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Der neue Frankfurt-Flieger? Das steckt hinter der Fluggesellschaft SkyAlps

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Die Verhandlungen laufen noch. Hinter der Airline steckt eine spannende Geschichte. Und eine außergewöhnliche Unternehmer-Familie.
Veröffentlicht:21.01.2024, 05:00

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Noch ist nichts entschieden, heißt es in Bozen, dem Sitz der Fluggesellschaft SkyAlps, zur möglichen Übernahme der Flugverbindung Friedrichshafen-Frankfurt. Diese Strecke, so wurde am Mittwoch bekannt, wird ab April von der Lufthansa aufgegeben, weil es innerhalb der Flotte zu technischen Problemen und dadurch zu einem Flugzeug-Engpass gekommen sei.

Die Verbindung nach Frankfurt ist für den Häfler Flughafen enorm wichtig, weil sie vornehmlich von Geschäftsreisenden nicht nur aus der Bodenseeregion genutzt wird. Frankfurt ist ein Drehkreuz mit Verbindungen in alle Welt. Rund ein Drittel der 315.000 Passagiere des Bodensee-Airport nutzten im vergangenen Jahr diese Verbindung.

Verhandlungen laufen

Da die Lufthansa ab April die Strecke für mindestens ein Jahr aufgibt, sucht der Flughafen nach Alternativen. Und eine solche könnte die Regionalfluglinie SkyAlps aus Südtirol werden. Verhandlungen laufen bereits.

Hinter der Airline aus Südtirol steht vor allem deren CEO Josef Gostner. Er wurde zum „Manager des Jahres 2022“ von der Wirtschaftsredaktion des Tagblatts „Dolomiten“ gewählt. Gostner steht in Bozen und der Region zusammen mit seinen Brüdern Thomas und Ernst als erfolgreicher Unternehmer im Blick der Wirtschaft.

Grüne Energie und Luftfahrt

Die drei Brüder leiten auch das Unternehmen Fri-el Green Power, ein Konzern, der sich seit 1994 um regenerative Energieerzeugung kümmert. SkyAlps ist ein Tochterunternehmen der Fri-el Green Power Unternehmensgruppe, „die jährlich rund 860.000 Tonnen CO2 durch die Produktion von grüner Energie einspart“, so heißt es auf der Internetseite der Fluggesellschaft. Das Thema Nachhaltigkeit sei demnach seit der offiziellen Geburtsstunde von SkyAlps Teil der Unternehmens-DNA.

„Wir haben stets unser Bestes gegeben, um den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund besteht unsere gesamte Flotte aus modernen, hocheffizienten Flugzeugen mit Turboprop-Antrieb, die im Vergleich zu anderen Regionaljets bis zu 50 Prozent weniger Emissionen und 50 Prozent weniger Lärm bei Start und Landung verursachen“, so das Unternehmen weiter. Derzeit fliegen sechs Maschinen für die Bozener.

Zusammen mit der US-amerikanischen Tamarack Aerospace arbeite SkyAlps an der Entwicklung des weltweit effizientesten, leisesten und nachhaltigsten Regionalflugzeugs der Welt.

Begründungen des Unternehmens

SkyAlps streckt unterdessen laut Meldungen aus der Luftfahrtbranche mehrere Fühler aus. So berichtete aerotelegraph.com Anfang Januar bereits, dass die Bozener Gesellschaft aus Deutschland und Österreich ein Drehkreuz anfliegen wolle. Bei der deutschen Verbindung handelt es sich demnach um Friedrichshafen-Frankfurt, bei der Österreicher Strecke um Innsbruck-Frankfurt, weil auch diese Strecke von der Lufthansa aufgegeben wird. Zwischen Linz und Düsseldorf fliegen die Südtiroler bereits. Außerdem wolle die SkyAlps mit der Lufthansa zusammenarbeiten.

„Wir haben stets unser Bestes gegeben, um den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund besteht unsere gesamte Flotte aus modernen, hocheffizienten Flugzeugen mit Turboprop-Antrieb, die im Vergleich zu anderen Regionaljets bis zu 50 Prozent weniger Emissionen und 50 Prozent weniger Lärm bei Start und Landung verursachen“, so das Unternehmen weiter.

Nur wenig Neuigkeiten sind hingegen aus Bozen zu den Verhandlungen bezüglich der Verbindung Friedrichshafen-Frankfurt zu hören. Man sei interessiert und arbeite an Details. Mehr dazu könne man in vielleicht 20 Tagen sagen, so eine Mitarbeiterin von SkyAlps telefonisch.

Am Donnerstag äußerte sich Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) am Donnerstagabend in Weingarten zum Thema Flughafen: „Ich bin überzeugt davon, dass der Flugverkehr irgendwann CO2-neutral sein wird.“ In Weingarten fand der Neujahrsempfang der IHK statt, bei dem Buck die möglichen Entwicklungen im Flugverkehr mit der der Eisenbahn verglich: Vor Hundert Jahren hätte auch niemand gedacht, dass dies einmal eine nachhaltige Option sei. Wenn es dazu käme, wären sicher erst einmal nur Kurzflüge wie von Friedrichshafen nach Frankfurt möglich – nicht über den Atlantik. „Wenn wir in Oberschwaben daran teilhaben wollen, müssen wir den Flughafen erhalten“, forderte Buck.