Heimpremiere

Champions League: VfB Friedrichshafen will alle Zweifel am Weiterkommen beseitigen

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

VfB Friedrichshafen möchte in Montpellier das Weiterkommen in der Königsklasse fixieren
Veröffentlicht:09.01.2023, 18:36
Aktualisiert:10.01.2023, 10:35

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Schnell abhaken und nach vorne schauen – so musste zwangsläufig die Devise des VfB Friedrichshafen nach der verpatzten Heimpremiere gegen Herrsching in der Bodensee-Airport-Arena lauten. Nur drei Tage nach dem 1:3 hat der deutsche Volleyball-Bundesligist eine große Möglichkeit in der Königsklasse. Schon einen Spieltag vor Schluss der Gruppenphase können die Häfler mit einem Sieg bei Montpellier HSC VB aus Frankreich alle Zweifel am Weiterkommen beseitigen. Damit hätte der VfB zum ersten Mal seit dem Jahr 2018 die K.o.-Runde der CEV Champions League erreicht. Die Begegnung in Pool A beginnt am Dienstag um 19 Uhr (live auf sportdeutschland.tv).

Die Konstellation in Pool A

Friedrichshafen befindet sich in einer äußerst komfortablen Situation. Mit acht Punkten aus vier Spielen belegt der deutsche Rekordmeister den zweiten Platz in Pool A und kann schon jetzt nicht mehr vom Tabellenletzten aus Montpellier überflügelt werden. Um nun auch noch den Dritten Vojvodina Novi Sad aus eigener Kraft abzuschütteln, reichen zwei Punkte. So viele Zähler holte Friedrichshafen im Hinspiel gegen Montpellier, als in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm nach einem 0:2-Satzrückstand noch eine Wende gelang. „Wir haben verstanden, wie sie spielen“, erklärte Lebedew auf der VfB-Homepage die Aufholjagd in der Begegnung. Die Franzosen haben ihren Kader leicht angepasst. Für den verletzten Ezequiel Palacios verpflichtete Montpellier den erfahrenen tschechischen Außenangreifer Kamil Baranek, die Spielweise sollte aber dennoch ähnlich sein.

Es ist der Plan des VfB, schon am Dienstag das Weiterkommen zu feiern. Auch um einer der besten Gruppenzweiten werden zu können und die Chance auf den Gruppensieg zu wahren. Mehr als Platz zwei dürfte aber nicht mehr drin sein. Noch ohne Punktverlust in Pool A ist der polnische Topclub Jastrzebski Wegiel: Mit einem Erfolg in Novi Sad am Mittwoch (18 Uhr) würde der Ex-Club Lebedews den ersten Platz sichern. Bei einem Sieg der Polen wäre Friedrichshafen der zweite Platz unabhängig vom Ausgang des eigenen Spiels nicht mehr zu nehmen.

Thilo Späth-Westerholt fordert klare Leistungssteigerung

Was sich Friedrichshafen definitiv vornimmt, ist eine Steigerung gegenüber der Heimniederlage am vergangenen Samstag. „Wir waren nicht in der Lage, unser Level abzurufen“, beobachtete VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt. Bei seiner Bewertung der Heimpremiere in der Bodensee-Airport-Arena gegen die WWK Volleys Herrsching musste er deshalb unterschiedliche Kriterien anlegen. Organisatorisch war es „ein gelungener Auftakt und eine runde Sache“, sagte er gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“. Aber bezogen auf das Sportliche ist seine anfängliche Euphorie einer Ernüchterung gewichen. Späth-Westerholt sah beim 1:3 ein gehemmtes Team, das nach einem guten Beginn den Gegner immer mehr aufkommen ließ. „Herrsching hat dann sein bestes Spiel der Saison gemacht“, so der VfB-Geschäftsführer. Tabellarisch war die Pleite verschmerzbar, da der VfB in der Bundesliga-Hauptrunde nach wie vor die besten Karten auf Rang zwei hat.

Doch die Ambition der Häfler, in der neuen Trainings- und Spielstätte am Flughafen zur Heimmacht zu werden, hat zunächst einen großen Kratzer bekommen. Späth-Westerholt hofft, dass das der Stimmung keinen Abbruch tat und die rund 1000 Zuschauer fassende Arena auch bei den nächsten Spielen ausverkauft ist. Und er hofft, dass die Botschaft der Niederlage beim Team angekommen ist. „Vielleicht war das noch einmal ein Zeichen, dass du alles herausholen musst“, meinte Friedrichshafens Geschäftsführer, der schon am Dienstag eine Reaktion sehen will: „Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen, sonst gehen wir in Montpellier 0:3 baden.“

Die Franzosen sind in der heimischen Eliteklasse momentan Achter und haben die Generalprobe für die Champions-League-Begegnung erfolgreich absolviert. Zu Hause gewann Friedrichshafens kommender Gegner am vergangenen Samstag mit 3:2 gegen Paris Volley. Für die Partie am Dienstag sind die vergangenen Auftritte in der Liga laut Lebedew aber nicht entscheidend. „Anderes Spiel, anderer Gegner, anderer Motivation“, betonte Lebedew. Dem Häfler Trainer fehlt Zuspieler Mateusz Biernat. Nach Angaben des VfB hat der 30-jährige Pole nach der Geburt seiner Tochter am vergangenen Donnerstag Sonderurlaub verordnet bekommen. Demzufolge wird Kapitän Dejan Vincic in Montpellier eine zentrale Rolle einnehmen.