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Bodensee Business Forum 2023

Gelungene Premiere: Sinfoniekonzert schließt Bodensee Business Forum ab

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Einen Volltreffer haben die Organisatoren des Bodensee Business Forums mit einer neuen Idee gelandet. Ein Sinfoniekonzert rundete den Tag ab.
Veröffentlicht:01.10.2023, 14:29

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Einen Volltreffer haben die Organisatoren des Bodensee Business Forums mit der neuen Idee gelandet, den Tag mit einem Abschlusskonzert zu beschließen. Nach spannenden Debatten über den ganzen Tag im Graf-Zeppelin-Haus konnten sich die zahlreichen Zuhörer im Hugo-Eckener-Saal bei klassischer Musik entspannen. Die Programmauswahl mit der Sinfonie Nr. 9 von Antonin Dvorák mit dem Untertitel „Aus der neuen Welt“ passte hervorragend zum Thema des Forums „Wie soll die ‚neue Welt‘ aussehen?“.

„Sonst bin ich danach immer alleine im Auto nach Hause gefahren. Bei der wunderschönen Musik konnte ich den Tag nochmal reflektieren, etwas herunterkommen und ein tolles Gemeinschaftserlebnis genießen“, meinte einer der vielen begeisterten Tagungsteilnehmer nach dem Konzert. Und so ging es wohl vielen Zuhörern. Die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben überzeugte mit Dirigent Marc Kissóczy mit viel Spielfreude und außergewöhnlichem Klangfarbenreichtum.

Atemlose Stille im Publikum

In den Ecksätzen entstand mit orchestraler Wucht das quirlige Leben in New York, das Dvorák bei seinem dreijährigen Aufenthalt so bewunderte, vor dem geistigen Auge des Zuhörers. Die große, homogene und wandlungsfähige Streichergruppe war Grundlage der Aufführung. Kompakt im Zusammenspiel, aber auch solistisch präsent zeigten sich die Holzbläser. Die Blechbläser setzten strahlende Glanzpunkte mit sauberster Intonation.

Den verwobenen Durchführungsteilen gab Kissóczy mit seiner deutlichen Zeichengebung klarste Struktur und Durchsichtigkeit, gestaltete die vielen Übergänge mit agogischem Feingespür. Eindrucksvoll, musikalisch ausgefeilt war der bekannte zweite Satz Höhepunkt des Konzerts.

Nach einem sonoren Choral der Blechbläser breiteten die Streicher einen leisen, flirrenden Klangteppich aus. Darüber entwickelte Andrea Braun auf dem Englischhorn mit expressiver Tongebung die berühmte, leiderfüllte Melodie. Nach bewegtem Mittelteil und turbulenter Rückführung verschwand die Melodie im dreifachen Piano. Atemlose Stille herrschte im Publikum.

Langanhaltender Schlussapplaus

Zupackend gestaltete Kissóczy die versetzten Rhythmen und Synkopen als Sinnbild für einen Tanz der Native Americans im Scherzo, verlieh dem „böhmischen Walzer“ des Mittelteils eine folkloristische Atmosphäre. Mit sichtlicher Freude präsentierten die Hörner und Trompeten das bekannte Hauptthema des vierten Satzes.

In rasantem, vorwärts gerichtetem Tempo „Allegro con fuoco“, die dynamischen Bereiche vom gehauchten Piano bis zum dreifachen Forte auskostend, Wechsel zwischen höchster Dramatik und einnehmenden Ruhepunkten war auch dieser Satz ein besonderer Hörgenuss. Lang anhaltender und verdienter Schlussapplaus.