Trasse

Drei B 31-Varianten liegen auf dem Tisch

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Ausbauvariante, Korridore Mitte und Nord – Präsentation am 12. Februar in Markdorf
Veröffentlicht:30.11.2018, 17:46
Aktualisiert:22.10.2019, 14:00

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Auf welcher Trasse wird die B 31 zwischen Immenstaad und Meersburg ausgebaut? Das ist derzeit die spannendste straßenverkehrspolitische Frage im Bodenseekreis. Die verantwortlichen Planer haben sich jetzt auf drei grundsätzliche Varianten festgelegt, das hat das Regierungspräsidium (RP) Tübingen am Freitag, 30. November, mitgeteilt. Von ursprünglich über 20 Varianten bleiben also nur noch drei übrig: der Ausbau der bestehenden B 31 ( Lösung A ), ein Korridor Mitte (Lösung B) und ein Korridor Nord (Lösung C).

Alle drei Varianten schließen an die derzeit im Bau befindliche B 31-neu (Ortsumfahrung Friedrichshafen) an, die zwischen Fischbach und Immenstaad ankommt. Die Frage ist, wie es dann bis Meersburg weitergeht. Am konkretesten definiert ist der Lösungsansatz A, die Ausbauvariante auf der heutigen B 31. Sie führt dementsprechend zwischen Immenstaad und der Feriensiedlung durch bis vor Hagnau. Hier führt die geplante Bundesstraße dann in einem Tunnel an Hagnau vorbei.

Zwei Varianten im Hinterland

Die Lösung B über den Korridor Mitte verläuft bereits im Hinterland des Bodensees, nördlich an Kippenhausen vorbei, wo sie durch einen Tunnel unter der K7782 hindurch- und dann südlich des Weingartenwalds vorbeigeht. Innerhalb dieser Lösung gibt es noch zwei zusätzliche Varianten. Eine nördliche und eine südliche Umfahrung von Stetten. Und am Anfang der Strecke eine Variante nördlich an der Immenstaader Feriensiedlung vorbei mit einer Querung der L 207 bei Lippach oder eben die Version auf der alten B31 an Immenstaad vorbei.

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Lösung C über den Korridor Nord beinhaltet ebenfalls die Varianten auf der jetzigen B31 an Immenstaad vorbei oder auf der neuen Route nördlich von Immenstaad. Sie führt dann jedoch am weitesten ins Hinterland, nördlich am Weingartenwald, südlich an Ittendorf vorbei.

Es gibt auch hier die beiden Möglichkeiten, Stetten südlich oder nördlich zu umfahren. Bei allen drei Varianten werden noch verschiedene Lärmschutz- und Tunnelmaßnahmen untersucht. „Die übrigen Varianten werden nicht weiterverfolgt, weil sie zu größeren Konflikten führen“, teilt das Regierungspräsidium am Freitag mit.

Das Planungsteam B 31 des Regierungspräsidiums Tübingen sowie die beauftragten Gutachter des RP hätten bereits am 26. und 27. November politische Repräsentanten der Region, den gemeinsamen Facharbeitskreis Verkehr und Umwelt, den Politischen Begleitkreis und das Dialogforum über den aktuellen Stand der Planung informiert.

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Grundlage für die Vorauswahl sei eine umfassende Raumanalyse von möglichen Trassen für eine neue B 31. Dabei handle es sich um die Bestandsaufnahme und -bewertung der vorhandenen Landschaft mit ihren Nutzungen.

Die Gutachter haben laut RP eine Vielzahl von schützenswerten Gebieten identifiziert. Dabei spielten artenschutzrechtliche Aspekte genauso eine Rolle wie das Landschaftsbild, die landwirtschaftlichen Nutzungen und die Naherholung. „Es hat sich herausgestellt, dass keine der bisher von den Bürgern vorgeschlagenen und diskutierten über 20 Varianten konfliktfrei ist“, heißt es weiter.

Der Lärm wird berechnet

Die verbleibenden Trassen werden laut RP in den kommenden Monaten intensiv geprüft. „Sie werden technisch ausgeplant, damit man beispielsweise weiß, wie tief sie ins Gelände einschneiden und wie hoch der Flächenverbrauch ist.“ Die Planer sollen demnach auch festlegen, wie die Trassen an das sogenannte nachgeordnete Straßennetz, also die Landes- und Kreisstraßen, angeschlossen werden.

Bürgerbeteiligung

Zufällig gewählte Bürger reden bei B 31-Planung mit

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Danach könne man den Lärm berechnen und vergleichen, „wie viele Menschen durch die bestehende B 31 und wie viele durch eine neue B 31 von Lärm betroffen sind“. Auch könne man dann genauer sehen, welche Orte entlang der Landes- und Kreisstraßen von Verkehr und Lärm entlastet oder auch zusätzlich belastet würden und an welchen Stellen Lärmschutzmaßnahmen notwendig seien.

Info-Abend in Markdorf

Den aktuellen Stand der Planungen wird das Regierungspräsidium Tübingen laut Mitteilung am Dienstag, 12. Februar 2019, in einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Markdorf vorstellen. „Unser Ziel ist es, bis Ende 2019 eine abschließende Variantenempfehlung zu haben“, sagt der Pressesprecher des Regierungspräsidiums Dirk Abel auf Nachfrage der SZ.