Sommerfest

Sommerfest der Kulturen verbindet

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

„Helferkreis Asyl St. Columban“ lädt Flüchtlinge und Asylsuchende ein
Veröffentlicht:22.07.2018, 15:58
Aktualisiert:22.10.2019, 17:00

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Wie bringt man einen überdimensionalen Fallschirm zum wunderschönen Schwingen? Kein Problem, wenn möglichst viele Hände gemeinsam anpacken. Und eventuelle Sprachprobleme spielen dabei überhaupt keine Rolle. Dass das Ganze auch noch unheimlich Spaß machen kann, das zeigte sich am Samstag beim „Sommerfest der Kulturen“, zu dem der „Helferkreis Asyl St. Columban“ unter der Leitung von Annemarie Fricker in diesem Jahr bereits zum fünften Mal eingeladen hatte.

Viele Flüchtlinge und Asylbewerber kamen und verbrachten beim gemütlichen Beisammensein, bei Spiel und Sport, einen vergnüglichen Nachmittag auf den Wiesen rund um St. Columban – unter ihnen zahlreiche Familien mit Kindern. Mit von der Partie waren auch ehrenamtliche Helfer, die sich um die Menschen aus Syrien , Afghanistan, Nigeria, Eritrea, Gambia und anderen Ländern kümmern, die in der Erstunterkunft in der Paulinenstraße wohnen oder mittlerweile im Rahmen der Anschlussunterbringung eine andere Bleibe in Friedrichshafen gefunden haben.

In diesem Jahr gab es Spezialitäten aus den jeweiligen Heimatländern zu verköstigen, die von einigen Besuchern mitgebracht wurden. Zum Beispiel „Kufte“, eine Art Fleischbällchen aus Lammfleisch, die in Syrien mit scharfer Soße und Reis serviert werden. Echt lecker und von Ghayas Abolkader fachmännisch zubereitet. Oder Hühnchen mit Reis und in Öl gebackenem Brot, das die Syrerin Hiwa Joe mitgebracht hat. Natürlich aber auch der typisch deutschen Kartoffel- oder Krautsalat, der in bewährter Manier vom Columban-Team vorbereitet wurde.

Jemand klopft an die Tür. „Darf ich hereinkommen?“ „Ja, bitte“, tönt es von der anderen Seite. Andere Situation: Man trifft sich auf der Straße. „Wie geht’s Ihnen?“, fragt der eine. „Noch einen schönen Sonntag“, sagt der andere am Ende der kurzen Unterhaltung. Typische Ansatzpunkte ihres interaktiven Sprachunterrichts, von dem Gerda Marseglia am Rande des Sommerfestes berichtet. Ein etwas anderer Deutschkurs, den die pensionierte Schulleiterin jeweils am Freitagnachmittag im Rahmen des „Café Miteinader“ in der Paulinenstraße anbietet. „Mir geht’s um umgangssprachliche Kompetenz“, sagt sie. „Außerdem wird so der Unterricht nicht langweilig. Und Erfolgserlebnisse stellen sich bei mir genauso ein wie bei den Asylbewerbern.“

Dann folgte er mit Spannung erwartete Auftritt der syrischen Männer-Tanzgruppe unter der Leitung von Abdullah Sayed, die schon beim Interkulturellen Stadtfest ihre Feuertaufe bestanden hat. „Wir sind elf Männer im Alter von 28 bis 37 Jahren. Wir üben ein bis zweimal monatlich und haben viel Freude am folkloristischen Tanz. Wir freuen uns aber, dass unsere Tänze gut ankommen und darüber, dass wir so viele positive Rückmeldungen bekommen haben“, sagt Abdullah Sayed.