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Schneiden, Schreinern und Schweißen

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Kooperative Berufsorientierung am KMG begeistert – Schüler zu Gast bei Knoblauch
Veröffentlicht:03.01.2018, 16:48

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Schüler der achten Klasse des Karl-Maybach-Gymnasiums (KMG) haben auf Einladung der Handwerkskammer Ulm in handwerkliche Berufe reingeschnuppert. Die kooperative Berufsorientierung, genannt „KooBo“, soll es den Schülern ermöglichen, einen Einblick in die Welt der Handwerker zu bekommen und ihnen die Vielfalt des Berufslebens näherbringen, wie die Schule mitteilt.

Das KMG kooperiert dazu unter anderem mit der Firma Knoblauch aus Markdorf. Knoblauch baut weltweit Läden und Einrichtungen für Unternehmen wie zum Beispiel Marc O’Polo. Anhand von mitgebrachten Fotos konnten sich die Schüler ein Bild von der Arbeit der Firma machen, besonders begeisterte hierbei die Ausstattung eines Süßigkeitengeschäfts der Firma Storck .

Beim letzten Treffen der 15 Jugendlichen stellte die Firma den Ausbildungsberuf eines Schlossers vor. Ein Auszubildender im zweiten Lehrjahr berichtete von seinem Alltag und davon, wie er sich für diese Ausbildung entschied: Ein Programm der Häfler Wissenswerkstatt habe ihn auf die Schlosserei aufmerksam gemacht. Er riet den Schülern, möglichst viele Projekte zur Berufsorientierung zu besuchen, außerdem legte er ihnen den Besuch eines Handwerks während ihres berufsorientierten Praktikum an Gymnasien (BOGY) in der zehnten Klasse nahe. Denn bei der Firma Knoblauch man kann nicht nur in den Beruf des Schlossers oder Schreiners hineinschnuppern, auch Grafik und Design sowie das Technische Zeichnen sind vertreten. Außerdem seien Praktikanten in der Firma grundsätzlich gern gesehen.

Nach der Berufsvorstellung konnten die Schüler Fragen zum Berufsfeld und der Firma stellen, vom Ablauf eines normalen Arbeitstages bis hin zur Frage nach dem schwierigsten Projekt war hier Einiges dabei. Beeindruckend fanden die Schüler besonders die weltweite Arbeit der Firma Knoblauch: Bis nach Mauritius und in die Vereinigten Staaten wurden schon Einrichtungen geliefert, erfuhren sie. Momentan werde an einem Showroom, also einem Beispiel für die Inneneinrichtung eines Ladens für die Marke Bogner gearbeitet, erzählte der Schlosser.

Bau einer Skulptur geplant

Die Kooperation mit der Firma Knoblauch erfolgt ehrenamtlich. Gemeinsam soll, ebenfalls im Rahmen der Kooperativen Berufsorientierung, ein Kunstwerk, eine Begegnungsstätte gebaut werden: Ungefähr sechs Meter hoch soll die Skulptur werden und ab dem Sommer 2018 etwa zwei Jahre in oder um Friedrichshafen stehen. Dafür suchen die Schüler noch nach einem geeigneten Platz. Das Modell für das Metallgerüst der Skulptur wurde schon gebaut, es ist nach obenhin offen und soll mit Weiden verkleidet werden. Die Skulptur wird für jeden zugänglich und begehbar sein. Die Schüler dürfen die ganze Skulptur selbst bauen, dafür wird im neuen Jahr ein Schweißkurs in der Wissenswerkstatt in Friedrichshafen stattfinden, außerdem werden sie an einem Workshop zum 3D-Druck teilnehmen und dort ihr Modell im 3D-Drucker kopieren. Sogar die Grube für das Fundament wird selbst ausgehoben und mit ehrenamtlicher, fachlicher Begleitung werden die Schüler in ihrem Pilotprojekt unterstützt.

Marco Eckle, Schulsozialarbeiter des KMG, ist begeistert, diesem Projekt beiwohnen zu dürfen und hofft auf einen großen Erfolg und positive Rückmeldung der Schüler. Auch KMG-Rektor Christoph Felder ist stolz auf das „KooBo“-Projekt: „Wir möchten die theoretische Ausbildung an unserer Schule durch etwas Praktisches unterstützen. Das ist mir wirklich ein Herzensanliegen.“

Das KMG hatte sich bei Ulrike Zinser von der Handwerskammer Ulm für die kooperative Berufsorientierung angemeldet und möchte das Projekt bei Erfolg gerne auch für die nächsten Stufen weiterführen. Im Rahmen weiterer Projekte soll dann am KMG ein Aufenthaltsraum für die Schüler der Mittelstufe eingerichtet werden, den sie ebenfalls selbst gestalten dürfen.