert und das Wetter ist perfekt“, sagte der zweite Vorsitzende der AVB, Michael Delzer , über die Rahmenbedingungen. Zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern hatte er für die Berufsschüler auf dem Rasen vor der Claude-Dornier-Schule mehrere Teleskope und einen Live-Stream der partiellen Sonnenfinsternis aufgebaut.

Jeder will einen Blick auf den Schatten erhaschen

Durch die Geräte und spezielle Brillen beobachteten die Jugendlichen genau, wie der Schatten über die Sonne wanderte. Als die Finsternis um kurz nach zwölf das Maximum erreichte, war der Andrang an den Instrumenten besonders hoch. Jeder wollte einen Blick auf den schwarzen Fleck erhaschen.

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Aber nicht nur die Sonnenfinsternis beeindruckte die Schüler. Auf dem Live-Stream waren auch sogenannte Protuberanzen, also riesige Materienströme am Rand der Sonne, und Erdball-große Sonnenflecken zu erkennen. Was auf dem Bildschirm wenige Zentimeter einnimmt, sei in Wirklichkeit tausende Kilometer lang, erklärte der Initiator der Aktion, Thomas Siebold .

Totale Sonnenfinsternis lässt auf sich warten

Der Lehrer unterrichtet an der Claude-Dornier-Schule Astronomie und Raumfahrttechnik und ist selbst Mitglied im AVB. „Ich habe diese Aktion relativ kurzfristig geplant und freue mich jetzt sehr über die große Unterstützung aus dem Verein“, sagt Siebold. Die Teleskope, die mehrere Tausend Euro wert sind, seien alle aus dem Privatbesitz der Vereinsmitglieder zur Verfügung gestellt worden.

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Dass die Schüler überhaupt die Möglichkeit haben, eine Sonnenfinsternis zu sehen, sei etwas Besonderes, betonte Michael Delzer. Die Beobachtung des ohnehin seltenen Himmelsphänomens sei in den letzten Jahren schon mehrfach wetterbedingt ins Wasser gefallen. Die nächste partielle Sonnenfinsternis, die auch von Deutschland aus zu erkennen ist, soll erst 2025 wieder stattfinden. Die nächste totale Sonnenfinsternis lässt sogar bis 2081 auf sich warten.