Teilhabe

Für Menschen mit und ohne Behinderung: Neuer Ort für digitale Teilhabe in Friedrichshafen

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

PIKSL-Labor am Franziskusplatz soll Medienkompetenz von Menschen mit und ohne Behinderung fördern
Veröffentlicht:31.10.2022, 12:00
Aktualisiert:31.10.2022, 12:07

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Das PIKSL-Labor für digitale Teilhabe der Liebenau Teilhabe am Franziskusplatz ist am Mittwoch eingeweiht worden. Die moderne Einrichtung verfolgt das Ziel, Menschen, die aufgrund unterschiedlicher Beeinträchtigungen eingeschränkt sind, mit dem Einsatz entsprechender Technologien vertraut zu machen. So sollen sie neue Anwendungsformen kennenlernen, erproben und verstehen.

Unser Alltag ist digital: Wir erhalten E-Mails, versenden Text- und Sprachnachrichten, veröffentlichen Fotos in sozialen Netzwerken oder lesen aktuelle Nachrichten. Unser Leben findet zunehmend online statt – doch längst nicht für jeden.

In Friedrichshafen gibt es seit Mittwoch ein Labor, das Menschen mit Beeinträchtigungen aber auch älteren Mitbürgern den Zugang zur virtuellen Welt besser ermöglichen soll. „PIKSL“ – „Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben“ – nennt sich die Einrichtung, die sich bei der Entwicklung von Lösungen an den Bedürfnissen von Menschen mit Lernschwierigkeiten orientiert, indem diese in die jeweiligen Prozesse miteingebunden werden.

Digitale Welt soll barrierefreier werden

Dabei zeigen Experten vor Ort die vielfältigen Möglichkeiten der virtuellen Welt auf, erklären diese, machen sie zugänglich. „Unsere Zeit rast an uns vorbei. Die Digitalisierung ist längst nicht mehr aufzuhalten und bei uns angekommen. Dennoch haben nicht alle gleichermaßen die Möglichkeit diese Welt kennenzulernen oder zu nutzen. Menschen mit Lernschwierigkeiten, in sozialen Problemlagen oder Senioren“, sagte Jörg Munk Geschäftsführer der Liebenau Teilhabe.

Zudem seien viele Angebote nicht barrierefrei und es fehle an inklusiven Lehr- und Lernmitteln. „Wir möchten diese digitale Welt ein Stück barrierefrei machen“, so Munk.

Mit dem PIKSL-Labor sei man in der Lage, den barrierefreien Zugang zu den Informationsressourcen zu öffnen und die Anwender in ihrem Wirken und Handeln zu begleiten. So zeigten und erklärten Anwender und Digitalexperten an verschiedenen interaktiven Stationen unter anderem, wie man digitale Bilder malt, wie man einfache Abläufe programmiert oder Playlists für einen Musikabend erstellt, wie Fotos bearbeitet und ausgedruckt werden, oder wie man barrierefrei am PC spielen kann.

Bürgermeister lobt das Projekt

„Kennenlernen, ausprobieren und sich beraten lassen, samt Wissensvermittlung über Workshops und Schulungen, das ist unsere Devise“, erklärte Laborleiterin Kim Hoffmann.

Als Vertreter des Stadt Friedrichshafen lobte Bürgermeister Andreas Köster die Umsetzung des Projekts: „Das Klima in unserer Zeit wird frostiger. Nur gemeinsam können wir etwas Positives bewirken, stark sein und zusammen Ziele erreichen. Auch in dieser digitalen Welt. Dieses Labor ist ein Ort der Teilhabe, ein Ort der Begegnung und des Öffnens“, betonte er.

PIKSL sei zudem ein Ort des Lernens, der auf einfache und pragmatische Art und Weise zusammenführe: „Denn oft sind es Menschen mit Beeinträchtigungen, die weniger Berührungsängste haben, durch ihre Offenheit, durch ihre Direktheit und Unbefangenheit“, so Köster.