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Keine Hoffnung auf räumliche Entspannung

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski konnte den Verantwortlichen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) bei ihrem Besuch auf dem Campus Friedrichshafen keine Hoffnungen auf eine dringend notwendige räumliche Expansion machen. Das Problem kennt sie aus dem Land insgesamt.
Veröffentlicht:12.02.2024, 14:00

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Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski konnte den Verantwortlichen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) bei ihrem Besuch auf dem Campus Friedrichshafen keine Hoffnungen auf eine dringend notwendige räumliche Expansion machen. Das Problem kennt sie aus dem Land insgesamt. Vor Ort im Fallenbrunnen beläuft sich das Flächendefizit auf 1500 Quadratmeter. Handlungsbedarf besteht auch bei der Besetzung von Personalstellen. Weiteres Ziel auf der Wunschliste: ein Promotionsrecht.

Die Attraktivität der DHBW hat sich herumgesprochen. Die relativ kurze Studiendauer von sechs Semestern, die individuelle Betreuung durch kleine Gruppen und der hohe Praxisbezug von Anfang an sorgen dafür, dass die bei Firmen angestellten Studierenden vom ersten Tag an in ihren Unternehmen eingesetzt werden können und einen Mehr-Wert für die dualen Partner darstellen, die die angebotenen internationalen Leuchtturm-Studiengänge eingefordert hatten.

„Die Dualen Hochschulen verbinden Theorie und Praxis und sichern Wirtschaftskraft in der Region und im Land“, sagte Rektor Herbert Dreher in seiner Begrüßung. Die Studienerfolge sind überdurchschnittlich. 82 Prozent der Studienabgänger wechseln erfolgreich auf den Arbeitsmarkt. 22 Prozent aller Studenten stammen aus der Region Ravensburg und Bodenseekreis, 64 der hochkarätigen dualen Partner kommen aus Baden-Württemberg.

Während in Ravensburg die Fakultät für Wirtschaft mit 1900 Studierenden zuhause ist, studieren am Campus Friedrichshafen etwa 1600 Studierende an der Fakultät für Technik. Flächendefizite gibt es an beiden Standorten. Weil man den Zustrom an Studierwilligen nicht mehr unterbringen kann, müssen Bewerber abgelehnt werden. Allein in Friedrichshafen gab es im Oktober vergangenen Jahres 654 Studienanfänger, die sich auf die Angebote Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Informatik, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Embedded Systems (Aerospace-Engineering, Automotive-Engineering) eingeschrieben haben.

Heinz-Leo Dudek, Prorektor an der DHBW Ravensburg und Dekan der Fakultät Technik in Friedrichshafen, sprach vom „Kultur- und Wissenscampus Fallenbrunnen“, dem Gelände, auf dem früher das französische Militär untergebracht war. Dudek erläuterte die Labore am Campus und die vier FIT-Zentren an der Fakultät Technik.

Die Wissenschaftsministerin zeigte sich von der Entwicklung an den DHBW-Standorten Friedrichshafen und Ravensburg angetan, bedeutete aber, es gäbe keine Hochschul-Ausbauphasen im Land. Sie regte an Schwerpunkte zu setzen und mit einem attraktiven Portfolio Strukturen für Promotionspartner aufzubauen. Bei letzterem Bemühen, so Dudek, tue man sich allerdings mit baden-württembergischen Partnern (Karlsruhe) schwer.

Professor Florian Leitner-Fischer erläuterte den Studiengang Embedded Systems, der auf Initiative von dualen Partnern eingeführt wurde, und Professor Thomas Mannchen berichtete vom Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik mit den beiden Studiengängen Luft- und Raumfahrtsysteme sowie Luft- und Raumfahrtelektronik. Auch hier ist man an der Spitze bei studentischen Wettbewerben. Im Mai dieses Jahres wird man in Friedrichshafen Ausrichter der Konferenz des Bundesverbands studentischer Raumfahrt sein. Über das Zentrum Digitalisierung und Elektrifizierung von Luftfahrtsystemen berichtete Philipp Krämer, Stiftungsprofessor Luft- und Raumfahrttechnik an der DHBW. Die Ministerin stieg zum Abschluss in einen Hubschraubersimulator und tauschte sich mit Studierenden aus.