Adventskonzert

Jubelnd verkünden Sänger und Musiker die Ankunft des Messias

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Jubelnd verkünden Sänger und Musiker die Ankunft des Messias
Veröffentlicht:29.11.2009, 17:00
Aktualisiert:26.10.2019, 07:00

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Erstmals hat das traditionelle Ailinger Adventskonzert unter der Leitung von Chordirektor Erich Hörmann am Samstag im neu gestalteten Altarraum der St. Johanneskirche stattgefunden. Mit Telemann und Händel haben Sänger und Musiker „die Tore weit“ gemacht, ein strahlendes Erlebnis für Sinne und Seele.

Von unserer MitarbeiterinChristel Voith

Georg Friedrich Händel hat im ersten Teil seines unvergleichlichen „Messias“ die messianische Verheißung und die Geburt des Heilands in vergeistigte, lyrisch-hymnische Musik umgesetzt. Ernst und festlich ist die Ouvertüre, sehr schön hält Hörmann die Balance zwischen Streichern und Bläsern, ein freudig pulsierender Rhythmus führt hinein in die Erwartung des Erlösers. Eingebettet in trostreiche Musik ertönt der prophetische Ruf des Tenors „Tröste dich, mein Volk“. Mühsal und Hoffnung paaren sich in Johannes Petz souveräner Stimmführung, die Gesangslinien verströmen Vertrauen und Hoffnung, leuchtende Koloraturen rufen dazu auf, den Weg zu bereiten.

Freudig-feierlich präsentiert sich der bestens vorbereitete Chor, das Staunen über die Verheißung wandert durch die verschiedenen Stimmen, die gute Textverständlichkeit und Betonung heben den Sinn hervor, Ausgewogenheit und Transparenz bestimmen den jubelnden Gesang.

Majestätisch verkündet nun Jehova mit der Stimme des Basses das Erscheinen des Trösters. Trotz hörbarer Indisposition schont sich Peter Strecker nicht, sondern verleiht der erhabenen Majestät kraftvoll Nachdruck: „So spricht der Herr, Gott Zebaoth!“ Mit dramatischer Kraft führt Waltraud Flatschers helle Altstimme ins läuternde Feuer, der Chor singt von der schmerzhaften Reinigung. Die folgende Alt-Arie ist reine Trostmusik, Ton gewordene Wonne. Kraftvoll stimmt der Chor ein in das Lob der Ankunft der Herrlichkeit, Orchester und Winfried Lichtscheidel an der Orgel jubeln mit.

Noch einmal erinnert der Bass an die Dunkelheit, aus der das Licht hervorbricht, das nun die Solisten im Verein mit dem Chor besingen. Immer wieder ertönt im Chor das staunende „Wunderbar, Herrlicher Friedefürst.“ In inniger, poetischer Pastoralsymphonie meditiert das Orchester das Wunder der Geburt. Strahlend hell, mit voll strömendem Sopran erzählt Anja Zirkel von der Botschaft der Engel an die Hirten und kündet nach kurzem Gloria des Chores in jauchzenden Koloraturen vom Frieden. Zusammen besingen Sopran und Alt den süßen Trost, mit mächtigem Amen des Chores endet dieser Teil des „Messias“.

Sehr schön hatte Georg Philipp Telemanns Advents-Kantate „Machet die Tore weit“ zum Hauptwerk des Konzerts hingeführt. Zierliches, filigranes Orgelspiel von Winfried Lichscheidel im Allegro aus Händels Orgelkonzert Nr. 2 B-Dur nahm die frohe Stimmung auf und bildete die stimmige Zäsur zwischen Kantate und Oratorienteil.