StartseiteRegionalBodenseeFriedrichshafenMarc-Reiner Schmidt ist Deutschlands Star im Supermoto

Friedrichshafen

Marc-Reiner Schmidt ist Deutschlands Star im Supermoto

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Der 28-Jährige aus Friedrichshafen hat in diesem Jahr in seiner Sportart alle Titel gewonnen. Er bewies dabei echte Nehmerqualitäten und trotzte einer Verletzung.
Veröffentlicht:29.11.2023, 18:02

Artikel teilen:

Als erster Deutscher darf sich Marc-Reiner Schmidt aus Friedrichshafen zum dritten Mal Weltmeister nennen. Wohlgemerkt in der höchsten Supermoto-Klasse S1, in der er 2023 alle Titel gewann. So triumphierte er auch bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft und beim prestigeträchtigen Supermoto-Rennen „Superbiker“ in Mettet in Belgien.

23 Rennwochenenden in verschiedenen Ländern waren es insgesamt in diesem Jahr. Mächtig viel Programm. Eine Verletzung Mitte Juli gefährdete dabei den erneuten Weltmeistertitel von Schmidt. Beim vierten von insgesamt sechs WM-Läufen in Plewen in Bulgarien verletzte er sich an der Schulter. Davor hatte der 28-Jährige bereits beim einzigen Termin in Deutschland in St. Wendel vor 10.000 Zuschauern im dritten Rennen die Führung mit 80 Punkten vor dem Österreicher Lukas Höllbacher (69 Punkte) und dem achtfachen Weltmeister Thomas Chareyre aus Frankreich in der WM-Wertung übernommen. Ein wichtiger Vorsprung, der bei den nächsten Rennen in Plewen und Spanien enger wurde.

Dank Physioplan lässt sich die Operation verschieben

Bei fast 50 Grad im Schatten stürzte Schmidt in Bulgarien nach zwei Siegen im dritten Lauf. „Das war schmerzhaft und ich bin dadurch auf Platz drei zurückgefallen“, sagt Schmidt, der in der Szene „Powerslider“ genannt wird. Von Bulgarien flog der Werksfahrer von Moto TM direkt nach München, um sich behandeln zu lassen. Die Bizepssehne und das Labrum an der Schulter waren betroffen, eine Operation fällig. Aber Schmidt ließ sich nicht ausbremsen. „Es war klar, dass ich nach der Saison operiert werden muss, aber ich habe einen Physioplan bekommen, damit ich die Saison noch beenden kann.“

Unter Schmerzen machte er weiter und trat Mitte September in Alcarràs in Spanien an - wegen eines technischen Defektes erreichte der Häfler hier nur Rang drei. Sein Punktevorsprung zu seinem österreichischen Verfolger Höllbacher schmolz auf lediglich drei Punkte Differenz. „Grundsätzlich gibt es pro Veranstaltung 81 Punkte. Das war also sehr knapp“, erklärt Schmidt, der aber im Oktober den „perfekten Abschluss“ im Mekka des Supermoto-Sports hinlegte. Im belgischen Mettet entschied er trotz Verletzung alle drei Rennen für sich. „Dadurch bin ich Weltmeister geworden und Sieger vom Superbiker Mettet“, erklärt der gelernte Schweißer, der den Sieg in Mettet als „sein großartigstes Wochenende überhaupt“ bezeichnete. Höllbacher musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben und Chareyre war wegen einer Verletzung nicht mehr dabei.

Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass der Supermoto-Pilot bereits zum zweiten Mal Deutscher Meister (IDM) in der Königsklasse S1 war. Eine Woche zuvor machte Schmidt am 1. Oktober in Oschersleben auch diesen Titel klar, obwohl er eins der sieben Rennen auslassen musste. Aufgrund der Terminüberschneidung mit der Weltmeisterschaft in Spanien nahm Schmidt nicht am sechsten Lauf in Schaafheim in Südhessen teil. „Das ist vom Level her ein großer Unterschied zur WM“, meint er, denn in Deutschland habe er alle Rennen mit Abstand gewonnen. Die IDM wird vom ADAC Saarland ausgerichtet und erlaubt eine internationale Beteiligung in verschiedenen Klassen. Vizemeister wurde Nico Joannidis und Jan Dominik Deitenbach erhielt als dritter Deutscher Bronze.

Schmidt will Kunststück wiederholen

Direkt nach dem Sieg in Mettet ließ sich Schmidt in München operieren. Jetzt ist Rehabilitation bis Ende Dezember angesagt, bevor es zum Wintertraining nach Spanien geht. Zeit sich von der Saison zu erholen, bis sie im April 2024 wieder startet. Sein Ziel für das nächste Jahr steht fest: „Ich will auf jeden Fall wieder alle drei Titel holen. Allein, weil es noch kein Deutscher nacheinander geschafft hat“, bestätigt er und ist dafür gut aufgestellt: „Mein Vertrag für das Team TM Factory L30 läuft noch bis Ende 2025.“

Bei Rennen um die WM ist es für Deutschlands Star im Supermoto komfortabel. Mit zwei Lkws ist sein Team mit dem gesamten Equipment schon vor Ort und Schmidt reist mit leichtem Gepäck zum Start an. Bei der deutschen Meisterschaft ist der Supermoto-Pilot auf sich gestellt, mit der Unterstützung von seinem Vater Reiner Schmidt. Im eigenen Camper geht es dann mit zwei Motorrädern samt Ausrüstung von Rennen zu Rennen.