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So weit kommt man mit zwei Kindern und 100 Euro auf dem Seehasenfest

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Rummel, Festzelt, Attraktionen: Das verspricht viel Spaß und ein leeres Portemonnaie. Familie Philipp hatte bei ihrem Selbstversuch einen Trick, damit das Geld länger reicht.
Veröffentlicht:14.07.2023, 19:00

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Wie weit kommt man mit zwei Kindern und 100 Euro auf dem Seehasenfest? Redakteurin Sandra Philipp hat mit ihren Töchtern Florentine und Jasmin den Versuch gemacht. Fröhlich, satt und zufrieden haben die drei Testerinnen das Fest nach drei Stunden verlassen. Und Überraschung: Das Geld hat länger gereicht als gedacht.

Mit der Familie auf’s Seehasenfest inklusive einer großen Runde über den Rummelplatz, das geht ins Geld. Das war schon immer so. Doch was ist in Zeiten von Inflation und Energiekrise überhaupt noch drin? Ich verrate schon mal so viel: Wenn es um den größtmöglichen Fahrspaß geht, dann reicht für liebende Schwestern (Vorsicht Ironie) gerne auch mal ein Getränk und eine Mahlzeit.

Wir lassen das Auto zu Hause und investieren 8,10 Euro in ein Familientagesticket. Der Silberpfeil bringt uns sicher an den Hafenbahnhof und damit direkt zu unserem Startpunkt: dem Rummel. Jasmin kann es kaum erwarten, endlich Geisterbahn zu fahren. Der Gruselspaß ist der Sechsjährigen vom Besuch ihres ersten bewusst erlebten Seehasenfests 2022 nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Zwischenstand: 91,10 Euro

Erster Dämpfer: Das Team vom „Monsterhaus“ kämpft mit technischen Problemen. Also entscheiden wir uns für vier Euro pro Person auf „Taumreise“ zu gehen. Mit Spezialbrille auf der Nase ab ins Spiegelkabinett. Das unspektakuläre Labyrinth aus Plexiglasscheiben ist für mich der Flop des Tages.

Auf Empfehlung einer anderen Familie steuern wir den „Chaos–Airport“ an. Wir balancieren über Wackelbrücken, schlängeln uns durch die Koffer–Hindernisbahn und rutschen im Affenzahn über die Notrutsche. Ein Top–Erlebnis, für das wir zehn Euro in ein Dreier–Ticket investieren.

Zwischenstand: 69,90 Euro

Um das Riesenrad machen wir einen großen Bogen. Sieben Euro pro Person würde unser Budget zu schnell auffressen, da stimmen die Kurzen ihrer Mutter ausnahmsweise mal zu. Auch wenn der Blick hoch oben über den See unbeschreiblich schön ist.

Fotos: Sandra Philipp


Wir sind heiß auf mehr. Ein weiteres Mal steuern wir die Geisterbahn an — noch immer gesperrt. Also die Familienachterbahn. Kosten: 10,50 Euro — der Spaßfaktor: unbezahlbar!

Zwischenstand: 59,40 Euro

Der Geruch der süßen Leckereien verführt und so kaufen sich die Kinder eine kleine Tüte gebrannte Mandeln für vier Euro und eine Zuckerwatte für drei Euro. „Wir können ja teilen“, beschließt die sonst nicht so freigiebige Jasmin pragmatisch.

In dieser Sache sind sich die beiden heute einig. Ganz schwäbisch teilen sie heute sogar ein alkoholfreies Getränk für vier Euro. Am Crêpe–Strand besteht jedes Kind dann allerdings auf eine eigene Leckerei zu je fünf Euro. Mama hat eher Lust auf Herzhaftes und stillt ihren Hunger mit einem Langos für sechs Euro. Die Völlerei geht ins Geld.

Zwischenstand: 32,40 Euro

Die neunjährige Florentine hat den Job des Finanzministers übernommen und zieht die Bremse. „Mama, wir haben in einer Stunde mehr als die Hälfte verprasst.“ Sie ordnet für sich und die kleine Schwester an: „Dann fahren wir jeder nur einmal mit dem Boxauto.“ Mama verzichtet und so werden sechs Euro fällig. Die Geisterbahn ist noch immer kaputt, also geben wir das auf und ziehen ins Multi–D-Kino (insgesamt 10 Euro).

Weil ein bisschen Glücksspiel dazu gehört, kegeln die Mädels für fünf Euro. Gemeinsam genehmigen wir uns zum Abschluss noch ein paar Locken–Pommes. Weil wir gut gewirtschaftet haben, bekommt Mama zum Abschluss sogar noch eine halbe Festbier für 5,50 Euro.

Beseelt machen wir uns auf den Heimweg. Das selbstgesetzte Budget hat uns fast drei Stunden gereicht. Wir sind dankbar, diesen Tag gemeinsam erlebt zu haben und uns durchaus bewusst, dass es in Friedrichshafen auch viele Familien gibt, denen ein solcher Tag nicht ohne weiteres möglich ist.